Ein halbes Jahr nach der Eröffnung: Beschicker der Markthalle Obersulm sind zufrieden
Eine erste Bilanz der neuen Einkaufsmöglichkeit mit regionalen Produkten fällt positiv aus. Metzgermeister Friedrich Hack: Stammkunden muss man sich erarbeiten.

"Für die Zeit sind wir sehr zufrieden", sagt Diana Kurz. Schließlich ist die Obersulmer Markthalle an der B39 in der Löwensteiner Straße erst seit einem halben Jahr in Betrieb. Auch andere der fünf Beschicker können nicht klagen, wie ihr Geschäft in der ehemaligen WG in Willsbach angelaufen ist.
Wie kommt die Gastronomie an?
"Das Frühstücksbüfett wird richtig gut angenommen", freut sich Kurz vom Familienbetrieb Café und Wein in Sontheim, der mit der Gastronomie in der Markthalle ein zusätzliches Standbein hat. Mütter und junge Familien, die einen freien Tag hätten und sich was gönnen wollten, gehörten morgens bereits zu den Gästen. Den restlichen Tag über kehrten auch Urlauber und Dauercamper vom Breitenauer See ein. Von ihnen und Ausflüglern erhofft sich Kurz einen Schub fürs Bistro, wenn am See wieder Badebetrieb zugelassen ist.
"Ich finde es sehr angenehm hier", sagt Anna Maria Olesch, die zum zweiten Mal in der Markthalle frühstückt. Das Büfett gefällt ihr besonders. "Das gibt ein leichtes Urlaubsfeeling", meint die Sülzbacherin, die sich hier mit Freunden trifft. Sehr ruhig sei es auf der Terrasse, trotz des Verkehrs auf der B39, meint Carsta Bause aus Weinsberg, die zum ersten Mal hier einkehrt. "Es gibt in der Gegend nicht so viel zum Frühstücken", meint Oleschs Lebensagefährte Egon Liehr.
Hausgemachtes wird serviert
"Das Angebot muss sich rumsprechen", weiß Kurz. Deshalb benötige man eine gewisse Zeit, bis man etabliert sei. "Wir kriegen ganz viel Feedback für die Regionalität", berichtet sie weiter. Was in Sontheim hausgemacht wird, kommt in Willsbach auf den Tisch. Die Brotwaren haben einen kurzen Transportweg, ordert das Bistro sie doch von der Brotmanufaktur 280 Grad, der Bäckerei in der Markthalle. "Wir stellen peu à peu um und werden auch Waren vom Metzger beziehen", sagt Kurz.
Es braucht seine Zeit
Das ist die Hofmetzgerei Friedrich Hack aus Lindelberg. "Wir haben steigende Umsätze", gibt der Metzgermeister und Fleischsommelier zur Auskunft. Wie Kurz zeigt auch Hack die Erfahrung, dass es seine Zeit benötigt, bis die neue Verkaufsstelle Stammkunden gewonnen hat. "Die musst du dir erarbeiten mit Vertrauen und Beratung", betont Hack, und das Preis-Leistungsverhältnis müsse stimmen. "Wir sind ein Handwerksbetrieb, und das verkörpern wir auch."
Augenmerk liegt auf Regionalität
Handwerk statt industrielle Produktion, das gilt auch für die Brotmanufaktur 280 Grad. Geschäftsführer Mike Baumeister macht auch den Sauerteig selbst, benutzt unbehandeltes Mehl und bezieht das Getreide aus der Region. Damit erfüllt der Bäckermeister die Kriterien, mit der die Markthalle angetreten ist, wie Herbert Röger vom Investor Rewied in Ilsfeld, bei der Eröffnung im Februar herausstellte: Regionalität, Frische, kurze Transportwege und Nachhaltigkeit.
Man habe schon viele Stammkunden, berichtet Baumeister. Einige seien sogar ins Stammhaus nach Heilbronn gekommen, als in Willsbach zwei Wochen Ferien waren. Da konnten sie die Produktion in der gläsernen Backstube live verfolgen.
Reagieren Kunden schon auf Inflation?
Angesichts der Inflation herrschten schwierige Zeiten, meint Baumeister. "Wir kämpfen und geben Gas", lautet seine Devise. "Keine Ahnung, was auf uns zukommt", meint Hack zu diesem Thema. Im Moment spüre er noch keine Kaufzurückhaltung. "Die Resonanz ist sehr gut", sagt Michael Gibler von MO Lifestyle, das neben seinem Online-Shop in Willsbach ein stationäres Standbein mit Möbeln für (Winter-)Gärten hat. "Die Wertigkeit der Produkte kommt gut an", fährtMichael Gibler fort.
Personal gesucht
In der Markthalle wurden Arbeitsplätze geschaffen. Fünf Voll- und Teilzeitstellen sind es beim Metzger. Dieser sucht als Ersatz für einen Weggang eine neue Kraft. "Wir sind personell gut aufgestellt", gibt Baumeister zur Auskunft. Die Gastronomie kämpft landauf landab mit Personalmangel. Es fehle an Bedienungen, sagt Diana Kurz. Zudem ist sie auf der Suche nach einem Koch. Keiner sei mehr bereit, am Samstag und Sonntag zu arbeiten, kommt sie auf die Rahmenbedingungen zu sprechen, die es der Branche schwer machen, Arbeitskräfte zu finden.
Was investiert wurde
Der Projektentwickler Rewied aus Ilsfeld hat die ehemalige Weingärtnergenossenschaft in Willsbach am Ortsausgang Richtung Löwenstein umgebaut. Nach Angaben von Geschäftsführer Herbert Röger wurden in die Obersulmer Markthalle, die elf Mietwohnungen im rechten Flügel des Gebäudekomplexes sowie n die rund 50 Parkplätze etwa 4,5 Millionen Euro investiert. Die Eröffnung der Markthalle wurde im Februar gefeiert.
Die Hofmetzgerei Hack, die Brotmanufaktur 280 Grad, der Hofladen die "Marktlücke - Genuss und Schönes" mit Lebensmitteln sowie MO Lifestyle bieten hier ihre Produkte an. Dazu kommt die Gastronomie.
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