Der Talheimer Naturkindergarten kann starten

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Der Bauwagen ist auf der Wiese in der "Hänfe" aufgestellt und eingeräumt. Am Montag kommen die ersten Kinder. Das Landratsamt erteilte dem favorisierten Standort und danach der Alternative eine Absage.

Einrichtungsleiterin Vanessa Fortwingel (l.) und Erzieherin Lou Zeller räumen den Bauwagen ein. Fürs Foto gesellt sich Bürgermeister Rainer Gräßle dazu.
Foto: Friedrich
Einrichtungsleiterin Vanessa Fortwingel (l.) und Erzieherin Lou Zeller räumen den Bauwagen ein. Fürs Foto gesellt sich Bürgermeister Rainer Gräßle dazu. Foto: Friedrich  Foto: Friedrich, Sabine

In das Blöken der Schafe wird sich bald fröhlicher Kinderlärm mischen. Oberhalb der Weide in der "Hänfe" ziehen am kommenden Montag die ersten sechs Mädchen und Buben in den Talheimer Naturkindergarten ein. Am Donnerstag haben Einrichtungsleiterin Vanessa Fortwingel und Erzieherin Lou Zeller begonnen, den Bauwagen einzurichten. Endlich kann es losgehen, wenn auch mit sechswöchiger Verspätung. Denn die Standortwahl gestaltete sich schwierig.

Natur pur: Kein Wasser- und Stromanschluss

Rote Schubkarren, grüne Eimer, Besen und Schaufeln werden in die Schränke eingeräumt. Die Gartengeräte in Mini-Ausführung werden wohl wieder schnell ausgepackt, denn der Erdhaufen hinter dem Bauwagen bietet sich als Spielplatz an. Für die Unterkunft ist ein Stück der Wiese zum Plateau abgeschoben und eingeschottert worden. Die Schreinerei aus Bayern, die das Innenleben mit Schränken, Regalen, Tischen, Klappbänken und Küchenzeile eingebaut hat, hat die überdachte Terrasse montiert. Fließendes Wasser und Strom gibt es nicht, im Winter heizt ein Holzofen - mit Backofen und Herdplatte versehen. "Das passt schon", sagt Zeller. Wasser kann mit dem Bollerwagen in den Garagen beim Rasensportplatz geholt werden. Dort nutzt das Personal auch das WC. Der Bauhof stellt am Donnerstag die Öko-Toiletten für die Kinder auf.


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Fortwingel und Zeller platzieren die hölzerne Umrahmung für den Kompost. Am Bauwagen lehnen Weiden in Wasser. "Damit kann ein Weidentunnel oder ein Tipi gebaut werden, je nachdem, was die Kinder wollen", sagt Fortwingel. Das Team, zu dem noch Heike Baier gehört, hat viele Ideen, will einen Garten für Gemüse anlegen und eine Slackline zwischen Bäumen spannen.

Auch ein Wald fehlt

"Das Schöne an diesem Standort ist, dass die ganze Fläche bis zur Schozach im Eigentum der Gemeinde ist", sagt Bürgermeister Rainer Gräßle. Dennoch trauert er dem Favoriten bei der Mineralquelle etwas nach, wo Strom, Wasser, Kanal und Wald vorhanden sind. Auch Letzterer fehlt in der Hänfe, die Anfahrt über die B 27 mit Querung des Rad- und Wanderwegs ist ebenfalls nicht so ideal. "Der Radius der Kinder ist durch die Straße ein Stück weit eingegrenzt", meint Gräßle.

Kritik am Landratsamt

Allerdings fällt die Anschubfinanzierung in der "Hänfe" mit 125 000 Euro, wie der Bürgermeister grob schätzt, deutlich niedriger aus. Für den Standort in der Soultzmatter Straße waren 200 000 Euro veranschlagt. Gräßle verschweigt nicht, wie unzufrieden er ist, dass das Landratsamt die Mineralquelle und die Alternative beim Tauchsteinsee aus naturschutzrechtlichen und forstlichen Gründen ablehnte. Wenn man immer danach gehe, was kritisch betrachtet werde, ließe sich nichts mehr verändern. Dann hätte Talheim auch keinen Rasenplatz in der "Hänfe" und keinen Golfplatz auf dem Talheimer Hof, meint er.

Vorfreude beim Team

"Wir können damit leben", sagt Gräßle zu der nunmehr realisierten Lösung, die auf Zustimmung des Landratsamts stieß. "Auf alle Fälle", ist Zeller überzeugt, die ein Praxissemester in einem Waldkindergarten absolvierte. Die Vorfreude bei ihr und der Einrichtungsleiterin jedenfalls ist groß. Ein Naturkindergarten biete viele Möglichkeiten, die Neugier der Kinder zu wecken und zu fördern. In der Natur gebe es für jede Entwicklungsstufe passende Herausforderungen.

Mit dem Naturkindergarten mit 20 Plätze und verlängerten Öffnungszeiten, ist laut Gräßle der Bedarf bei den Drei- bis Sechsjährigen erst einmal gedeckt.


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