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Mordprozess in Heilbronn
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Schubste Mutter ihr Kind in den Tod? Bizarre Vorwürfe gegen Erzieherin

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Sie soll ihren Sohn aus dem Dachbodenfenster in Bad Friedrichshall gestoßen haben. Nun sitzt die Mutter des getöteten Dreijährigen auf der Anklagebank. Der Prozess wirft viele Fragen auf.


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Der Mordprozess am Landgericht Heilbronn ist in vollem Gange: Eine Mutter soll am 21. Januar dieses Jahres ihren damals dreijährigen Sohn aus dem Fenster des Dachbodens der Familienwohnung in Bad Friedrichshall geworfen haben und anschließend selbst gesprungen sein.

Die Frau, Jahrgang 1979, überlebte den acht Meter hohen Sturz, der Junge erlag seinen schweren Verletzungen. Er wäre nächste Woche vier Jahre alt geworden. Der Vater, Nebenkläger im Prozess, fand seinen schwer verletzten Sohn und seine Frau draußen auf den Kellerstufen.

Mutter soll Sohn aus Dachfenster geworfen haben – Mordprozess in Heilbronn läuft

Seit dem 15. Juli sitzt die Frau auf der Anklagebank. Vor dem Landgericht Heilbronn muss sie sich wegen Mordes verantworten. Noch viele Fragen sind offen. Eine Psychiaterin soll im Laufe der Verhandlung unter anderem klären, ob die Angeklagte psychisch krank ist und dadurch möglicherweise nur vermindert schuldfähig.

Im heutigen Verhandlungstag am Freitag, 22. August, standen Vorwürfe gegen eine Erzieherin im Fokus. Ein Kriminalhauptkommissar berichtete als Zeuge, dass die Mutter Anzeige gegen eine Mitarbeiterin aus dem Kindergarten im Hohenlohekreis erstattet hatte, den ihr Sohn besuchte.

Zeuge über angeklagte Mutter: „Sie lebte in ihrer eigenen Welt“

Sie warf der Frau unter anderem vor, dem Jungen in einer abgedunkelten Hütte „böse Geschichten von nackten Menschen“ vorgelesen oder ihm nach dem Toilettengang den Finger in den Po gesteckt zu haben, anstatt ihn abzuwischen. Auch Kosenamen wie „Großer“ oder „Hubsi“ empfand die Angeklagte dem Zeugen zufolge als bedrohlich. Bei der Vernehmung sei sie in Tränen ausgebrochen und habe gezittert. „Das war, als ob sie in einer eigenen Welt lebte. So etwas habe ich in 15 Jahren noch nie erlebt“, sagte der Kriminalhauptkommissar.

Gegen die Erzieherin wurde zunächst ein Verfahren eingeleitet, das inzwischen eingestellt ist. Sie sei bei der ersten Befragung „aus allen Wolken gefallen“, habe sofort Angaben gemacht und sämtliche Vorwürfe bestritten.

Von Erzieherinnen bis zum ganzen Stadtteil: Mutter machte jede Menge Vorwürfe

Bereits zum Prozessauftakt hatte sich der Vater geäußert. Mehrere Jahre habe die Familie in Katar gelebt, bevor sie sich im Hohenlohekreis niederließ. Dort seien irgendwann Missbrauchsvorwürfe aufgekommen, von denen der Sohn erzählt haben soll – ihm gegenüber habe der Junge aber nie darüber sprechen wollen.

Die Anschuldigungen seiner Frau hätten sich im Laufe der Jahre immer weiter ausgeweitet: zunächst Erzieherinnen, dann Nachbarn, Bekannte, schließlich die Schwiegereltern und sogar der ganze Stadtteil. Die Belastung sei so groß gewesen, dass die Familie nach Bad Friedrichshall zog. Am Ende habe seine Frau sogar ihn selbst verdächtigt, sagte der Mann.

Ein Urteil könnte es bereits am Freitag, 29. August, geben. 

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