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Energiewende

Drei Photovoltaik-Großprojekte in Eppingen: So können sich Bürger am Solarpark beteiligen

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In Eppingen sind drei Photovoltaik-Großprojektemit 86 Hektar Gesamtfläche geplant. Die Energiegenossenschaft wirbt um Anteilnehmer für den Bürgersolarpark.

Mit diesen Plakaten wirbt die Bürgerenergiegenossenschaft um Mitglieder und Unterstützer. Foto: Franz Theuer  Foto: Theuer, Franz
Mit diesen Plakaten wirbt die Bürgerenergiegenossenschaft um Mitglieder und Unterstützer. Foto: Franz Theuer Foto: Theuer, Franz  Foto: Theuer, Franz

Wer von Eppingen nach Richen fährt, kommt seit einigen Tagen an großen Plakataufstellern nicht vorbei: „Hier entsteht der Bürgersolarpark Eppingen. Jetzt mitmachen und profitieren“ heißt der Slogan. Die Plakate sind ein Lebenszeichen von einem Projekt, um das es in den letzten Monaten etwas ruhiger geworden war. Dabei war der Grundsatzbeschluss zum Ausbau von drei Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Eppingen mit einer Gesamtfläche von 86 Hektar nach einer hitzigen Diskussion im Gemeinderat gefallen und zwar sehr knapp.

Worauf die Banner der Bürgerenergiegenossenchaft Kraichgau hinweisen

Hinter den Kulissen wird an den Projekten eifrig weitergeschraubt. Die Güglinger Firma HEP Energy, die bereits ihren Umzug ins Eppinger Gewerbegebiet Tiefental angekündigt hat, plant ebendort eine 9,4 Hektar große Freiflächenanlage namens „Zimmerberg“.

Eine weitere, 30 Hektar große HEP-Anlage, mit dem Titel „Buckeläcker“, ist nördlich des Aussiedlerhofs Dammhof geplant. „Aktuell warten wir noch auf den Abschluss der Umweltuntersuchungen“, erläutert HEP-Projektentwickler Benjamin Brasch auf Anfrage.

Die Firma hatte bei der Stadt Eppingen für beide Vorhaben die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens beantragt. Die dritte der geplanten Anlagen, der Solarpark Hohenstein, zwischen Eppingen und Richen, wird von der Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau (BEG) projektiert.

Auf den Bannern wirbt die Genossenschaft um weitere Unterstützer für den 46 Hektar großen Bürgersolarpark. Erste Meilensteine können die Projektierer bereits vermelden: Die ökologischen Untersuchungen sind laut Florian Oess, Vorstandsmitglied in der BEG, abgeschlossen. Wenig überraschend sei dabei die Feldlerche nachgewiesen worden. Mit der Bestellung des Umspannwerks ist ein weiterer Pflock in den Boden gesetzt.

Das Team der Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau hat schon mehrere Photovoltaikprojekte begleitet.  Foto: BEG Kraichgau
Das Team der Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau hat schon mehrere Photovoltaikprojekte begleitet. Foto: BEG Kraichgau  Foto: BEG Kraichgau

Womit die Techniker des Eppinger Bürgersolarparks Neuland betreten

Der Zeitplan ist ambitioniert. Bis Mitte des kommenden Jahres soll die kommunale Bauleitplanung fertig sein und anschließend das Umspannwerk errichtet werden. Bis April will die BEG laut Oess die vollständige Finanzierung klären, Stromverträge verhandeln und erste Bauaufträge vergeben. Mit dem tatsächlichen Baubeginn rechnet Oess ab Sommer 2025.  Ab 2026, so hofft die BEG, soll Strom eingespeist werden.

Mit der Ausrichtung der Module betreten die Projektierer neues Terrain. Um eine möglichst breite Ausnutzung der Sonnenstrahlung über den Tag hinweg zu erzielen, sind zwei Drittel der Anlagenfläche in Ost-West-Richtung geplant, die restlichen wie sonst üblich in Südrichtung. „Wir wollen ja nicht nur den Peak zur Mittagszeit erwischen“, so Oess. Auch bei der Auswahl der Ständer setzt die Genossenschaft auf Nachhaltigkeit. Das von einem deutschen Hersteller entwickelte System kommt mit der Hälfte des sonst für ähnliche Anlagen benötigten Stahls aus. Das Aufständerungssystem sei in dieser Größenordnung in Deutschland einmalig, sagt das Vorstandsmitglied. 

Wie sich Bürger am Solarpark beteiligen können

Wie der Name „Bürgersolarpark“ schon sagt, haben Bürger die Möglichkeit, sich am Vorhaben finanziell zu beteiligen und an späteren Gewinnen zu partizipieren. Anteile an der Genossenschaft können ab 100 Euro erworben werden. „Jeder Anteilseigner erhält nur eine Stimme, egal wie viele Anteile er besitzt“, erläutert Oess den basisdemokratischen Ansatz hinter dem Geschäftsmodell. Die Genossenschaft hat die Zahl ihrer Mitglieder seit 2023 von 600 auf mehr als 800 erhöht.

Bürgersolarpark Eppingen: Neues System der Aufständerung. Spart 50 Prozent Stahl.  Foto: BEG Kraichgau
Bürgersolarpark Eppingen: Neues System der Aufständerung. Spart 50 Prozent Stahl. Foto: BEG Kraichgau  Foto: BEG Kraichgau

Bis Jahresende bietet die BEG ein Nachtragsdarlehen mit zwei Jahren Laufzeit an, das mit komfortablen sechs Prozent verzinst wird. Damit sollen Planung und Projektierung sowie das Umspannwerk finanziert werden. In einer zweiten Zeichnungsrunde soll ab dem kommenden Jahr die  Finanzierung des eigentlichen Solarparks gesichert werden. Diese wird laut Oess längerfristiger und weniger hoch verzinst sein.

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