Nach Feuer in Lidl-Parkhaus: Warum gehen Autos plötzlich in Flammen auf?
Am Dienstag stand ein Auto in einem Parkhaus von Lidl in Neckarsulm in Flammen. Warum das Fahrzeug Feuer fing, ist unklar. Wie oft die Feuerwehr zu solchen Einsätzen ausrücken muss.
Die Neckarsulmer Feuerwehr musste am Dienstag zu einem Großeinsatz ausrücken. Der Grund: Ein Auto war in einem Parkhaus, das zur Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland gehört, in Flammen aufgegangen.
Laut Polizei und Feuerwehr ging der Brand von einem älteren Auto mit Verbrennungsmotor aus und wurde vermutlich durch einen technischen Defekt ausgelöst. Das Feuer hat sich anschließend auf andere Fahrzeuge ausgebreitet, die dadurch beschädigt wurden, ebenso wie die Decke des Parkhaus-Geschosses.
Feuer in Lidl-Parkhaus: Feuerwehr-Einsätze wegen Autobrand bleiben konstant
Doch warum geht ein Auto einfach in Flammen auf – und passiert das häufiger? Laut Jürgen Vogt, Sprecher der Heilbronner Berufsfeuerwehr, mussten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr 24 Mal zu Fahrzeugbränden ausrücken.
„Man kann nicht sagen, dass es mehr oder weniger werden“, sagt Vogt. Nur dem Gefühl nach habe es früher mehr solcher Einsätze gegeben. „Es gibt heute fast keine Vergaser-Motoren oder Bastler-Fahrzeuge mehr.“ Diese hätten früher öfter mal gebrannt.
Brennt ein E-Auto oder Verbrenner? Für die Feuerwehr Heilbronn spielt das keine Rolle
Die Feuerwehr Heilbronn erfasst bei der Alarmierung nicht, ob ein E-Auto oder ein Verbrenner in Flammen steht. Der einzige Unterschied sei, dass man bei einem Elektroauto deutlich mehr Wasser zum Löschen braucht, sagt Vogt. „Viel hilft viel, weil man die Batterie kühlen muss.“ Anderes Equipment wie Löschschaum oder eine spezielle Löschdecke, mit denen man ein E-Auto ebenfalls löschen kann, sind bei Einsätzen ohnehin dabei.
Den oft verbreiteten Mythos, dass Elektroautos häufiger brennen würden, könne er nicht bestätigen, sagt Vogt: „Man kann das nicht pauschalisieren.“ Deutlich öfter müssen Verbrenner gelöscht werden. Das ergibt sich schon rein dadurch, dass nur wenige E-Autos auf den Straßen unterwegs sind. Von den 49 Millionen Autos in Deutschland sind 89 Prozent Benziner und Diesel, nur gut 3 Prozent der Autos werden rein batterieelektrisch angetrieben. Der Rest sind Hybride und Erdgasautos.
ADAC-Experte: Schäden und mangelhafte Wartung können Brandrisiko erhöhen
Wenn Verbrenner in Flammen aufgehen, kann das viele Gründe haben, erklärt Raphael Rohrwasser, Technik-Experte beim ADAC Württemberg. Häufige Ursachen seien Sprit- oder Öllecks, durch die brennbare Flüssigkeiten auf heiße Motorteile und Abgaskomponenten tropfen.
„Ebenso spielen elektrische Defekte wie Kurzschlüsse, beschädigte Kabelisolierungen, Marderbisse oder unsachgemäße Nachrüstungen eine Rolle“, sagt Rohrwasser. Dazu kommen Überhitzungen durch kaputte Kühl- und Abgassysteme oder heiße Abgasanlagen und Dieselpartikelfilter.
Laut Statistik sind Fahrzeugbrände sehr selten
Allerdings sind Fahrzeugbrände laut dem ADAC-Experten trotzdem sehr selten. „Gemessen an der großen Zahl zugelassener Fahrzeuge ist das Risiko gering.“ Eine Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft verzeichnet in Deutschland pro Jahr rund 40.000 Fahrzeugbrände, so Raphael Rohrwasser weiter. „Zieht man Kleinstbrände wie Schmorbrände hiervon ab, bleiben circa 15.000 Fahrzeuge übrig, die einem Feuer zum Opfer fallen.“
Wichtiges Detail: Je älter das Auto ist, desto größer wird die Gefahr. „Mit zunehmendem Alter altern Schläuche, Dichtungen und Kabelisolierungen, wodurch das Risiko für Leckagen und elektrische Defekte steigt.“ Zusätzlich erhöht wird das Brandrisiko durch Rost, Materialermüdung oder nicht ausreichende Wartung.
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