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Heilbronn

Was Heilbronnern am Sportangebot in ihrer Stadt gefällt und was nicht

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Die Ergebnisse aus der Befragung zur Sportentwicklungsplanung der Stadt Heilbronn wurden im Sportausschuss des Gemeinderats diskutiert. Deutlich wurde, dass viele Dinge gut laufen, aber auch Handlungsbedarf besteht. Im Herbst 2022 soll der Schlussbericht vorliegen.

Heilbronn ist keine Sportstadt, aber eine sportliche Stadt, die seit Jahrzehnten mit ihrer Sportförderung landesweiten Applaus erntet. Und doch besteht in vielen Bereichen des Sports Handlungsbedarf. Dies geht aus einer Umfrage bei Bürgern und Sportfunktionären hervor, deren erste Ergebnisse jetzt im Sportausschuss des Gemeinderats vorgestellt wurden.

Sportlandschaft wird zukunftssicher aufgestellt

Federführend begleitet wird das Projekt, an dem sich rund 2000 Heilbronner beteiligt haben, von dem Sportwissenschaftler Robin Kähler und seinem Team. Voraussichtlich im Herbst 2022 soll der Abschlussbericht mit dann klar formulierten Zielen, wohin sich die Heilbronner Sportlandschaft entwickeln soll, vorliegen.

Für Sportbürgermeisterin Agnes Christner ist das Papier somit eine "gute Grundlage, um die Sportlandschaft in Heilbronn zukunftssicher aufzustellen".

Renommierte Sportarten verlieren an Zuspruch

Wer behauptet, die Heilbronner seien unsportlich, der irrt: 74 Prozent der Befragten treibt Sport, der Rest sitzt lieber auf dem Sofa. In Sportvereinen sind jedoch nur 33 Prozent organisiert. Dies spiegelt sich auch bei den Sportarten wider: Am häufigsten genannt werden Radfahren, Laufen, Fitness und Schwimmen.

Professor Robin Kähler folgert daraus: "Die Mehrheit der Menschen im Alter um die 30 zieht sich zunehmend aus den renommierten Sportarten wie beispielsweise Fußball zurück und will selbstbestimmt Sport treiben." Dies zeige sich auch bei den Sportstätten, bei denen der öffentliche Raum besonders gefragt ist.

Dass Sportstätten mitunter in Heilbronn mehr als 1,5 Kilometer vom Wohnort des Sporttreibenden entfernt liegen, lässt Kähler aufhorchen: "Es kann nicht sein, dass Sporttreibende durch die halbe Stadt fahren müssen, um ihrem Hobby nachgehen zu können." Dies zeigt auch der Umstand, dass laut Umfrage 41 Prozent das Auto/Motorrad nutzen, 29 Prozent das Fahrrad nehmen und 27 Prozent zu Fuß kommen. Nur vier Prozent der Menschen nutzen den ÖPNV.

Oft fehlen Sporttreibenden die Informationen

Warum viele Menschen bestimmte Sportarten nicht ausüben, hat mehrere Gründe: 39 Prozent sagen, dass die Sportart im Verein nicht angeboten wird, 34 Prozent fehlen Informationen über das Angebot und für 20 Prozent ist das Angebot zu weit entfernt.

Interessant sind Aussagen darüber, weshalb die Heilbronner kein Mitglied in einem Sportverein sind. An erster Stelle wird gesagt: Die Angebote sind für mich nicht passend (29 Prozent), als Mitglied habe ich zu viele Verpflichtungen (21 Prozent) und ich habe keine Infos über die Angebote (19 Prozent). Unter Migranten treiben 62 Prozent Sport mit den Schwerpunkten Fitness, Fußball, Schwimmen, Kampfsport und Basketball.

In Heilbronn gibt es 68 Sportvereine

Von den 68 Sportvereinen in Heilbronn mit 42.672 Mitgliedern haben 46 an der Umfrage für die Sportentwicklungsplanung teilgenommen. Sie repräsentieren 36.775 Mitglieder. 23 Vereine können sich nicht vorstellen, Kursangebote für Nichtmitglieder entgeltlich zu öffnen. 17 Vereine machen dies bereits, sechs haben die Absicht, dies zu tun. Erfreulich: Die Arbeit der Ehrenamtlichen wird wertgeschätzt.

Die Sportstättenversorgung (Turn- und Sporthallen, Gymnastik- und Fitnessräume, städtische Sportplätze) bewertet der Großteil der Vereine mit befriedigend. Mit der Schulnote befriedigend bis ausreichend werden die städtischen Schwimmbäder eingestuft. Für den Sportwissenschaftler Robin Kähler heißt das: "Die Vereine erwarten von der Stadt, dass sie Sportstätten schafft, damit sich die Vereine weiterentwickeln können."

Finanzielle Unterstützung könnte besser sein

Viele Wünsche haben die Vereine mit Blick auf die Förderung durch die Stadt. Die ersten drei Forderungen lauten: kostenlose Nutzung der Sportstätten, Ehrung verdienter Funktionäre und Sportler sowie direkte finanzielle Unterstützung. Die gravierendsten Probleme bei den Sportstätten sehen die Vereine bei der Lagerung der Geräte, beim Sanierungszustand, der Mängelbehebung und der Vergabepraxis. Unterstützung von der Stadt erhoffen sie sich vor allem beim Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit.

 
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