Interkommunale Gewerbegebiete: Neckarsulm und Erlenbach wollen gemeinsam durchstarten
Das Innovationsquartier Straßenäcker II direkt an der Gemarkungsgrenze könnte der Ersatz für das aufgegebene Gebiet Linkes Tal werden. Nun sind die Gemeinderäte am Zug.
Es ist ein mehr oder weniger offenes Geheimnis: Erlenbach und Neckarsulm wollen gemeinsame Sache beim Gewerbegebiet "Straßenäcker II" machen. Wobei, das betonen beide Bürgermeister der benachbarten Kommunen: "Es sind noch keine Beschlüsse gefasst, die Beratung und Entscheidung liegt bei den Gemeinderäten."
Er sei ein "Fan der interkommunalen Zusammenarbeit", betont der Erlenbacher Bürgermeister Uwe Mosthaf. Am vergangenen Donnerstag hat er den Neckarsulmer Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung über die Planungen in dem acht Hektar großen Gebiet zwischen der Werner-Heisenberg-Straße und der Autobahn informiert.
Erlenbacher Gewerbegebiet grenzt an Neckarsulm an
Schon jetzt grenzt das Erlenbacher Gewerbegebiet direkt an Neckarsulm an. Fährt man die Wilhelm-Herz-Straße Richtung Kreisverkehr an der Binswanger Straße, ist rechts Erlenbacher Gebiet. "Es war schon immer unsere Intention: Eine Entwicklung an der Gemarkungsgrenze läuft am besten Hand in Hand", betont Mosthaf. Die deutlich größere Nachbargemeinde Neckarsulm mit ins Boot zu holen, habe auch handfeste Vorteile: "Wir haben die Fläche und Neckarsulm hat den Bedarf."
Der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig bestätigt auf stimme.de-Anfrage: "Wir haben uns über das Angebot aus Erlenbach unterhalten. Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung müssen gemeinsam gedacht werden." Aufgrund der regionalen Klimaanalyse habe man das Gebiet Linkes Tal aufgegeben, weil hier eine Kaltluftschneise durchschnitten würde. Daher sei man froh über die Option Straßenäcker II, die nun im Lauf des Jahres zum Beispiel mit einem Verkehrsgutachten geprüft wird.
Vermutlich Ende 2024 werden die Gemeinderäte in Neckarsulm und Erlenbach sich mit dem gemeinsamen Gewerbegebiet befassen und eine Entscheidung treffen. Schon jetzt ist klar, dass die Bäckerei Härdtner direkt daran angrenzend ihre neue Zentrale bauen will. Die zweite Offenlage im Bebauungsplanverfahren sei abgeschlossen. "Wir hoffen, dass der Satzungsbeschluss des Gemeinderats zum Bebauungsplan bald erfolgen kann", teilt Nicolas Härdtner mit.
Interkommunale Gewerbegebiete sind ein Erfolgsmodell
Heilbronn und Leingarten wollen ein gemeinsames Gewerbegebiet an der Bundesstraße 293 erschließen. Das acht Hektar große Areal soll ans bestehende Gewerbegebiet Böckingen-West anschließen. Für Heilbronn ist es die erste interkommunale Zusammenarbeit, weitere könnten folgen.
Interkommunale Gewerbegebiete sind auf Erfolgskurs. Mit der Zusammenlegung von Arealen über Grenzen des eigenen Hoheitsgebietes hinweg, gelingt es Städten und Gemeinden, ihre Standorte aufzuwerten. Auch im Gewerbe- und Industriepark Unteres Kochertal (GIK) der Gemeinden Neuenstadt, Hardthausen und Langenbrettach ist man diesen gemeinsamen Weg gegangen. Auf rund 40 ha bietet der Gewerbe- und Industriepark Grundstücke zwischen einem und 18 ha sowie Logistikflächen in dem neuen Logistik- und Dienstleistungszentrum an.
Das interkommunale Gewerbegebiet Weinsberg und Ellhofen „Am Autobahnkreuz“ mit einem breit aufgestellten Branchenmix von Gartenfachmarkt bis Baustoffhandel gibt es schon seit über 30 Jahren. Mit Erfolg: Die Flächen an der B39 und am Autobahnzubringer B39a warfen im Jahr 2021 1,3 Millionen Euro Gewerbesteuer ab, die sich die Kommunen teilen.
1990 wurde direkt an der A6 der sich schnell entwickelnde interkommunale Gewerbepark Hohenlohe gegründet. Das 230 Hektar umfassende größte Industriegebiet des Landkreises, das die Kommunen Künzelsau, Kupferzell und Waldenburg betreiben, beherbergt inzwischen über 2000 Arbeitsplätze.
Der Zweckverband Wirtschaftsförderung Zabergäu betreibt ein Gewerbegebiet, an dem die Gemeinden Brackenheim, Güglingen, Cleebronn, Nordheim, Pfaffenhofen und Zaberfeld beteiligt sind.
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