Saison im Ernst-Freyer-Bad in Obereisesheim wird verlängert
Das beliebte Familienbad in Obereisesheim hat den 90. Geburtstag schon hinter sich. Für den neuen Kiosk-Pächter war es eine durchwachsene erste Saison.

Die Bäder-Landschaft scheint eines der emotionalsten Themen in diesem Sommer in Neckarsulm zu sein. Wahrend die einen das vom Gemeinderat beschlossene Aus für das Spaßbad Aquatoll bedauern, sorgen sich andere um das einzige verbliebene Freibad in Obereisesheim.
Das 1979 nach seinem Gründer Ernst Freyer benannte Bad gibt es schon seit 1933. Mit dem Bau des Neckarkanals um 1920 fiel die Schwimmmöglichkeit im Neckar weg. Die Obereisesheimer durften den Baggersee des Kiesunternehmers Wilhelm Freyer nutzen. "Dessen Sohn Ernst war selbst begeisterter Schwimmer, und so richtete die Familie Freyer im August 1932 dort zusammen mit dem Schwimmerbund Heilbronn 98 und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ein Werbeschwimmen aus", schreibt die Stadtverwaltung Neckarsulm in einer Pressemitteilung.
Ernst-Freyer-Bad hat eine bewegte Geschichte
Am 11. Juni 1933 wurde das "Freibad Freyer" eröffnet. Zunächst fanden vor allem Wettbewerbe und Schwimmfeste auf dem Gelände statt. Nach der Verlagerung des Kieswerks erwarb 1960 die Gemeinde Obereisesheim das Bad für 85 .000 Mark. Das Becken in der Nähe des Neckars wurde immer wieder überschwemmt, was aufwendige Reinigungsarbeiten und Renovierungen nach sich zog. 1979 wurde das Bad nach einem umfassenden Umbau wieder eröffnet und erhielt den Namen seines drei Jahre zuvor verstorbenen Gönners.
Seit 1987 war das Ernst-Freyer-Bad das einzige für Sportwettkämpfe geeignete Freibad in Neckarsulm, daher wurde das Becken erweitert. 1999 blieb die Schwimmstätte nach erneuter Überschwemmung geschlossen und wurde nach Umbau 2000 wieder eröffnet. Im Jahr 2008 ging nach 32 Jahren Bademeister Peter Fuchs in den Ruhestand.
Familienbad mit ungewisser Zukunft
Aktuell ist die Freizeiteinrichtung nach wie vor vor beliebt. "Wir sind ein Familienbad, die Klientel sind eher Eltern mit Kindern", berichtet der stellvertretende Betriebsleiter Tobias Laux. Sorgen machen sich die Besucher eher darum, ob das Bad den 100. Geburtstag noch erleben wird: Rund fünf Millionen Euro müssen für Technik und Becken investiert werden. Oberbürgermeister Steffen Hertwig hatte im Gespräch mit der Heilbronner Stimme klar gestellt, dass Obereisesheim seit der Eingemeindung einen rechtlichen Anspruch auf sein Freibad hat, dieses aber aufgrund der Lage im Hochwassergebiet nicht vergrößert werden darf.
Der neue Kiosk-Pächter Nisanthan Kunalingam hadert indessen mit der bisher eher durchwachsenen Saison. "Das ist kein richtiger Sommer!" Trotz des Regenwetters müsse er genügend Personal vorhalten. "Der letzte Monat war schon schwierig, wir hatten kaum Umsatz. Ich habe schon zu kämpfen."
Nun hofft Kunalingam wie die Freibadbesucher noch auf ein paar schöne Tage im September. Das Ernst-Freyer-Bad hat noch bis einschließlich Montag, 11. September, täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Die Saison wird dann aufgrund des schönen Wetters noch bis Sonntag, 17. September verlängert. Dann ist das Bad nur noch solarbeheizt und hat täglich von 9 bis 18 Uhr offen.
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