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Region Heilbronn

Gibt es zu wenig öffentliche Toiletten? Angst vor Vandalismus ist nur ein Grund

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Initiativen beklagen ein zu geringes Angebot an öffentlichen Toiletten. Ein Blick in die Region Heilbronn bestätigt das zum Teil. Grund dafür ist auch Vandalismus, aber nicht nur.

Blick in eine Toilettenanlage.
Blick in eine Toilettenanlage.  Foto: Jens Büttner

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Es gibt nicht genügend öffentliche Toiletten in Deutschland: Das beklagen Initiativen wie "Inkontinenz Selbsthilfe" oder "klo:lektiv". Besonders der ländliche Raum sei unterversorgt, wenn es um das dringende Bedürfnis und das stille Örtchen geht. Wie sieht es in der Region aus?

Wüstenrot zumindest hat öffentliche Toiletten an zentraler Stelle im größten Teilort. Als die Schwäbische Waldhalle abgerissen wurde, wo die Sanitäranlagen etwa während des Dorfplatzfestes genutzt werden konnten, stellte die Gemeinde erst einmal ein Container-Provisorium auf, bis 2019 am Hallen-Standort das evangelische Gemeindehaus fertig gebaut war. Dort richtete die Kommune im Untergeschoss Toiletten, inklusive eines Behinderten-WC für 120.000 Euro ein.

Öffentliche Toiletten im Raum Heilbronn: Probleme mit Müll und Verschmutzung

Anfangs waren diese, so berichtet Johannes Geist vom Bauamt, rund um die Uhr geöffnet. Das führte zu Problemen mit Gruppen, die sich im Flur aufhielten, Müll hinterließen, die Wände beschmierten. Einer der Hausmeister der Gemeinde schloss deshalb fortan morgens auf und abends zu. "Das war zu aufwendig", sagt Geist.

Deshalb wurde ein "astronomisches Schloss" eingebaut, das automatisch bei Dunkelheit den Zugang dicht macht und bei Helligkeit wieder öffnet. Die Toiletten würden auf jeden Fall genutzt, weiß Geist. Wenig Probleme gebe es bei den Toiletten auf den Friedhöfen, die in den Sommermonaten geöffnet sind. Eine Reinigungsfirma ist mit der regelmäßigen Säuberung beauftragt.

Gute Noten für Eppinger Toiletten: Sauberkeit und gute Lage

In der Kernstadt im Parkhaus Wilhelmstraße rund um die Uhr, im Bahnhof, am Busbahnbhof, im Weiherpark am Spielplatz Steinplatz (hier mit Wickelmöglichkeiten) sowie am Elsenzsee hat die Stadt Eppingen öffentliche Sanitäranlagen. "Die Toiletten sind an gut frequentierten Stellen und werden gut angenommen", gibt Pressesprecherin Vanessa Heitz Auskunft. "Gäste schätzen die Sauberkeit und die gute Platzierung wie beispielsweise am Weiherpark", ergänzt sie und berichtet von einer Rückmeldung jüngst von Gästen. Die hoben hervor, dass die Besuchertoiletten aus der Gartenschauzeit untadelig sauber und gepflegt sowie auch samstags geöffnet seien. 

"Vandalismus kommt leider vor", stellt Heitz fest. Bei Beschädigungen würde das Inventar schnell ausgetauscht. Bei Neuinstallationen wird auf den Präventivcharakter geachtet, etwa beim Material oder den Befestigungen. Am Elsenzsee sind städtische Reinigungskräfte fürs Putzen verantwortlich, für die Anlagen Parkhaus, Bahnhofsgelände und Weiherpark ist das eine externe Fachfirma. 

Keine öffentlichen Toiletten in Obersulm: Angst vor Vandalismus

Bis auf die Friedhöfe heißt es in Obersulm Fehlanzeige bei öffentlichen Toiletten. Die WC in den Aussegnungshallen seien jedoch nur bei Beerdigungen zugänglich und wenn das Friedhofspersonal vor Ort arbeitet, gibt Ferdinand Böddinghaus vom Bauamt Auskunft. Immer wieder seien öffentliche Sanitäranlagen ein Thema. Bisher sei es jedoch an den Kosten für die Unterhaltung und die Sorge vor drohendem Vandalismus gescheitert. Das Sportcentrum und der angrenzende Biker-Park wären mögliche Standorte. 

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