Timo Wenzel ist neuer Bürgermeister in Cleebronn – Jetzt muss er liefern
Mit fast 60 Prozent wird Timo Wenzel zum neuen Bürgermeister gewählt. Der Heimvorteil hat ihm geholfen – jetzt muss er zeigen, ob er den großen Vertrauensvorschuss rechtfertigt, meint unser Autor.

Cleebronn hat entschieden – und das ziemlich eindeutig. Knapp 60 Prozent für Timo Wenzel bei vier Kandidaten sind kein Zufall. Dieses Ergebnis sagt viel darüber aus, was den Menschen im Ort wichtig ist.
Fachlich waren Timo Wenzel und Eugen Raile die stärksten Bewerber, wie sich bereits im Stimme-Wahlforum gezeigt hat. Beide kennen Verwaltung, Recht und Finanzen sehr gut, beide argumentierten realistisch.
Wenzel gewinnt Bürgermeisterwahl in Cleebronn: 60 Prozent der Stimmen kein Ruhekissen
Hätte man rein nach Aktenlage entschieden, hätte Raile womöglich einen kleinen Vorsprung gehabt: mehr Verwaltungserfahrung direkt vor Ort, tiefere Einblicke in laufende Prozesse. Doch Cleebronn suchte nicht nur einen Verwaltungschef, sondern jemanden, dem man zutraut, den Ort mitzunehmen. Genau hier lag Wenzels Vorteil: Er lebt im Ort, kennt die Menschen, man begegnet ihm im Alltag. Das schafft Nähe – und Vertrauen.
Nun gilt für Timo Wenzel genau das, was er selbst sagt: Er muss liefern. Er hat klar benannt, was er zuerst anpacken will – Bauhof, Schule, Transparenz, Bürgerbeteiligung. Und er hat etwas ausgesprochen, das viele hören wollten: Cleebronn ist für ihn keine Durchgangsstation, sondern Endstation. Das wirkt stark – ist aber auch ein Risiko.
Denn 60 Prozent der Stimmen sind kein Ruhekissen, sondern ein großer Vertrauensvorschuss. Cleebronn wird genau hinschauen. Wenzel muss es gelingen, seinen Ankündigungen sichtbare Taten folgen zu lassen. Wenn ihm das nicht gelingt, dürfte das geschenkte Vertrauen schneller aufgebraucht sein, als ihm lieb ist.
Ihre Meinung? ben.ferdinand@stimme-mediengruppe.de
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Kommentare
Regina Brunner am 03.02.2026 08:47 Uhr
............trotz Nähe und Vertrauen sollte er nicht vergessen, dass er ab Mitte April der Bürgermeister ist. Und nicht der Kumpel und der Nachbar von gegenüber. Denn in seiner Position ist die Besorgnis der Befangenheit strikt zu vermeiden, was Neutralität voraussetzt.