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Nicht nur im Kraichgau: Optimale Startbedingungen für Spargel in der Region

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Der Verkauf von Spargel aus dem Kraichgau startet Ende März. Experten erwarten Top-Qualitäten. Zum Preis halten sich die Anbieter noch bedeckt.


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Zehn Tage vor Ostern strecken zwar die ersten Spargelstangen ihre Köpfe aus der Krume, Verkaufsstart ist aber erst Anfang/Mitte kommender Woche. Das geben zwei der frühesten Anbieter in der Region, Kraichgau-Spargel in Ittlingen und Spargelhof Schechter in Kirchardt-Bockschaft, bekannt.

Grünspargel, wie er beispielsweise im Hohenlohischen angebaut wird, lässt einige Wochen länger auf sich warten. Insgesamt rechnet die Branche dank günstiger Wetterkonstellationen mit einer guten Saison. Preislich dürfte der König der Gemüsesorten etwas teurer werden als im Vorjahr.

So birgt die Erntehelferin die edlen Stangen aus dem Damm

Erntehelferin Kasia bewegt das Stechmesser im 90-Grad-Winkel in Richtung Spargelstange. Mit einem geübten Ruck trennt sie auf dem Feld in Ittlingen die emporstrebende Stange vom unterirdischen Spross. Die geernteten Stangen legt die polnische Saisonkraft auf dem Spargeldamm ab. Später landen alle Stangen im Stechkorb. „Wir starten mit dem Verkauf am Dienstag, 31. März, verrät Reiner Keller von Kraichgau-Spargel. Die ersten Stangen hat der Betrieb zwar schon geerntet, die geringe Menge lasse jedoch nur den Eigenverbrauch zu, so der Landwirt.

Erntehelfer Duru sticht die ersten Stangen. Sie werden zunächst auf dem Damm gesammelt, ehe sie auf Eckhard Schechters Hof zu Weiterverarbeitung und Verkauf vorbereitet werden.
Erntehelfer Duru sticht die ersten Stangen. Sie werden zunächst auf dem Damm gesammelt, ehe sie auf Eckhard Schechters Hof zu Weiterverarbeitung und Verkauf vorbereitet werden.  Foto: Mario Berger

Warum der Spargel dieses Jahr besonders gut zu werden verspricht

Ganz ähnlich handhabt es Eckhard Schechter in Bockschaft. Auch er freut sich, dass einzelne Stangen schon ihre Köpfchen zeigen. Dass der Verkaufsstart in dem Kirchardter Betrieb der 1. April ist, sei ausdrücklich kein Scherz, so der Landwirt. Die Qualität verspricht, sehr gut zu werden. „Wir haben aufgrund der winterlichen Fröste eine gute Bodengare“, fachsimpelt Reiner Keller.

Dass es Mitte der Woche nochmals knackig kalt werden soll, fürchtet der Spargelbauer nicht, ganz im Gegenteil. „So bekommt die Pflanze nochmal einen guten Kältereiz.“ Keller erwartet „eine schöne Stange mit geschlossenem Kopf“: genau, wie die Verbraucher es von Spitzensortimenten erwarten. Laut Eckhard Schechter wartet sein Spargel mit „mineralhaltig-gehaltvollem Geschmack“ auf.

Eckhard Schechter vom Spargelhof Schechter.
Eckhard Schechter vom Spargelhof Schechter.  Foto: Mario Berger

Der Spargelpreis 2026 ist noch geheim – womit Kunden jedoch rechnen sollten

Zum Verkaufspreis halten sich die Anbauer bedeckt, zumindest bis die ersten Angebote öffentlich werden. Er werde in den kommenden Tagen das Marktumfeld genau beobachten, verrät Schechter. Eines sei jedoch klar: Weil die Kosten für Energie, Düngemittel und auch der Mindestlohn gestiegen sind, müsse auch der Spargel etwas teurer werden, sagen beide Bauern fast wortgleich.

Skeptisch sind sie allerdings, ob sich die gestiegenen Produktionskosten eins zu eins an die Kunden weiterreichen lassen. „Der Verbraucher spürt den Kostendruck ja auch und ist entsprechend preissensibel“, weiß Schechter.

Die ersten Erntehelfer sind in beiden Kraichgauer Betrieben schon eingetroffen, weitere folgen in diesen Tagen. Erst nach Ostern fahren die Spargelbauern ihre Kapazitäten hoch, mit dann etwa zehn Saisonarbeitskräften je Betrieb.

Darum gibt es noch keinen Grünspargel

Während Weißspargel also die ersten Köpfchen zeigt, hält sich der Grünspargel, wie er etwa im Hohenlohischen angebaut wird, noch einige Wochen bedeckt. Andrea Hoffmann, vom Biobetrieb „Naturhof“ bei Schrozberg, rechnet mit den ersten Stangen „Mitte/Ende April“. Im Gegensatz zu Weißspargel reife der Grünspargel ohne Damm und Folie heran. Er sei daher der Kälte ungeschützt ausgesetzt, erläutert Landwirtin Andrea Hoffmann. „In den kommenden Tagen friert es ja noch“.

Spargelernte beim Spargelhof Schechter.
Spargelernte beim Spargelhof Schechter.  Foto: Mario Berger

Das sind laut dem Anbauverband die Zutaten für den Spargel-Durchbruch

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) rechnet mit einem „Turbo-Start“ für Deutschlands liebstes Gemüse. Dank des trockenen Herbstes und des kalten Winters konnten die Spargelpflanzen demnach viel Energie einlagern.

„Durch den Temperatursprung von kalten Februartagen zu sehr sonnigen und recht warmen Frühlingstagen hat das Edelgemüse nun den Anreiz bekommen, kräftig zu sprießen“, so der Verband. „Die Ostertage werden dann richtig zum Spargelfest, denn Spargelliebhaber werden aus dem Vollen schöpfen können.“ Simon Schumacher, Geschäftsführer und Vorstandssprecher des Verbandes, blickt der Spargelsaison optimistisch entgegen: „Nach unseren Erfahrungen der letzten Jahre wird die Qualität der Spargelstangen unter den Witterungsbedingungen sehr gut sein. Es wird also wieder eine sehr genussvolle Spargelsaison werden.“

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