Ärger über Lärm und Müll im Stadtpark Neckarsulm – „Ganze Horden junger Menschen“
In den Sommermonaten gab es oft lärmende Gruppen im Stadtpark Neckarsulm. Anwohner beschweren sich über Ruhestörungen, Müll und Fäkalien. Die Stadtverwaltung erklärt: „Das gehört zum Leben im städtischen Raum.“
Marianne Klempp hat unruhige Monate hinter sich. „Im April sind wir in eine der neuen Wohnungen in der Spitalstraße eingezogen.“ Auf dem Gelände des ehemaligen Pflegeheims St. Vinzenz, das weiter hinten neu gebaut worden ist, sind vier neue Wohngebäude entstanden. Die Fläche zwischen den neuen Häusern und der Spitalstraße wird derzeit begrünt und soll den Stadtpark erweitern.
Wohnen im Park in Neckarsulm ist mit viel Lärm verbunden
Das „Wohnen im Park“ lässt Ruhe und einen Blick ins Grüne vermuten. Stattdessen: „Wir sind erheblich gestört in unserer Nachtruhe – und unsere Gesundheit ist schwer geschädigt.“ Marianne Klempp hätte nicht gedacht, dass ihr Altersruhesitz ebenerdig im Stadtpark nachts von „Horden junger Menschen“ heimgesucht wird. „Das sind oft mehrere große Gruppen.“
Direkt vor ihrem Fenster seien mehrere Büsche entfernt worden, sodass der Lärm von den drei Bänken noch besser durchdringe „und die jungen Männer auch noch einen ungestörten Blick auf unser Wohn- und Schlafzimmer haben“.

Neckarsulm: Zur Ruhestörung kommen noch Gestank und Müll
Mit Fotos habe sie die Hinterlassenschaften der Gelage dokumentiert. „Dazu kommt noch der Gestank von der Sauerei, was die an die Bäume und in die Büsche machen.“ Gespräche mit den „jungen Leuten“ haben nichts gebracht. „Wir sind sogar bedroht worden.“ Anrufe bei der Polizei habe nur vorübergehend Wirkung gezeigt. „Wenn die überhaupt gekommen sind, sind die Gruppen nur kurz weg und waren zehn Minuten später wieder da.“
Das Gespräch mit der Stadtverwaltung habe immerhin dazu geführt, dass Streetworker im Stadtpark unterwegs sind, was aber keine große Wirkung gezeigt habe. Auch der Zugang zum Parkhaus beim Hotel und der Platz vor der Bank ist nachts oft frequentiert.
Lärm im Stadtpark: Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig fordert Toleranz
Marianne Klempp hat Oberbürgermeister Steffen Hertwig gebeten, die Bänke direkt vor ihrem Fenster versetzen zu lassen. Dies habe Hertwig abgelehnt mit der Begründung: „Gleichzeitig gehört es zum Leben im städtischen Raum, dass öffentliche Anlagen auch entsprechend genutzt werden – eine gewisse Toleranz ist dabei leider unumgänglich.“
Nun besteht die Befürchtung bei den Bewohnern der insgesamt 75 Wohnungen, dass mit der Erweiterung des Stadtparks weitere Bänke und damit mögliche Treffpunkte für Gruppen entstehen. Klempp: „Zur Zeit ist es ja etwas ruhiger, weil es kalt geworden ist. Aber im Frühjahr geht dann das Gelache und Gejohle vor unserem Schlafzimmerfenster wieder los.“
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