Immer mehr Nutrias im Landkreis Heilbronn – „mit weiterer Zunahme ist zu rechnen“
Die Zahl der Nutrias in Baden-Württemberg wird wohl weiter steigen. Die Tiere können Krankheiten übertragen und Schäden anrichten. Im Landkreis Heilbronn kommen sie vor allem in einer Gegend gehäuft vor.
Die Zahl der Nutrias im Landkreis Heilbronn ist in den vergangenen Jahren – wie auch im Rest des Landes – angestiegen, erklärt das Heilbronner Landratsamt in einer Mitteilung.
Die ursprünglich aus Südamerika stammende Art ist auch als „Sumpfbiber“ bekannt. Sie wurde durch den Menschen eingeführt und kommt vermehrt auch wildlebend in Deutschland vor. In Baden-Württemberg sind die Nutrias vor allem im Kraichgau, in der Rheinebene und am Bodensee verbreitet. Die Tiere nagen sich aber auch durch Hohenlohe. „Mit einer weiteren Zunahme des Bestandes ist zu rechnen“, sagt Kai Hagenbruch, Wildtierbeauftragter des Landkreises Heilbronn.
Negativer Einfluss auf heimische Artenvielfalt: Nutrias im Landkreis Heilbronn
Auch wenn Nutrias den heimischen Bibern sehr ähnlich sehen, gibt es doch Unterscheidungsmerkmale. Beispielsweise ist der Schwanz des Nutria rund und fast unbehaart, während er beim Biber breit und platt ist. Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht aber insbesondere in der Auswirkung auf die Umwelt.
Das Nutria ist von der Europäischen Union als invasive gebietsfremde Art eingestuft worden, da es negativen Einfluss auf die heimische Artenvielfalt nimmt. Dies kann sich sowohl durch den Fraß an wertvoller Unterwasser- und Ufervegetation, Muscheln oder auch Wühlschäden an Dämmen, Deichen und unter Straßen äußern, erzählt der Wildtierbeauftragte.
Übertragung von Krankheitserregern: Nutrias in Baden-Württemberg
Es können ebenfalls Krankheitserreger wie Salmonellen oder Streptokokken durch die Tiere übertragen werden. Um dem entgegenzuwirken, hat sich besonders die konsequente Bejagung bewährt, unter anderem mithilfe von Fallen.
Schäden durch Nutrias eindämmen: Nicht füttern und konsequente Bejagung
Die Bemühungen, Schäden durch Nutrias einzudämmen, kann aber jeder unterstützen. „Wichtiger Beitrag ist es, die Tiere nicht zu füttern“, betont Hagenbruch. „Insbesondere in Gebieten mit sonst eher geringem Nahrungsangebot erhöht das Füttern mit Brot oder Gemüseresten nachweislich die Zahl der Tiere und untergräbt so das Bestreben, die Ausbreitung einzudämmen.“
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