Birgit Hannemann wird Bürgermeisterin von Weinsberg
Mit 52,42 Prozent gewinnt Birgit Hannemann die Bürgermeisterwahl in Weinsberg. Sie erhält 2.398 Stimmen. Dagegen ist der zweitplatzierte Tobias Kniel abgeschlagen. Die Wahlbeteiligung liegt bei 47,5 Prozent.

Weinsberg hat entschieden und Birgit Hannemann zur neuen Bürgermeisterin für die nächsten 8 Jahre gewählt. 52,42 Prozent der Stimmen entfielen auf die -44Jährige, das entspricht 2.398 Stimmen. 29,68 Prozent der Weinsberger wählten den zweitplatzierten Tobias Kniel, das sind 1.358 Stimmen. Gülen Grombach erhält 12,31 Prozent (563 Stimmen), Torsten Clauß 3,08 Prozent (141 Stimmen), Daniel Kollmus wird Letzter mit 2,30 Prozent (105 Stimmen). Die Wahlbeteiligung liegt bei 47,5 Prozent. Es wird keine Stichwahl geben.
Die Neugier, wer wohl das Rennen macht, um die Weibertreustadt mit ihren 13.500 Einwohnern durch die nächsten acht Jahre zu führen, ist groß. Auch einige Bürgermeister aus der Umgebung sind ins Weinsberger Rathaus gekommen, um das Ergebnis aus erster Hand zu erfahren.
Bürgermeisterwahl Weinsberg: Spekulationen im Vorfeld
In den vergangenen Wochen war in Weinsberg und den Teilorten Gellmersbach, Grantschen und Wimmental viel darüber spekuliert worden, ob die Wahl gleich auf Anhieb entschieden wird. Viele hatten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Birgit Hannemann und Tobias Kniel getippt. Die frühere Bürgermeisterin von Erdmannhausen im Landkreis Ludwigsburg, die in Untergruppenbach-Donnbronn aufgewachsen ist, gab ihre Bewerbungsunterlagen recht spät ab und erst, nachdem ihr der Gemeinderat fraktionsübergreifend die Hand entgegengestreckt hatte. Hannemann hatte 2020 auf eine zweite Kandidatur in Erdmannhausen mit der Begründung verzichtet, ihre drei Kinder vor zu viel Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit schützen zu wollen. Die inzwischen geschiedene 44-jährige Geschäftsführerin des Verbandes „Zukunft Familie“ ist CDU-Mitglied, trat aber parteiunabhängig an.
Tobias Kniel (39), der die Geschäfte des Naherholungszweckverbandes Breitenauer See und zweier weiterer Zweckverbände führt, wagte sich im Gegensatz zu seiner Kontrahentin sehr früh aus der Deckung. Der Verwaltungsfachmann, der mit seiner Verlobten in Bretzfeld-Schwabbach wohnt, war schon als Kandidat unterwegs, da war die Bewerbungsfrist noch gar nicht angelaufen.
Manche Beobachter sahen im Vorfeld neben diesen beiden auch Gülen Grombach im Rennen. Die 35-jährige Referentin im Leitungsstab der IT-Landesoberbehörde versuchte, sich als Weinsbergerin den Heimvorteil zunutze zu machen.
Keine Chancen für diese Bewerber
Für den Gemeinderverwaltungsverband „Raum Weinsberg“ arbeitet Vollzugsbediensteter Torsten Clauß (50) aus Eberstadt-Hölzern, der aber am Sonntag genauso chancenlos ist wie Daniel Kollmus (46). Der Elektrotechniker, ebenfalls aus Weinsberg, kandidierte für die Satirepartei „Die Partei“.
Spannung am Ende
Dem Wahlsonntag war eine unaufgeregte Wahlkampfzeit ohne polarisierende Themen vorausgegangen. Erst am Ende wurde die Spannung greifbar. Diese Bürgermeisterwahl ist aus dem üblichen Acht-Jahres-Rhythmus ausgeschert: Die Weinsberger waren an die Urnen gerufen, weil das Verwaltungsgericht in Stuttgart die Wahl 2020 für ungültig erklärt und der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim dieses Urteil bestätigt hatte. Außerdem hatte Stefan Thoma (64) im Sommer verkündet, dass er aus gesundheitlichen Gründen zum 1. Januar 2024 nach knapp 20 Jahren als Bürgermeister vorzeitig in den Ruhestand geht.
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