Volksbank Möckmühl schließt drei Geschäftsstellen
Die Geschäfte des Bankhauses laufen gut, dennoch trennen sich die Möckmühler von drei Außenstellen. Das kommt auf Cleversulzbach, Degmarn und Lampoldshausen zu.

Die Volksbank Möckmühl blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Wichtige Kennzahlen gingen nach oben, im laufenden Jahr sieht es nach den ersten Monaten auch gut aus. Befürchtungen treten nicht ein. Dennoch trennt sich die Volksbank Mitte des Jahres von den drei Geschäftsstellen in Cleversulzbach, Degmarn und Lampoldshausen.
Die Kunden ändern ihr Verhalten
Nicht die Volksbank habe sich zu diesem Schritt entschieden, vielmehr hätten die Kunden mit ihrem veränderten Nutzungsverhalten zu diesem Schritt geführt, sagt Alexander Britsch, der mit Thomas Reuter im Vorstand das Geldhaus führt. Die kleineren Standorte hätten auch keinen Geldautomaten mehr, sie hätten an wenigen Stunden pro Woche geöffnet. Die Kunden bleiben trotz Schließung nicht auf sich allein gestellt: Wer beispielsweise nicht mehr mobil ist, bekomme von der Bank Geld nach Hause geliefert. Auch bei den Kunden zu Hause könne beraten werden, betont Alexander Britsch.
So lief das Geschäftsjahr 2022
Unterdessen liegt hinter dem Bankhaus ein Jahr mit einem "erfreulichen Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit", wie Alexander Britsch auf einer Präsentation notiert. Die Zahlen hat das Bankhaus seinen Mitgliedern bereits präsentiert. Im laufenden Jahr sieht es ebenfalls gut aus.
Als sich die Verantwortlichen der Volksbank vor Monaten mit den Erwartungen für 2023 beschäftigt hatten, seien sie von einem "niedrigen Wachstum" ausgegangen. Auch die Folgen einer Rezession seien berücksichtigt worden. Das erste Quartal ist rum, und das bewege sich beim Wachstum auf Vorjahresniveau, sagt Alexander Britsch. "Die Rezession ist ausgeblieben."
Das abgelaufene Geschäftsjahr hat sich laut Vorstandsmitglied in einem "anspruchsvollen Umfeld" bewegt. Die europäische Zentralbank habe die Zinsen zu schnell angehoben, sagt er. Die Bank hatte mit dem schlimmsten gerechnet, auch Risiken kurzfristig mit Zahlen hinterlegt. Davon seien aber keine in Anspruch genommen worden. Im abgelaufenen Jahr seien die betreuten Kundenkredite um 65 Millionen Euro auf fast 830 Millionen Euro gestiegen. "Trotz Tilgung wachsen wir", betont er und ergänzt: Kontinuierlich. Die Hälfte der Kredite hätten Firmen in Anspruch genommen, hinter der anderen stünden Investoren und Privatkunden. Alexander Britsch spricht vom "klassischen Immobilienkredit".
Die Kunden bekennen sich zur Genossenschaftsbank

Die Kunden wüssten die Volksbank zu schätzen. Das unterstreicht das Vorstandsmitglied mit dem Blick auf die Dividende. Mitglieder bekommen in diesem Jahr zwei Prozent auf ihre Anteile, was sich auf insgesamt fast 300.000 Euro addiert. Aber: Wer als Mitglied noch weitere Dienstleistungen der Bank in Anspruch nimmt, erhält einen Mitgliederbonus. Diese Summe liegt wieder deutlich über der eigentlichen Dividendenauszahlung. Für Alexander Britsch ist das ein Beleg dafür, dass Kunden vor Ort der Volksbank vertrauen. Das zeige auch eine langfristige Betrachtung: Die Volksbank wächst, allein beim betreuten Kundenvolumen seit 2018 um 30 Prozent. Damals fusionierte das Möckmühler Bankhaus mit dem Neudenauer, erinnert Alexander Britsch.
Die Volksbank Möckmühl ist weiterhin präsent in Roigheim, im Jagsttal zwischen Jagsthausen und Herbolzheim sowie im Kochertal zwischen Kochersteinsfeld und Stein. Der Fokus, sagt Alexander Britsch, liege auf der Region. Das mache den Erfolg aus. "Wir sind dort aktiv, wo man uns kennt." Einen Teil des Erfolgs gibt die Volksbank auch in Form von Spenden zurück: Im vergangenen Jahr flossen so über 110.000 Euro zurück in die Region, mit etwas über 36.000 Euro seien Projekte der Jugendarbeit bezuschusst worden.


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