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Gundelsheim vor der Bürgermeisterwahl: Viele wollen ihre Stimme abgeben

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An diesem Sonntag wird in Gundelsheim in acht Wahlbezirken gewählt. Wie die Wahl die Menschen in der Stadt beschäftigt.

von Julia Haaga
Die CDU Gundelsheim schreibt über die Bürgermeisterwahl auf ihrer Homepage: "Mit Ihrem Wahlrecht haben Sie die Möglichkeit, aktiv mitzubestimmen, wer die Geschicke unserer Gemeinde die nächsten acht Jahre lenken wird." 
Foto: Archiv/Mugler
Die CDU Gundelsheim schreibt über die Bürgermeisterwahl auf ihrer Homepage: "Mit Ihrem Wahlrecht haben Sie die Möglichkeit, aktiv mitzubestimmen, wer die Geschicke unserer Gemeinde die nächsten acht Jahre lenken wird." Foto: Archiv/Mugler  Foto: Mugler

Donnerstagvormittag in Gundelsheim. Es herrscht geschäftige Stimmung auf dem Parkplatz eines Discounters. Die Meinung der Bürger zur anstehenden Bürgermeisterwahl ist gefragt. Eine Frau mit Kinderwagen, 35, ist auf dem Weg zum Supermarkt. Sie gehe auf jeden Fall wählen, wolle mit ihrer Meinung lieber anonym bleiben. "Mitbestimmung ist enorm wichtig", findet sie. Schade sei es, dass es im Neubaugebiet keinen Spielplatz gebe. "Vielleicht kann man das Thema nochmals anstoßen."


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Eine andere Gundelsheimerin erklärt, sie hoffe, dass Bürgermeisterin Heike Schokatz es wieder schaffe. Bürger, die mit der Kandidatin nicht zufrieden seien, sieht die Frau in der Pflicht, sich aufstellen zu lassen: "Dann kann man sehen, wer die Wahl gewinnt."

Ilona Pokern kommt mit vollgepackten Tüten aus dem Discounter und erklärt sich spontan bereit, mit Foto in der Heilbronner Stimme zu erscheinen. Beim Sozialverband VDK Gundelsheim/Offenau ist die Rentnerin in der Seniorenarbeit tätig. Die Bürgermeisterin unterstütze den Verein, was der Leserin gefällt. "Ich gehe am Sonntag wählen", verdeutlicht sie.

Klare Worte

Im Stadtkern Zurückhaltung: beim Bäcker, Friseur, in der Apotheke und im Restaurant - "kein Kommentar" oder "keine Zeit". Im ehemaligen Hotel-Restaurant "Zum Lamm" öffnet Küchenmeister Fritz Schmid die Tür und vermittelt seine Sicht: Mit 21 Jahren habe er in Gundelsheim gestartet, um den elterlichen Betrieb zu übernehmen. 51 Jahre führte er das Restaurant. Nach einem Streit mit der Stadt verabschiedete sich Schmid in den Ruhestand. "Ich bin zwar nicht der Meinung, dass die Bürgermeisterin mit offenem Visier kämpft" bezieht sich Schmid auf das Interview gestern inder Stimme. Allerdings möge er es nicht, wenn man hinten rum agiere. Er sei ein Mensch klarer Worte, "einen gewissen Anstand sollte man schon haben". Wählen zu gehen - für Schmid "eine Selbstverständlichkeit".

Lamm-Wirt und Küchenmeister Fritz Schmid geht am Sonntag wählen. "Ich bin ein Mensch klarer Worte", sagt er.
Lamm-Wirt und Küchenmeister Fritz Schmid geht am Sonntag wählen. "Ich bin ein Mensch klarer Worte", sagt er.  Foto: Julia Haaga

Unter den Lokalpolitikern sprechen sich mehrere Gundelsheimer für die Wahl aus. Stadträtin und SPD-Fraktionsvorsitzende Faiza Schardey sagt, dass jeder Bürger das Recht - und auch die Pflicht - habe, zu wählen. Die Obergriesheimer Ortsvorsteherin möchte nicht, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, "Gemeinderäte, die nicht offen Bürgermeisterin Schokatz mit ihrer Stimme unterstützen, würden diese persönlich kritisieren". Als Ortsvorsteherin stehe sie zur Verwaltungschefin: "Wir arbeiten ergebnisorientiert zusammen." Als Wählerin will sie unter der Prämisse des Wahlgeheimnisses keine Wahlempfehlung abgeben.

Verbale Abrüstung

Stadtrat Armin Englert (SPD) teilt mit, dass man sich über jede abgegebene, gültige Stimme freuen und auf eine Diffamierung der Wähler verzichten sollte. Englert spricht sich zudem für eine "verbale Abrüstung" seitens der Stadträte "bei allem Ärger über anonyme Flugblätter" aus: "Vielleicht müssen wir ja nach der Bürgermeisterwahl alle noch zusammenarbeiten", gibt Stadtrat Englert zu bedenken.

Ilona Pokern vom Sozialverband VDK geht am Sonntag wählen. "Schokatz macht gute Arbeit", findet sie.
Ilona Pokern vom Sozialverband VDK geht am Sonntag wählen. "Schokatz macht gute Arbeit", findet sie.  Foto: Julia Haaga

Die Liste der unabhängigen Bürger (LUB) meldet sich mit der Erklärung zu Wort, dass die verbalen Auseinandersetzungen hoffentlich ihren Höhepunkt erreicht hätten, um zur Normalität zurückzukehren: "Wenn jemand die jetzige Amtsinhaberin nicht wählen möchte, wird es Gründe geben. Aber ab nächster Woche sitzen wir alle wieder an einem Tisch und müssen normal miteinander umgehen."

Vor dem Urnengang

An diesem Sonntag wird von 8 bis 18 Uhr in Gundelsheim in acht Wahlbezirken gewählt. Heike Schokatz, amtierende Bürgermeisterin, ist Alleinkandidatin. Der Stimmzettel enthält den öffentlich bekannt gemachten Bewerbernamen. Der Wähler kann auch eine nicht im Stimmzettel vorgedruckte wählbare Person (GG Artikel 116 Abs. 1) vermerken und damit wählen.

Zuletzt kursierte eine E-Mail eines nicht identifizierbaren Absenders, der die Bürger dazu aufforderte, den Namen einer anderen Person auf den Stimmzettel zu schreiben. 

 
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