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Nach Felsabgang in Lauffen: Vorarbeiten für Rathausbrücke verzögern sich

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Der Felsabgang am Neckartalradweg bedeutet nicht nur unerwartete Kosten für die Stadt Lauffen, auch die Vorarbeiten für die neue Rathausbrücke verzögern sich. Währenddessen gehen die Sicherungsmaßnahmen voran.


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Rund zwei Wochen ist es her, dass ein Felsbrocken auf den Neckartalradweg in Lauffen gestürzt ist. Der Stein hatte sich von der steilen Böschung gelöst und war hinuntergestürzt. Verletzt wurde dabei niemand, aber zurück blieb ein großes Loch im Metallzaun der Firma Märker Zement. Der rund 1,40 Meter große Stein ist mittlerweile entfernt. Doch die Auswirkungen des Vorfalls beschäftigen die Stadt Lauffen weiterhin. 

Die Durchfahrt ist bis auf Weiteres gesperrt. Es besteht Lebensgefahr, bis der Abhang fachgerecht gesichert ist. Und nun ist auch klar: Die geplanten Vorarbeiten für den Neubau der Rathausbrücke verzögern sich voraussichtlich bis April. Das erklärt Bauamtsleiter Helge Spieth auf Stimme-Nachfrage.

Lauffener Felsabgang wirkt sich auf Vorarbeiten für Rathausbrücke aus

Für die Stadtverwaltung ist die neue Rathausbrücke eins der großen Projekte in diesem Jahr. Die Gesamtkosten liegen bei 5,3 Millionen Euro. Die Hauptbaumaßnahmen sind für den Herbst geplant, Anfang März sollten die ersten Vorbereitungen starten und circa sechs bis acht Wochen andauern. Darunter fallen etwa Arbeiten an den Leitungen im Rathaushof für die spätere Anbindung der neuen Brücke sowie am Fundament am Städtle, um im eigentlichen Bauprozess Zeit zu sparen. 

Der Neckartalradweg bleibt nach dem Felsabgang gesperrt. Die Sicherungsmaßnahmen laufen. Foto: Archiv/Gerhard Mayer
Der Neckartalradweg bleibt nach dem Felsabgang gesperrt. Die Sicherungsmaßnahmen laufen. Foto: Archiv/Gerhard Mayer  Foto: Gerhard Mayer

Die Baufahrzeuge sollen größtenteils über das Städtle zufahren. Damit alles reibungslos läuft, wird der Mühlberg währenddessen gesperrt und Anwohner über das Zementwerk umgeleitet. Durch den Felsabgang ist das aktuell aber nicht möglich. Es besteht weiterhin eine akute Gefahr vor Felsstürzen im Bereich der Oskar-von-Miller-Straße. „Daher auch die Verschiebung“, erläutert Helge Spieth. Während der späteren Hauptbaumaßnahme ist eine erneute Sperrung des Mühlbergs geplant. Dann soll der gesamte Anwohner- und Baustellenverkehr über das Zementwerk geleitet werden.

Neckartalradweg weiter gesperrt – Sicherungsmaßnahmen laufen

Der Neckartalradweg ist zu diesem Zeitpunkt aber voraussichtlich wieder geöffnet. Die Stadt drängt auf eine schnelle Lösung, da die Fahrradsaison bald startet. Unklar ist bislang die Höhe der unerwarteten Kosten für die Stadt Lauffen, deren Finanzlage angespannt ist. „Die Felssicherung muss von einer Fachfirma ausgeführt werden, wir rechnen mit einem hohen fünfstelligen Betrag“, so Bauamtsleiter Spieth. Die Verwaltung kläre mit dem Land Baden-Württemberg, ob eine Förderung möglich wäre. 

Das geologische Fachbüro untersucht derzeit, welche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind. Der Radweg war im Jahr 2018 für rund drei Millionen Euro eingeweiht worden. Schon damals war die Absicherung der Steilhänge kostenintensiv. Allerdings hätten im Stein weiterhin Auflösungsprozesse stattgefunden, erklärt Manuel Lauterbach von der Firma Geo-International, die nach dem Felsabgang aus Mainz nach Lauffen geeilt war. Der Stein sei weich geworden, ein Brocken hätte sich gelöst und die Sicherung übersprungen. Verhindern können hätte man dies nur schwer, schätzt der Experte. „Man kann in die Erde nicht hineinschauen, auch nicht als Geologe“, sagt Lauterbach. 

Er ist optimistisch, dass die Sicherung in Kürze fertiggestellt sein wird. Bis dahin ist für Fahrradfahrer eine Ausweichroute über das Burgfeld ausgeschildert.

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