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Lauffen will acht Bäume an Neckarufer fällen – „mangelhafte Standfestigkeit“

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Ein gewohnter Anblick könnte bald verschwinden. Acht Bäume an der Uferstraße in Lauffen sollen gefällt und neu gepflanzt werden. Die Entscheidung fällt schwer und sorgt auch für Kritik im Gemeinderat.


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Majestätisch ragen die acht Pappeln in der Uferstraße am Neckar in den Himmel. Die Bäume bilden mit der Regiswindiskirche im Hintergrund eine vertraute Kulisse in Lauffen und sind das, was im Sprachgebrauch als stadtbildprägend bezeichnet wird. Doch ihre Tage sind gezählt.

Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass die Bäume gefällt werden. Grund dafür ist ihr schlechter Zustand, mit dem laut Experten die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist. An ihrer Stelle sollen neue Bäume gepflanzt werden.

Acht Bäume an Lauffener Uferstraße sollen gefällt werden – Neuplanzung geplant

Die Lebenserwartung der Baumsorte liege bei 60 bis 80 Jahre. Mit rund 70 Jahren seien die Pappeln daher in ihrer Alterungsphase. Die Baumkontrolle im Februar hätte Hinweise auf eine „mangelhafte Standfestigkeit“ ergeben, heißt es in den Sitzungsunterlagen. Die Äste wiesen Faul- und Hohlstellen auf, die „natürliche Eintrittspforten für holzzersetzende Pilze und Schadfaktoren“ seien. Ähnliches sei an den Wurzeln festzustellen.

„Es gibt keine Garantie für eine Verkehrssicherheit“, sagte Bürgermeisterin Sarina Pfründer bedauernd. Die Zersetzungsphase habe eingesetzt. Damit bestehe die Gefahr, dass Äste auf die Straße herabfallen und Unfälle verursachen. „Man könnte die Bäume natürlich mit viel Aufwand erhalten“, ergänzte Bauamtsleiter Helge Spieth. Aber das könnte teuer werden, und die Haushaltslage ist ohnehin angespannt. „Ich kann es mir aber auch nicht ohne Bäume vorstellen“, betonte Pfründer. Die Verwaltung schlug daher vor, die Bäume zu fällen und neue zu pflanzen. In Frage kämen erneut Pappeln oder Birken, Eschen sowie Linden. Die Rathauschefin sprach sich für Letzteres aus.

„Mehr Mut“: Kritik und Verständnis aus Lauffener Gemeinderat

Den Wunsch unterstützte Jan Reichle (SPD). Linden seien schnellwachsend und könnten so in vergleichsweise kurzer Zeit wieder eine gute Höhe erreichen. Andrea Täschner (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass die Bäume in der Geschichte den Flusslauf markierten, und bat darum, das zu bedenken. „Die Pappeln, die da stehen, haben eine historische Bedeutung.“

Bernd Mittenmayer (FDP) und Christian Seybold (BfL) forderten hingegen „etwas mehr Mut“. Bislang sei kein Ast abgebrochen, gab Mittenmayer zu bedenken. Man könne nicht einfach alle alten Bäume fällen. Pfründer entgegnete, dass man nicht im Griff habe, wann der nächste Sturm kommt. Unterstützung gab es von Dagmar Zoller-Lang (FW): Jetzt wo die Gutachten vorliegen, könne man nicht so tun, als habe man von nichts gewusst. Die Bäume zu fällen sei traurig, aber sinnvoll. Auch Michael Mühlschlegel (FDP) gab zu bedenken, dass die Stadt wirtschaftlich nichts gewinnen würde, die Bäume für viel Geld zu erhalten. Er stimmte zu, dass die Angelegenheit traurig sei, „aber wir sind im öffentlichen Straßenraum“.

Mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde die Fällung mehrheitlich beschlossen. Über die Baumart für die Nachpflanzung wird noch entschieden.

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