Großer Felsbrocken stürzt auf Radweg in Lauffen – Sperrung bleibt vorerst
Ein Steinbrocken ist beim Zementwerk in Lauffen auf den Neckartalradweg gekracht. Ein Geologe kann nach einer ersten Überprüfung weitere Felsstürze nicht ausschließen.
Passiert sein muss es am 11. Februar zwischen 16 und 17 Uhr. Gesehen hat es niemand – glücklicherweise. Ein direkter Einschlag hätte zu lebensgefährlichen Verletzungen führen können. Ein im Durchmesser 1,40 Meter großer Felsbrocken ist unmittelbar am Eingang der Firma Märker Zement in der Oskar-von-Miller-Straße in Lauffen von der steilen Böschung oberhalb des Neckartalradwegs abgegangen.
Auf seinem Weg nach unten hat der Felsbrocken einen Metallzaun und das Werkstor durchschlagen. „Es hat immer mal kleinere Abgänge gegeben. So etwas habe ich aber in mehr als 30 Jahren hier noch nicht erlebt“, sagte Werkleiter Andreas Hauck am Freitagvormittag.
Felsbrocken auf Radweg in Lauffen gekracht – Alternative Strecke über Nordheim
Ein Team um den Diplom-Geologen Manuel Lauterbach von der Firma „Geo-International“ aus Mainz war mit einem Hubwagen gekommen, um den Hang genauer in Augenschein zu nehmen. „Es geht um eine erste Gefahreneinschätzung, ob weitere Steinschläge dieser Größenordnung drohen“, erklärte Bauamtsleiter Helge Spieth. Vorsorglich ist der Radweg durchs Zementwerk zwischen Lauffen und Heilbronn gesperrt worden. „Wir bitten die Radfahrer die Alternativroute über Nordheim zu nutzen“, sagte Spieth.
Nach einer ersten Inaugenscheinnahme kam Lauterbach zu einem ernüchternden Ergebnis: „Um die Stelle herum, an der der Felsbrocken abgegangen ist, könnte sich noch mehr Material lösen. Andere Bereiche sind komplett von Efeu überwuchert. Wie es darunter aussieht, lässt sich nicht sagen.“ Ohne eine neuerliche Begutachtung und gegebenenfalls zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen wird der Radweg nicht freigegeben werden können. Die Sperrung dürfte also mindestens noch mehrere Wochen andauern.
Radweg-Teilstück zwischen Talheim und Lauffen war 2018 eingeweiht worden
Im Jahr 2018 war das 3,5 Kilometer lange Teilstück zwischen Lauffen und Talheim eingeweiht worden. Drei Millionen Euro hatte der Ausbau gekostet, um den Anstieg über Nordheim zu umgehen. Gerade die Absicherung der Steilhänge war kostenintensiv. „Hier im Werk sind die Arbeiten am anspruchsvollsten“, erklärte damals Fabrice Lindemann vom Büro BIT Ingenieure aus Öhringen.
Genau an der Stelle, an der extra eine Spritzbetonwand errichtet wurde, kam es nun zu dem Felssturz. Das Geschoss flog über den Fangzaun hinweg und schlug knapp neben dem unterhalb verlaufenden Radweg ein. „Der Zaun hätte diesen Brocken nicht zurückhalten können“, ist sich Lauterbach sicher. „Er wäre allenfalls gebremst worden und nicht bis auf die andere Straßenseite geflogen, sondern wohl auf dem Radweg liegengeblieben.“
Lauffener Zementwerk muss ebenfalls zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen
Da der Lkw-Verkehr aus und ins Zementwerk nicht eingestellt werden kann, wird auch Werkleiter Hauck zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen müssen. Zusätzlich aufgestellte Betonwürfel waren ein erster Gedanke, der beim Vor-Ort-Termin aufkam. Das zentnerschwere Corpus Delicti wurde jedenfalls noch am Freitag von Mitarbeitern des Lauffener Bauhofs beseitigt.
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