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Mit Hula-Hoop durch die Pandemie

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Timo Hanselmann aus Lampoldshausen gibt den Spaß am Hullern bei Fitnesskursen weiter. Der Trendsport ist etwas für jede Altersgruppe, für Männer und für Frauen.

Timo Hanselmann hat während der Pandemie mit Hula-Hoop begonnen und ist inzwischen zertifizierter Trainer. Beim SV Lampoldshausen bietet er regelmäßig Kurse an und leitet eine Grundschul-AG. Foto: Nico Kurth
Timo Hanselmann hat während der Pandemie mit Hula-Hoop begonnen und ist inzwischen zertifizierter Trainer. Beim SV Lampoldshausen bietet er regelmäßig Kurse an und leitet eine Grundschul-AG. Foto: Nico Kurth  Foto: NICO KURTH

Hula-Hoop ist nur etwas für Kinder? Weit gefehlt! Seit Beginn der Pandemie sind in vielen Wohnungen in der Region bunte, meist mit Schaumstoff ummantelte Reifen für Erwachsene eingezogen. Das Hullern ist bis heute ein Riesentrend - vor allem bei Frauen. Dass der Sport aber auch etwas für männliche Hüften ist, beweist Timo Hanselmann aus Lampoldshausen.

Der 32-Jährige hat in der Corona-Zeit eine Reportage im Fernsehen gesehen und sofort einen Reifen bestellt. Erst hullerte nur seine Frau, "dann hat mich der Ehrgeiz gepackt", berichtet er. Heute gibt er Hula-Hoop-Fitnesskurse beim SV Lampoldshausen.

Videos bei Instagram hochgeladen

Anfangs trainierte Timo Hanselmann nur für sich. "Es hat auch nicht sofort geklappt", erzählt der Vater zweier Söhne. Ein paar Wochen seien vergangen, bis er richtig fit im Hullern war. Dann machte es ihm aber so viel Spaß, dass er Videos von seinem Training bei Instagram hochlud. Auf seinem Account erreichten ihn viele Fragen.


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Um alles noch besser erklären zu können, bildete sich Timo Hanselmann fort. Er ist inzwischen zertifizierter Hula-Hoop-Fitnesstrainer. Wie so oft war er auch bei dieser Online-Ausbildung der einzige Mann. Warum das so ist, versteht der 32-Jährige nicht. Hula-Hoop sei auch für Männer ein gut geeignetes Ganzkörpertraining.

Man stärke den gesamten Rumpf und verbessere dadurch die Haltung. Auch die Koordination werde trainiert, und das Abnehmen an der Hüfte und am Bauch gelinge gut. In seinen Kursen verbindet Timo Hanselmann das Hullern mit Kraft- und Dehnübungen. Wer die Intensität steigern möchte, trainiert nach und nach mit einem immer schweren Reifen, die es mit einem Gewicht von einem bis drei Kilogramm gibt. Der große Vorteil des Sportgeräts: "Es ist günstig und nimmt nicht viel Platz weg."

Kurse im Sportverein und in der Grundschule

Als Timo Hanselmann auf den Vorsitzenden des SV Lampoldshausen zuging und anbot, beim Verein Hula-Hoop-Training zu machen, war Horst Fischer gleich dabei. Auch in der Grundschule leitet Timo Hanselmann eine Hula-Hoop-Gruppe. "Der Sport ist also für jede Altersgruppe etwas", sagt er.

Seinen Kurs bietet Timo Hanselmann, der bei einem Automobilzulieferer arbeitet, alle 14 Tage, dienstags, in der Gemeindehalle in Lampoldshausen an. Anfangs hatten rund 30 Teilnehmerinnen reingeschnuppert, inzwischen sind - auch wegen der Verschärften Corona-Regeln - rund zehn regelmäßige Teilnehmerinnen übrig. Männer trauen sich bisher leider noch nicht, erzählt Timo Hanselmann.

Gemeinsam zu hullern, mit Musik und Anleitung, macht den Teilnehmerinnen besonders Spaß, wie sie beim letzten Kurs in diesem Jahr beschreiben. "Allein zu Hause mache ich es nicht", sagt eine von ihnen. Die Stimmung ist locker, und die Begeisterung, die Timo Hanselmann für seinen Sport hat, überträgt sich sichtlich auf die Teilnehmerinnen. "Es ist einfach mein Lieblingshobby", sagt der Trainer. Es mache Spaß, man kriege den Kopf frei und baue Stress ab.

Hula-Hoop-Fitnesskurse gibt es in der Region noch eher selten, sagt Timo Hanselmann. Er hofft, dass bald noch mehr Menschen Lust bekommen, einen Trainerschein zu machen. Ein zweitägiger Kurs reiche dafür aus. Über Instagram könnten ihn Interessierte anschreiben.

Anfänger sollen sich nicht entmutigen lassen

Wer mit Hula-Hoop beginnt, soll sich laut Timo Hanselmann nicht entmutigen lassen, wenn es nicht sofort klappt. Bis drei Wochen könne es schon dauern. Er empfiehlt, täglich zehn bis 15 Minuten zu üben. Man könne das Training aber auch auf eine Stunde ausweiten. Wichtig sei, immer in beide Richtungen zu hullern, um den Körper gleichmäßig zu trainieren. Damit es nicht eintönig wird, biete sich an, mit dem Reifen Schritte nach vorne, hinten und zur Seite zu machen.

Bei seinen Kursen stoppt der Trainer die Drehungen auch immer wieder, hebt den Reifen zum Beispiel hoch, drückt ihn vor der Brust zusammen oder stellt ihn am Boden ab und macht Kniebeugen. Wer sich einen Reifen kauft, sollte nicht den billigsten nehmen, rät er. Im Schnitt koste ein guter Reifen 30 Euro oder mehr.

 

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