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Geplantes Großprojekt in Ellhofen

Mehr als vier Millionen Euro für die Gemeindehalle

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Für die Gemeindehalle in Ellhofen ist das Sanierungskonzept vorgestellt worden. Stand jetzt kostet die Runderneuerung 4,2 Millionen Euro.

Im Vordergrund die Baustelle der „Neuen Ortsmitte“, dahinter die Gemeindehalle. Sie ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden.
Im Vordergrund die Baustelle der „Neuen Ortsmitte“, dahinter die Gemeindehalle. Sie ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden.  Foto: Ralf Seidel

Noch gibt es keinen Baubeschluss, noch ist alles nur Theorie und die Zuschussfrage ungeklärt. Doch wenn die Dinge ideal und nach Plan laufen, dann wird die Ellhofener Gemeindehalle noch in diesem Herbst zur Baustelle. Von Februar 2027 bis Frühsommer 2028 wäre sie für Vereine nicht nutzbar. Stand jetzt schlägt die Sanierung mit über vier Millionen Euro zu Buche.

Da kommt was auf Ellhofen zu: Die über 40 Jahre alte gute Stube der Gemeinde ist in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Dass Hand angelegt werden muss, ist schon lange bekannt. Vergangenes Jahr fasste sich der Gemeinderat ein Herz und beauftragte das örtliche Architekturbüro S-Projekt und Fachplaner damit, diese Fragen zu beantworten: Was muss alles saniert werden? Was kostet das? Wie könnte der Bauablauf aussehen?

Architekt Georg Weber von S-Projekt präsentierte jetzt im Gemeinderat Ergebnisse. Sein Chef, S-Projekt-Inhaber und Gemeinderat Frank Seiter, rückte als befangen vom Sitzungstisch ab. Bevor Weber loslegte, betonte Bürgermeister Felix Pontow noch einmal: „Es ist eine „Wir-müssen-da-ran-Sanierung, damit die Halle uns erhalten bleibt.“

Weber entschuldigte sich erst einmal, weil in einer vorherigen Übersicht versehentlich die Medientechnik nicht aufgelistet worden war. Sie ist mit rund 320.000 Euro veranschlagt, was die Kosten von ursprünglich knapp vier auf 4,2 Millionen Euro steigen lässt.

Das ist in der Summe enthalten:

  • Hochbau: Dachundichtigkeiten wurden festgestellt. Außerdem seien Maßnahmen an Fenstern und Türen notwendig. Des weiteren müssen diverse bauliche Anlagen erneuert werden, erläuterte Weber: etwa die Trennwandanlage oder der Sonnenschutz. Im Untergeschoss werden „Raumoptimierungen“ empfohlen. Innen und außen sind optische Aufwertungen vorgesehen.
  • Brandschutz: Handlungsbedarf gibt es an Fenster- und Türöffnungen. Aufgeführt ist außerdem eine Brandmeldeanlage.
  • Heizung/Lüftung/Sanitär: Hier ist viel zu tun. Unter anderem müssen laut Weber die Heizkörper erneuert werden, ebenso Frisch- und Abwasserleitungen und die Sanitärbereiche. Die Löschwassereinrichtung muss zurückgebaut werden.
  • Elektrotechnik: Auf der To-do-Liste stehen Elektroleitungen, Brandmeldeanlage/Sicherheitsbeleuchtung/Alarmierung, Blitzschutzanlage und Medientechnik.

Inklusive Nebenkosten kalkuliert S-Projekt die Sanierung mit 4,2 Millionen Euro. Eine enorme Summe für die Kommune, die derzeit nur wenige Meter entfernt das millionenschwere Großprojekt „Neue Ortsmitte“ umsetzt.

Sanierung der Gemeindehalle in Ellhofen: Dringendes macht 85 Prozent aus

„Können wir Dringendes von Wünschenswertem trennen?“, fragte Gemeinderat Rainer Kopf (EllLi) in der Hoffnung, dass das Wünschenswerte ein paar Jahre warten kann, bis die Gemeinde wieder mehr Luft hat. Bürgermeister Pontow schüttelte den Kopf: „Dringendes macht 85 Prozent aus.“ Außerdem: Vieles lasse sich nicht trennen, vor allem wegen des Brandschutzes. Planer Weber ergänzte: Eine längere Sanierungszeit hätte längere Nutzungseinschränkungen zur Folge.

Sanierung der Ellhofener Gemeindehalle: Zuschussantrag ist gestellt

Um die Summe nicht alleine stemmen zu müssen, hat die Verwaltung einen Zuschussantrag beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ gestellt. Die Antwort steht noch aus. Die Zuschusshöhe hängt davon ab, was als förderfähig anerkannt wird. Hauptamtsleiter Steffen Saur will eventuell auch das Land um Hilfe bitten und beim Ausgleichstock anfragen. Eher nichts zu erwarten ist vom Landessanierungsprogramm, obwohl die Halle im Sanierungsgebiet liegt. Aber die Förderung wird fürs Rathaus und für private Maßnahmen benötigt.

Wenn alles wie geplant klappt und auch Fördergeld fließt, wie es soll, sieht der Zeitplan vor, dass mit den ersten Arbeiten noch im Herbst diesen Jahres begonnen wird. Nach der Faschingssaison 2027 der Ellhofener Sulmtalnarren, also im Februar, könnten die Hauptsanierungsarbeiten starten. Sie dauern voraussichtlich bis Mai/Juni 2028. Während dieser Zeit wäre die Halle nicht nutzbar. Wenn alles ideal läuft, soll die Runderneuerung im Juni/Juli 2028 beendet sein.

Einstimmig beschloss der Ellhofener Gemeinderat, die nächsten Schritte zu gehen und Angebote einzuholen, damit das Sanierungsvorhaben planerisch weiter vorangetrieben werden kann.

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