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Im Sommer wird im Forstrevier Wildeck der Jungbestand ausgelichtet

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Ein Teppich voller Eichenblätter zeigt, dass die Naturverjüngung im Staatswald klappt. Flächen werden aufgeforstet, auf denen Bäume wegen Borkenkäferbefalls gefällt werden mussten.

Alexander Fichtner in einem Jungbestand, der ausgelichtet wird.
Alexander Fichtner in einem Jungbestand, der ausgelichtet wird.  Foto: Friedrich, Sabine

Der Wald riecht im Sommer nur wenn es regnet, sonst ist er geruchsneutral", meint Alexander Fichtner. Kein Vergleich zu dem frischen Duft im Frühjahr. Niederschläge gibt es in diesem Sommer bislang mehr als Freibadfans und Sonnenanbetern lieb ist. Nach den zahlreichen viel zu trockenen Sommern in den vergangenen knapp 20 Jahren, die deutliche Schäden im Wald hinterließen, ist der Leiter des Forstreviers Wildeck mit der Witterung 2021 zufrieden. Die Bäume leiden aktuell nicht unter Sonnenbrand, strotzen vor Grün, und vor allem die Fichten sind durch den Regen besser gegen den Borkenkäfer gewappnet. In dieser Jahreszeit sind die vier Waldarbeiter mit der Jungbestandspflege beschäftigt.

Schwülwarme Witterung gefällt dem Borkenkäfer nicht

Sie sind gut geschützt in den weißen Wuchshüllen, die 1550 jungen Traubeneichen, die im Distrikt Wildeck im April gepflanzt wurden. Hier standen im vergangenen Jahr noch Fichten. Sie waren vom Borkenkäfer so stark geshädigt, dass sie gefällt werden mussten. Nach dem kalten Frühjahr und der aktuell schwülwarmen Witterung, bei der dem Käfer Pilzbefall droht, geht Fichtner davon aus, dass die durch den Niederschlag gestärkten Bäume weniger vom Schädling befallen werden.

 


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Wuchshüllen sind biologisch abbaubar

Der Johannistrieb, der zweite Blattaustrieb, der jungen Eichen.
Der Johannistrieb, der zweite Blattaustrieb, der jungen Eichen.  Foto: Friedrich, Sabine

Die jungen Eichen gedeihen, sind schon etwa einen halben Meter gewachsen. Hellgrün ist der Johannistrieb, den der Laubbaum quasi als Reserve um den 24. Juni herum ausbilden. "Der Schutz ist unumgänglich", meint Alexander Fichtner zur Umhüllung. Ohne sie würden sich die Rehe an den weichen und saftigen Trieben laben. So wie bei einem zarten Ahorn, auf den Fichtner hinweist. Die Wuchshüllen sind biologisch abbaubar. "Forst BW hat sich auf die Fahnen geschrieben, kein Plastik im Wald zu verwenden", gibt Fichtner das Credo seines Arbeitgebers wieder.

Wildwuchs wird beseitigt

Abgeknabbert: Diesen zarten Ahorn hat sich ein Reh schmecken lassen.
Abgeknabbert: Diesen zarten Ahorn hat sich ein Reh schmecken lassen.  Foto: Friedrich, Sabine

Im Sommer befreien die Waldarbeiter die Neupflanzung vom Wildwuchs der Begleitvegetation, so dass Unkraut und Brombeeren die Eichen nicht ersticken. Auch die Bankette an den Waldwegen, die stark zugewachsen sind, werden einmal im Jahr gemulcht. Für die Jungbestandspflege hat das Personal ein Coaching zur Auffrischung bekommen. Ab 1. Juli, wenn die Vogelbrut vorbei ist, können die acht bis zehn Meter hohen Bäume ausgelichtet werden. "Wir wollen keine Reinbestände", macht Fichtner deutlich. Ziel auf großen Flächen sei eine möglichst hohe Artenvielfalt. Stabile, vitale und hochwertige Bestände sollen erzogen werden.

 


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Nachwuchs durch Samenflug

Der Revierleiter richtet die Aufmerksamkeit auf den Boden, der einem grünen Teppich aus Eichenblättern gleicht. "Die Naturverjüngung ist top", freut er sich über den Austrieb. Der Nachwuchs durch Samenflug habe den Vorteil eines uneingeschränkten Wurzelwachstums. Zudem werden Kosten gespart. Der Idealfall wäre, nichts mehr zu pflanzen. Aber für Mischbestände sei das nicht möglich.

Früchte werden in Netzen aufgefangen

Im Distrikt Grafenhau wurde diese Waldweg grundlegend instand gesetzt. Über den Tümpel, der das Wasser auffängt, freuen sich Amphibien.
Im Distrikt Grafenhau wurde diese Waldweg grundlegend instand gesetzt. Über den Tümpel, der das Wasser auffängt, freuen sich Amphibien.  Foto: Friedrich, Sabine

Fichtner wundert sich, dass fast alle Baumarten trotz des vielen Regens weniger Früchte produzieren. Das hat er mit dem Fernglas beobachtet. Denn zum 1. Juli muss jedes Revier eine Ernteeinschätzung abliefern für die Staatsklenge Nagold. Dieser Landesbetrieb beliefert Forstbehörden und Baumschulen mit hochwertigem und herkunftssicherem Saatgut. Fichtner hat zusammengerechnet auf etwa 30 Hektar Eichen, Buchen, Weißtannen und Douglasien dafür ausgesucht. Sie sind vom Phänotyp, was astfreie Stammlänge oder die Optik betrifft, geeignet. Unter ihnen werden Netze ausgelegt, um die herabfallenden Eicheln, Bucheckern und Zapfen zu sammeln.

Gräben müssen gesäubert werden

Nach jedem Starkregen fahren die Waldarbeiter die Wege ab, um verstopfte Gräben und Dolen zu säubern. Im Distrikt Grafenhau haben sie einen Waldweg grunderneuert und zwei Tümpel für das ablaufende Wasser angelegt, über die sich die Amphibien freuen. "Waldwege sind unsere Visitenkarte", betont Fichtner. Deshalb sollen sie für die Erholungssuchenden gepflegt aussehen.

 

Daten & Fakten

1600 Hektar umfasst das Forstrevier Wildeck mit dem Staatswald auf den Gemarkungen Wüstenrot, Obersulm, Löwenstein, Abstatt, Beilstein, Untergruppenbach und zum Teil Heilbronn. Der Jahreshiebsatz beträgt rund 10.000 Festmeter.

Revierleiter Alexander Fichtner hat bereits alle Bäume für den Einschlag ab September, den vier Waldarbeiter erledigen werden, markiert. Für die Instandhaltung von Waldwegen werden 2021 rund 20.000 Euro ausgegeben.

 
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