Pflegeheim-Insolvenz ist für alle belastend: Mitarbeiter, Bewohner, Angehörige
Nach einem Insolvenzantrag des Hüffenhardter Pflegeheims heißt es seitens des Insolvenzverwalters: Pflege und Versorgung sind gesichert. Ein Grund zur Entwarnung ist das aber noch lange nicht, meint unser Autor.

Eine solche Nachricht kann in der Pflege niemand gebrauchen. Insolvenz schafft Unsicherheit. Zum einen für Mitarbeiter, die im Januar keinen Lohn erhielten. Zum anderen für die hochbetagten Bewohner, von denen manche unter fortgeschrittener Demenz leiden. Was sie brauchen, sind vor allem Stabilität und vertraute Abläufe. Jede strukturelle Veränderung wirkt sich unmittelbar auf ihr Wohlbefinden aus. Daher ist es völlig klar, dass auch Angehörige die Situation belastet.
Auf den ersten Blick mögen die Angaben des Insolvenzverwalters beruhigen. Der Betrieb wird fortgeführt, heißt es. Die Pflege und Versorgung der Bewohner seien gesichert. Bis März 2026 wird es Insolvenzgeld geben. Das ist alles wichtig, aber letztlich sind es Standardformulierungen in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.
Das Insolvenzgeld verschafft Zeit, aber es löst keine strukturellen Probleme. Antworten auf die entscheidenden Fragen stehen noch aus. Wird es einen Investor geben, der sich für einen Weiterbetrieb interessiert? Mitarbeiter in der Pflege arbeiten ohnehin am Limit. Jetzt kommen Existenzsorgen und eine Mehrbelastung dazu - bleibt das Personal? Wie attraktiv wird die Einrichtung künftig sein?
Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist selten allein das Ergebnis einzelner Fehlentscheidungen. Insolvenzen in der Pflege nehmen bundesweit zu. Einrichtungen haben mit wachsenden Ausgaben und begrenzten Einnahmemöglichkeiten zu kämpfen. Der Fall in Hüffenhardt reiht sich in diese Entwicklung ein.
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