Gewalt direkt nach der Geburt: Hohenloherin findet Schutz im Frauenhaus
Spenden der Leserhilfsaktion der Heilbronner Stimme, Menschen in Not, ermöglichen junger Mutter und Tochter neue Perspektiven. Die Situation in der Partnerschaft wurde für die Hohenloherin mit der Zeit unerträglich.

So ins Leben zu starten, verdient niemand: Als die Tochter von Elwina Joppke (Name geändert) zur Welt kommt, sind Mutter und Kind in der kleinen Familie erheblichem Druck ausgesetzt. Wie schon in den Monaten zuvor, als Elwina Joppke schwanger gewesen ist, übt der Partner der Anfang 20-Jährigen erhebliche psychische und soziale Gewalt auf die junge Frau aus.
Der Mann kontrolliert die Hohenloherin streng und isoliert sie vollständig von ihrem Umfeld. Die eigenen vier Wände darf sie nur mit dem Wissen ihres Lebensgefährten verlassen. Einschüchterungen und Manipulationen gehören zum Alltag. Für die Mutter und ihr neu geborenes Kind gibt es kein sicheres Zuhause.
Hohenloherin zieht direkt nach Geburt ins Frauenhaus
Schon kurz nach der Geburt ihrer Tochter wagt Elwina Joppke den Schritt ins Frauen- und Kinderschutzhaus der Mitternachtsmission der Diakonie Heilbronn, um sich und ihrer Tochter eine gewaltfreie Perspektive zu eröffnen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme ins Kinderschutzhaus, befindet sich Elwina Joppke noch im Frühwochenbett – und damit in einer besonders sensiblen und schutzbedürftigen Phase.
Aufgrund der Unterstützung durch Spendengelder des Vereins Menschen in Not der Heilbronner Stimme kann das Team der Mitternachtsmission der Diakonie Heilbronn der jungen Mutter unmittelbar nach ihrer Aufnahme ins Schutzhaus frische Lebensmittel und Hygieneprodukte für Wöchnerinnen zur Verfügung stellen.
Partnerschaftsgewalt ist mehr als lediglich körperliche Angriffe
Gemeinsam mit dem Heilbronner Mitternachtsmissions-Team entwickelt Elwina Joppke eine neue Lebensperspektive. Schließlich gelingt es ihr, gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter übergangsweise bei Verwandten unterzukommen.
Tobias Bothe, Abteilungsleiter der Heilbronner Mitternachtsmission, berichtet: „Diese Geschichte ist leider bei Weitem kein Einzelfall: Partnerschaftsgewalt umfasst weit mehr als lediglich körperliche Übergriffe. Sie ist ein Muster von Handlungen, das auf Macht und Kontrolle abzielt. Neben Schlägen erleben die Betroffenen häufig psychische Gewalt wie beispielsweise Demütigungen, Drohungen, Manipulationen und Einschüchterungen.“
Spenden von Menschen in Not sorgen für Nahrung, Kleidung und Windeln
Im Frauen- und Kinderschutzhaus der Heilbronner Mitternachtsmission finden Frauen und Kinder einen sicheren Rückzugsort, Menschen, die zuhören, sowie Beratung, wie es nach den schlimmen Erfahrungen weitergehen kann.
Auch eine ambulante Begleitung ist Teil des Angebots. Tobias Bothe: „Dank der Aktion Menschen in Not der Heilbronner Stimme ist es möglich, Betroffene nach ihrer Aufnahme mit dem Notwendigsten zu versorgen – darunter Nahrung, Windeln, Hygieneartikel, Fahrkarten, Kleidung und Spielmaterial für die Kinder.“
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare