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Umstrittene Maßnahme

Pappeln am Neckarufer in Lauffen gefällt – „Pilzschäden an den Wurzeln“

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Sieben Jahrzehnte standen die Pappeln an der Lauffener Uferstraße, am Samstag wurden sie gefällt. Im Frühjahr 2026 sollen neue Bäume gepflanzt werden, diesmal wird es eine andere Sorte. 

Am Wochenende sind die acht Pappeln an der Uferstraße in Lauffen gefällt worden.
Am Wochenende sind die acht Pappeln an der Uferstraße in Lauffen gefällt worden.  Foto: Frank-Michael Zahn

An dieses Bild müssen sich die Lauffener erst gewöhnen: Jahrzehntelang zierten meterhohe Pappeln die Uferstraße am Neckar, nun herrscht dort klaffende Leere. Am vergangenen Samstag wurden die acht Bäume gefällt.

Diese Maßnahme hatte der Gemeinderat mehrheitlich Anfang Oktober beschlossen. Gutachten hatten ergeben, dass das Alter und der Zustand der Bäume eine potenzielle Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen. 

Lebensdauer erreicht: Lauffener Pappeln gefährdeten Verkehrssicherheit

Mit rund 70 Jahren hatten die Hybridpappeln ihre Lebensdauer erreicht. Experten diagnostizierten eine „mangelnde Standfestigkeit“ und Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge. Nachdem am Wochenende die Stämme und Wurzeln entfernt wurden, habe sich die Befürchtung bestätigt, erklärt Bürgermeisterin Sarina Pfründer. „Es waren Fäulnis- und Pilzschäden an den Wurzeln“, berichtet sie. Nicht alle Bäume seien gleichermaßen betroffen gewesen, etwa die Hälfte habe sich in gesundem Zustand befunden. Einzelne Exemplare stehen zu lassen, hätte aber keinen Sinn gemacht, betont sie. Ziel sei ein einheitliches Bild an der Flusspromenade. 

Die Stadt plant, alle acht gefällten Bäume durch Neupflanzungen zu ersetzen. Die Baumart war zuletzt noch Gegenstand von Diskussionen. Zur Auswahl standen unter anderem erneut die Hybridpappel, die Schwarzpappel und die Linde. Nun sei die Wahl auf die Schwarzpappel gefallen, gibt Sarina Pfründer an. Mehrere Faktoren waren ausschlaggebend. Unter anderem sei die Lebensdauer höher und reiche bis zu 100 Jahre. Zudem sei die Baumsorte pflegeleicht. Auch die Wuchsart habe eine Rolle gespielt: Die Äste müssten so wachsen, dass Fußgänger und Fahrradfahrer nicht behindert werden. 

Am Wochenende sind die acht Pappeln an der Uferstraße in Lauffen gefällt worden.
Am Wochenende sind die acht Pappeln an der Uferstraße in Lauffen gefällt worden.  Foto: Frank-Michael Zahn

Neue Bäume für Lauffener Neckar – die Wahl fiel auf diese Sorte

Im Winter sei es für die jungen Bäume aber noch zu kalt. „Die werden im Frühjahr gepflanzt“, sagt die Rathauschefin. Die Setzlinge werden bereits eine gewisse Größe erreicht haben, wenn sie in die Erde gesetzt werden. Zudem entwickle sich eine Schwarzpappel recht zügig, nach etwa zehn Jahren sei sie voll ausgewachsen, schätzt Pfründer. Auch das habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt.

„Von unserer Seite haben wir das sehr bedauert.“Sarina Pfründer

Aus der Bevölkerung gab es gemischte Reaktionen auf die Entscheidung, die auch im Gemeinderat selbst für Diskussion sorgte. „Von unserer Seite haben wir das sehr bedauert“, erklärt Sarina Pfründer ebenfalls. Die Gutachten hätten aber bestätigt, dass die Maßnahme nötig ist. Bei einem Sturm hätte die Gefahr bestanden, dass Äste herunterfallen. Außerdem wäre es möglich gewesen, dass die gesunden Wurzeln das kranke Wurzelwerk verdrängen und die Bäume somit instabil werden. Die Pflege und Unterhaltung der Pappeln hätte für die ohnehin zum Sparen angehaltene Stadt unter Umständen teuer werden können. 

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