Viele Schockanrufe in der Region Heilbronn – Warnung vor "falschen Polizisten"
Die Anrufer geben sich als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und gaukeln einen Unfall vor, der die Angerufenen dazu veranlassen soll, Geld und Wertgegenstände auszuhändigen. Derzeit kommt es wieder zu vielen Betrugsversuchen, berichtet das Polizeipräsidium Heilbronn.

Aktuell kommt es im Stadt- und Landkreis Heilbronn, im Hohenlohekreis sowie im Neckar-Odenwald-Kreis und Main-Tauber-Kreis zu etlichen Anrufen von Trickbetrügern, die sich überwiegend als angebliche Polizeibeamte oder Staatsanwälte ausgeben und eine Lügengeschichte von einem Unfall oder einem anderen tragischen Ereignis erzählen. Das berichtet das Polizeipräsidium Heilbronn am Donnerstag und warnt gleichzeitig vor der Betrugsmasche.
Die Täter handeln nach Erkenntnis der Polizei vorwiegend aus dem Ausland. Das Bundeskriminalamt hat Polen, Tschechien und Großbritannien als Schwerpunkte ausgemacht. Vor Ort läuft nur die Abholung von Geld und Sachwerten ab, die dann schnell über die Grenze gebracht werden. Die Opfer sitzen in ganz Deutschland und auch in Nachbarländern. Einzelne Regionen, in denen sich die Arbeit eines Abholers bündeln lässt, sind wellenartig betroffen.
Die Telefonnummern besorgten sich die Kriminellen oft aus dem Telefonbuch, doch auch im Darknet kursierten Listen mit Kontaktdaten möglicher Opfer, sagt Juliane Lomb vom Bundeskriminalamt. Wer selbst einen Anruf erhält, in dem die Polizei Bargeld verlangt, der solle gleich auflegen und den Notruf wählen. Die Ermittlerin geht allerdings davon aus, dass viele Fälle der Polizei gar nicht bekannt werden. Häufig würden Opfer den Betrug nicht anzeigen: Sie schämten sich, dass sie auf den Trick hereingefallen sind.
Tipps von der Polizei: Wie man sich vor Telefonbetrug schützen kann
Um sich vor "falschen Polizeibeamten" zu schützen, raten das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) und das Polizeipräsidium Heilbronn:
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Die Polizei ruft Sie niemals unter dem Polizeinotruf 110 an.
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Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf. So werden Sie Betrüger los.
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Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach schnellen Entscheidungen, Kontaktaufnahme mit Fremden sowie Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen.
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Legen Sie zuerst auf und wählen Sie danach erst die 110. Hier können Sie den Sachverhalt mitteilen. Benutzen Sie nicht die Rückruftaste, da Sie sonst wieder bei den Tätern landen.
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Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
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Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen.
Weitere Informationen und Präventionstipps unter www.polizei-beratung.de.
Stimme.de