Arbeit für Geflüchtete scheitert im Raum Heilbronn an Angeboten
Der Landkreis Ludwigsburg schafft 300 neue Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete, um Integration und Spracherwerb zu fördern. Die Kommunen im Heilbronner Raum sind allerdings noch skeptisch.
Der Landkreis Ludwigsburg will Geflüchtete in Arbeit bringen. Damit will man „die Integration von Geflüchteten durch sinnstiftende Tätigkeiten fördern und gleichzeitig deren Spracherwerb unterstützen“. Aktuell übernehmen rund 100 Personen Aufgaben wie Putzdienste, Müllentsorgung, Unterstützung bei der Einrichtung von Zimmern oder Dolmetschertätigkeiten.
300 neue Arbeitsgelegenheiten sollen nun mit Unterstützung der Kommunen entstehen. Inwieweit der Einsatz der Geflüchteten dann zwangsweise umgesetzt werde, müsse sich zeigen. Landrat Dietmar Allgaier (CDU) stellte klar: „Wir werden das tun, wenn es nötig ist.“
300 neue Arbeitsplätze für Geflüchtete im Landkreis Ludwigsburg geplant: Als Hausmeister in Sammelunterkünften aktiv
Im Landkreis Heilbronn verweist man darauf, dass es die Möglichkeit, Geflüchtete zu gemeinnütziger Arbeit zu verpflichten, schon seit Jahren gesetzlich gebe. Unterstützung zum Beispiel bei Hausmeistertätigkeiten in den Sammelunterkünften werden jetzt schon umgesetzt.
Landrat Norbert Heuser meint zu dem Vorstoß aus dem Nachbarlandkreis: „Generell gilt: Je schneller Geflüchtete in Arbeit kommen, desto besser ist das für deren Integration. Dies gilt für den Spracherwerb ebenso wie für die sozialen Kontakte. Sinnstiftende Tätigkeiten wie etwa Arbeitsgelegenheiten bringen Struktur in den Tag und fördern den Austausch mit Mitmenschen. Für eine Verpflichtung benötigen wir allerdings eine klare gesetzliche Regelung, sodass damit kein zusätzlicher enormer Verwaltungsaufwand in unseren Leistungsbehörden verbunden ist.“
Kornwestheim zahlt 80 Cent pro Stunde – Heilbronn verzichtet bislang auf ähnliche Pläne
Wie im Landkreis Ludwigsburg, wo die Stadt Kornwestheim Geflüchtete für 80 Cent in der Stunde in Arbeit bringt, mangelt es auch hier in der Region in erster Linie an Angeboten für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeit. Die Stadt Heilbronn hat keine diesbezüglichen Pläne, so Sprecherin Suse Bucher-Pinell.
Stadt Neckarsulm prüft Beteiligung – Umsetzung hängt von Projektverlauf in Kornwestheim ab
In Neckarsulm sieht man in der Beschäftigung von Asylbewerbern grundsätzlich einen wichtigen Beitrag zur Integration. „Die rechtlichen Grundlagen dafür wurden bereits vor Jahren geschaffen“, betont Sprecher Andreas Bracht.
Dem entgegen stehen ein hoher Verwaltungsaufwand, fehlende Einsatzmöglichkeiten und mangelnde Sprachkenntnisse. „Die Stadt Neckarsulm wird beobachten, wie Kornwestheim dieses Praxisprojekt umsetzt. Sollte es sich als erfolgreich erweisen und es in Neckarsulm genügend geflüchtete Personen geben, die zur gemeinnützigen Arbeit verpflichtet werden könnten, wäre ein solches Projekt auch in Neckarsulm grundsätzlich denkbar.“
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