Bürgermeisterwahl Beilstein: Kandidatin Barbara Schoenfeld im Porträt
Barbara Schoenfeld, die Leiterin des Staatlichen Schulamts Frankfurt, möchte Nachfolgerin von Patrick Holl in Beilstein werden. Die Förderung junger Familien ist einer der Punkte, die auf ihrer Agenda stehen, sollte sie gewinnen. Gewählt wird am 14. März.

"Ein Kind, das sich in der Schule das Knie aufschlägt, geht damit zu seiner Klassenlehrerin oder zu seinem Klassenlehrer, nicht zu mir, der Schulamtsleiterin", sagt Barbara Schoenfeld, die als Bürgermeisterin in Beilstein kandidiert. Bei aller Begeisterung für ihren aktuellen Beruf sei dies ein Aspekt, den sie etwas bedauere.
"Ich wünsche mir den direkten Kontakt mit den Menschen"
"Die Gestaltungsmöglichkeiten sind in dieser Position leider eingeschränkt, ich wünsche mir den direkten Kontakt mit den Menschen und den Themen, die sie bewegen." Diese Chance biete das Bürgermeisteramt und sei einer der Gründe, warum sie sich dafür beworben habe, sagt Schoenfeld.
Auf den ersten Blick in Beilstein verliebt
Vor der Abgabe ihrer Bewerbungsunterlagen hat sie sich mit ihrem Mann die Langhansstadt angeschaut und sich "auf den ersten Blick verliebt". Beilstein habe sehr viele Gemeinsamkeiten mit Schönau im Rhein-Neckar-Kreis, wo die gebürtige Niedersächsin viele Jahre lebte. Lage und Größe sowie die Struktur mit mehreren Teilorten seien einige der Parallelen. Wie Beilstein habe auch die Gemeinde im Odenwald vor dem Problem gestanden, die Belastung des Ortskerns durch Verkehr und Lärm in den Griff zu bekommen. In Schönau war Schoenfeld Vorstandsmitglied der dortigen CDU.
Schoenfeld wohnt in Gernsheim und pendelt zu ihrer Arbeitsstätte im Staatlichen Schulamt in Frankfurt. Für die Zeit ihrer Kandidatur hat die 60-Jährige eine Wohnung in Oberstenfeld gemietet, um so oft wie möglich in Beilstein sein zu können. Durch ihren Werdegang sieht sich die Mutter zweier erwachsener Kinder für das Bürgermeisteramt gerüstet.
Mehrere Jahre im Bankwesen tätig
Nach einem Lehramtsstudium in Biologie, Chemie und Sport in Hannover absolvierte sie eine Lehre als Bankkauffrau und war mehrere Jahre in der Branche tätig, ehe sie in den Schuldienst eintrat. Von der Stelle an einer katholischen Schule im Bistum Hildesheim führte Schoenfeld der Weg über einen längeren Auslandsaufenthalt an ein Gymnasium in Heidelberg und schließlich als Schulleiterin ins südhessische Michelstadt. Dort ereilte sie eine Abordnung ins hessische Kultusministerium, wo sie für die rund 1800 allgemeinbildenden Schulen zuständig war.
Verantwortlich für 18 Schulen
"Aus dieser Zeit weiß ich sehr gut, wie ein Ministerium tickt", sagt Schoenfeld. Als Schulamtsleiterin ist sie für die Führung von 18 Haupt- und Realschulen mit mehr als 700 Stellen verantwortlich. In ihrer Funktion als Schulsporträtin leitete sie die Organisation des Finaltages zum 50-jährigen Bestehen von "Jugend trainiert für Olympia" 2020 in Frankfurt, die wegen der Corona-Pandemie jedoch ausfallen musste.
Neben der Verwaltungs- und Führungserfahrung komme ihr für das Bürgermeisteramt zupass, dass sie "als Bankkauffrau den Umgang mit Geld gelernt" habe, sagt Schoenfeld. Durch kluge Kosteneinsparungen, etwa durch interkommunale Zusammenarbeit und das Nutzen von Fördermitteln, gelte es, den städtischen Haushalt weiter zu konsolidieren und somit "perspektivisch auf eine schwarze Null zu kommen, ohne dabei die Beilsteiner zu sehr einzuschränken". Verbesserungspotenzial sieht sie bei der Versorgung sowie Angeboten für Senioren und bei der Unterstützung junger Familien durch mehr Flexibilität bei der Kinderbetreuung.

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