Faschingsumzug in Erlenbach: Binswanger Narren rocken den Asphalt
Der Rosenmontags-Umzug des CCBB in Erlenbach bietet ein buntes Spektakel, und Tausende Besucher säumen die Straßen. Alle Fotos gibt es hier in einer Bildergalerie.

Das Wetter stimmt, die Stimmung stimmt. Es hat den Anschein, als ob die Leute Lust haben, wieder gemeinsam Fasching zu feiern. "Anscheinend gibt es großen Nachholbedarf", stellt CCBB-Zugmarschall Gerd Schneider erfreut fest.
Jedenfalls herrscht am Rosenmontags-Nachmittag beim Umzug des Carneval-Clubs Binswanger Boschurle der Ausnahmezustand. Tausende gutgelaunte und fantasievoll verkleidete Faschingsfans säumen die rund zwei Kilometer lange Strecke und jubeln den vorbeiziehenden Narren mit kräftigen Helau-Rufen zu. Anschließend tanzt auf dem Marktplatz noch stundenlang der Bär.
Über 100 Gruppen sind zu Gast bei den Binswanger Boschurle
Pünktlich um 13.01 Uhr gibt Patrick Scholl, Mitglied des Elferrats und Bruder des CCBB-Präsidenten Daniel Scholl, den Startschuss. Doch schon Stunden zuvor bringen sich die Aktiven beim Becker-Gelände auf Betriebstemperatur. Am Ende ziehen über 100 Gruppen aus 50 Vereinen mit knapp 1500 Aktiven aus den Unterländer Faschingshochburgen durch die Weinbaugemeinde. Auch aus Nachbarkreisen sind zahlreiche Gesellschaften dabei: aus Bad Cannstatt, Neckarweihingen, Schwaikheim, Murr, Ingersheim, Tamm, dem Zabergäu und dem badischen Reihen.
Spende für die Vereinsarbeit
Die Vereine und Gruppen werden beim Alten Binswanger Rathaus von Patrick Scholl und am Erlenbacher Obrigkeitsgebäude von Daniel Scholl über Lautsprecheranlagen mit viel Helau vorgestellt. Dem Faschingsumzug voran gehen einige CCBB-Aktive mit dem Klingelbeutel. Denn gewünscht ist eine "großherzige Spende" für die Vereinsarbeit. "Zwei Jahre lang konnten wir so gut wie keine Einnahmen generieren", blickt Daniel Scholl auf die Corona-Zeit zurück.
Bum, bum, Bum: Zehn "I-Scheller" aus dem schweizerischen Arosa gehen mit ihren schweren Kuhglocken voran - zwei davon trägt jeder auf seiner Schulter. Ein Peitschenknaller macht den Weg frei. Immer ein Hit sind die Guggenmusiker. Tolle Truppen sind darunter, die mit ihren Schlaginstrumenten für Stimmung sorgen, aber auch durch ihr Outfit beeindrucken.
Stimmung bei Party- und Faschingshits
Ebenfalls mit von der Partie ist der Musikverein Binswangen, angeführt von Horst Bauer. Zahlreich und farbenfroh vertreten ist die tanzende Zunft. Und immer wieder vibriert der Asphalt von dröhnenden Partie- und Faschingshits, die von den Umzugswagen schallen.
CCBB-Prinzessin Sarah I. von Druck und Plott mit dem roten Bebber wirft fortwährend Süßigkeiten in die Menschenmenge. Gleiches tun die Hoheiten der anderen Gesellschaften. Die Bonbons, Lutscher, Gummibären, Traubenzucker und Popkorntüten werden hauptsächlich von den Kindern aufgesammelt.
Auf der Jagd nach Bonbons und Gummibärchen
Gut, dass die Geschwister Paula (6), Sara (4) und Moritz (3) aus Kirchhausen, begleitet von Mutter Kerstin, vorsorglich Tüten mitgebracht haben. Manchem Erwachsenen wird von den vorbeiziehenden Gruppen eine Backmischung, ein Päckchen Grieß, eine saure Gurke oder etwas Flüssiges gereicht. "Alles mitnehmen, was mitzunehmen ist", ist die Devise der Neckarsulmerin Jenny Eckermann, die mit Joshua Kuttruff und den vier Kindern das Geschehen verfolgt.
Wer Pech hat, bekommt von den zahlreichen Hexen eine Abreibung mit Stroh oder Sägespänen oder ihm wird der Kragen mit Konfetti gefüllt.
Hübsche junge Frauen werden eingenetzt
Für junge Frauen herrscht Alarmstufe Rot - denn wer sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt, wird vom Binswanger Hexenturbo kurzerhand eingenetzt. "Ein bisschen Schabernack gehört dazu", meint Susi aus Ernsbach. Doch Hexen können auch anders, etwa eine menschliche Pyramide bauen. Am Ende sind aber alle glücklich und zufrieden, "dass wir wieder gemeinsam feiern können".
Voller Terminkalender
Bereits ein Jahr vor dem großen Jubiläum - 66 Jahre Fasching in Binswangen und 44 Jahre CCBB - lassen es die Binswanger Boschurle so richtig krachen. Auftakt und Ordensball, der obligatorische Besuch kürzlich in der Lebenswerkstatt in Heilbronn und jüngst Prunksitzung, Nachmittags-Sitzung, am Rosenmontag Prinzenpaartreffen in der Genossenschaftskellerei und am Nachmittag Faschingsumzug und Kinderfasching - all das sorgte in dieser Kampagne für einen vollen Terminkalender. Krönender Abschluss wird am 4. März das 18. Unterländer-Männerballett-Turnier in der Sulmtalhalle sein.
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