Bahnhof in Lauffen ist endlich barrierefrei
Nach einer langen Bauzeit wurden die beiden Aufzugsanlagen jetzt eingeweiht. Die Kosten sind auf 3,6 Millionen Euro gestiegen.

Nach rund 18-monatiger Bauzeit sind die aufwendigen Baumaßnahmen zum Einbau von zwei Aufzugsanlagen im Bahnhof Lauffen abgeschlossen. Die Bahnsteige und die städtische Unterführung sind nun barrierefrei erreichbar.
Am Freitagnachmittag (30. September) feierten Vertreter der Deutschen Bahn (DB) in einem kleinen Festakt mit Vertretern des Landes Baden-Württemberg, des Landratsamts (LRA) Heilbronn und nicht zuletzt der Stadt Lauffen die Inbetriebnahme der beiden Aufzüge.
"Mit den neuen Aufzügen können jetzt alle mobilitätseingeschränkten Reisenden ihre Reise von und nach Lauffen komfortabel gestalten", sagte Michael Groh bei der Begrüßung auf dem Bahnhofsvorplatz. Seinen Dank für den stufenfreien Ausbau richtete der Leiter des Regionalbereichs Südwest DB-Station & Service AG an Land, LRA und an Stadt Lauffen. Zwar trat die DB als Bauherr der von der Stadt Lauffen geplanten Maßnahme auf, beteiligte sich aber nicht an den Kosten des 3,6 Millionen Euro teuren Projekts.
Bahn beteiligt sich nicht an den Kosten
Für Staatssekretärin Elke Zimmer (MdL) vom Verkehrsministerium bilden Bahnhöfe das Eingangstor zum System Bahn und sind damit ein zentraler Baustein für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). "Daher freue ich mich sehr über den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Lauffen", sagte sie. Dass viele Leute den Begriff Barrierefreiheit nur mit Rollstuhlfahrern in Verbindung bringen, bezeichnete Zimmer als zu kurz gedacht.
Aufzüge seien für die ganze Breite der Gesellschaft, wie beispielsweise ältere Menschen oder Reisende mit vielen Gepäckstücken, zur Verbesserung der Zugänglichkeit erforderlich. "Das ist heute auch ein Baustein, um die Menschen weg vom Auto und hin zum klimafreundlichen Verkehr zu bringen. Der ÖPNV ist ein wichtiger Baustein für moderne Mobilität", erklärte Zimmer. "Es muss deshalb mit dem Ausbau der Infrastruktur weitergehen, heute haben wir aber einen schönen Schritt gemacht", ergänzte sie.
Barrierefreie Verbindung zur Innenstadt
Ihre Aussage, dass Barrierefreiheit nur Tropfen für Tropfen und Stück für Stück entstehen könne, nahm Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger auf, um die immensen Kosten, die beispielsweise höher als bei den Baumaßnahmen am Hölderlinhaus oder in der Realschule liegen, ins rechte Licht zu rücken. "Das war für uns kein Tropfen, sondern ein tiefer Schluck", sagte er.
Zur Frage, warum die Stadt an den bereits 2013 durch den Gemeinderat angeregten Planungen festhielt, erklärte er, dass die Maßnahme ein wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklung darstelle. So sei jetzt nicht nur der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen, sondern auch die barrierefreie Verbindung von der Innenstadt zum Gewerbegebiet Brühl gewährleistet.
Probleme und Kosten
Die lange Bauzeit und die gestiegenen Kosten seien den Problemen geschuldet, die beim Bau des Aufzugschachtes aufgetreten waren, den beengten Verhältnissen im Bestand sowie den Beeinträchtigungen durch den laufenden Betrieb. Die finanzielle Beteiligung des LRA, vor Ort vertreten von Birgit Böhm-Lemcke vom Amt für Mobilität und Nahverkehr, stelle laut Waldenberger keine Selbstverständlichkeit dar. Einen Dank richtete er an Bauamtsleiter Helge Spieth, den er mit dem Titel "Projekt-Tier" adelte. Von der Bahn erwarte er sich noch die Umsetzung der zugesagten Erneuerung aller Oberflächen des Bahnhofdurchganges. "Ich hoffe, dies in meiner Amtszeit noch erleben zu dürfen."
Die bei Baubeginn noch mit 2,8 Millionen Euro veranschlagten Kosten erhöhten sich bis zum Ende auf insgesamt 3,6 Millionen. Nach Abzug der Landesförderung von 800.000 Euro über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) teilen sich Stadt und Landkreis die restlichen 2,85 Millionen Euro. Lauffen erhofft sich durch eine im LGVFG verankerte Härtefallregelung zusätzliche finanzielle Unterstützung durch das Land.
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