Funkloch-Karte zeigt Orte ohne Handy-Empfang in der Region – Mulfingen nicht alleine
In Mulfingen-Eberbach leben viele Menschen ohne Handyempfang – die Gemeinde gilt als Funkloch. Nur wenige gibt es davon noch im Raum Heilbronn und Hohenlohe. Eine Funklochkarte zeigt, wo.

Nicht nur in Mulfingen-Eberbach im Hohenlohekreis müssen Gemeinde und Einwohner mit Funklöchern und teils schlechtem oder gar keinem Handy-Empfang leben. Auch andernorts in der Region gibt es noch kleine Flecken mit sehr schlechter oder keiner Netzabdeckung. Die Funklochkarte der Bundenetzagentur gibt Aufschluss darüber, wo. Man muss allerdings tief in die Karte reinzoomen, damit die Funklöcher angezeigt werden. Kurioserweise sind sie Grün markiert. Rot dagegen bedeutet eine 5G-Abdeckung.
Vorausgesetzt, die Angaben in der Funklochkarte treffen so weit zu, gibt es Funklöcher in den Waldenburger Bergen, bei Wüstenrot und Spiegelberg, zwischen Löwenstein und Beilstein. Auch in der Umgebung von Möckmühl und Schöntal gibt es betroffene Stellen. Betroffen sind meist Stellen im tief ländlichen Raum, oft in Wäldern. Das Fünfmühlental zwischen Bad Rappenau-Zimmerhof und Siegelsbach ist auch so ein Fall.
In der Siegelsbacher Mühle: Fällt das Internet aus, muss man mit dem Handy an die Kreisstraße vorlaufen
Lea Behlau vom Gasthof Siegelsbacher Mühle kennt die Problematik. „Wir haben hier auch keinen Handyempfang“, sagt sie. Ihnen sei aber empfohlen worden, WLAN-Telefonie zu nutzen. Ein Häckchen an der richtigen Stelle setzen, und schon funktioniere das, berichtet Behlau. Falls aber das Internet ausfalle aus irgendwelchen technischen Gründen, dann gehe bei ihnen gar nichts mehr. Auch kein Festnetztelefon. Und auch keine Kartenzahlung im Restaurant.
Um zu telefonieren, laufe sie dann mit dem Handy vor an die Kreisstraße 2037, die Siegelsbach und Haßmersheim-Neckarmühlbach verbindet. Da habe sie dann Handynetz zum Telefonieren. Sie seien zum Glück noch recht nah an der Zivilisation, sagt Behlau und lacht. Es gehe also irgendwie und herausfordernd seien „nur die paar Aussetzer, die man im Jahr so hat“.
Laut Bundesnetzagentur wird der Mobilfunkempfang von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. „Zum Beispiel sind Empfangsprobleme in Häusern und Wohnungen häufig auf die Bausubstanz zurückzuführen“, teilt die Pressestelle der Regulierungsbehörde mit. Das gelte auch in geringerem Maße, wenn der Nutzer sich in einem Fahrzeug befinde. Ebenfalls eine Rolle spiele die lokale Topographie oder Vegetation, die Signale dämpfen könne.
Die Funklochkarte wird laut Bundesnetzagentur über Messpunkte erstellt, die vom Handynutzer gemeldet werden. „Die Ergebnisse werden aggregiert in Form von Rasterzellen dargestellt.“ Die Ergebnisse der Funkloch-App könnten allerdings nur näherungsweise verallgemeinerungsfähige Hinweise zur lokalen Empfangssituation geben. Die Karte werde einmal wöchentlich aktualisiert, heißt es.
Zwischen Planung und Inbetriebnahme von Mobilfunkmasten vergehen laut Vodafone oft mehrere Jahre
Um Funklöcher ganz aus der Welt zu schaffen, hilft nach Angaben von Technikern am besten eines: der weitere Ausbau von Mobilfunkmasten. Vodafone-Sprecher Volker Petendorf weist allerdings darauf hin, dass zwischen ersten Planungen und Inbetriebnahme einer neuen Mobilfunkstation „überall in Deutschland“ oftmals mehrere Jahre vergingen, da sehr viele Schritte gegangen werden müssten - unter anderem die aufwändige Suche nach einem geeigneten Grundstück sowie ein umfangreiches Genehmigungsverfahren. Oftmals beklagen sich auch Anwohner über solche Projekte.
Die Landesregierung unterstützt eigenen Angaben zufolge eine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Baden-Württemberg. Dazu müsse auch die Landesbauordnung angepasst werden, heißt es auf der Webseite des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Kommunen. „Für eine flächendeckende Versorgung mit mobilen Sprach- und Datendiensten müssen in den kommenden Jahren zahlreiche zusätzliche Mobilfunkstandorte errichtet und ein erheblicher Teil vorhandener Standorte aufgerüstet werden.“
Erst kürzlich hatten sich Vodafone-Nutzer in Bad Rappenau über massive Einschränkungen bei der Nutzung des Mobilfunknetzes beklagt. Das Unternehmen teilte mit, es habe an einem Mobilfunkmasten in Bad Rappenau umfangreiche Wartungs- und Modernisierungsarbeiten ausgeführt. Inzwischen sollen die Störungen behoben sein.
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