Ballei Neckarsulm: Bei der Sanierung gibt es Hürden
Die Stadtverwaltung Neckarsulm schätzt die Kosten des Großprojekts auf 28,5 Millionen Euro. Mittlerweile liegt ein Zeitplan vor, doch es gibt Schwierigkeiten beim Umfang der Arbeiten.

Die Ballei ist in die Jahre gekommen. Unstrittig im Gemeinderat ist es, dass die Stadt Neckarsulm die Kultur- und Sporthalle samt Restaurant erhalten soll. Die Kosten für die umfassende Sanierung werden seitens des Rathauses auf 28,5 Millionen Euro geschätzt. Wann es tatsächlich losgeht, wie viel überhaupt gemacht werden kann, ist derzeit unklar. Es gibt einen Plan, zum Problem bei der energetischen Sanierung könnte das Urheberrecht werden.
Urheberrecht stellt offenbar ein Problem dar
Die markanten Streben umschmeicheln die Ballei seit Jahrzehnten, allerdings offenbart die Diskussion im Gemeinderat: Sollte sich sie Stadtpolitik über Urheberrechte des Architekten hinwegsetzen, könnte das Gebäude besser gedämmt werden. Auch PV-Anlagen wären in einem solchen Fall leichter auf dem Dach zu montieren. Namen fallen bei den Ausführungen der Fraktionen nicht.
Sehr deutlich wird aber Karl-Heinz Ullrich. "Klimaschutz vor Rechtsschutz des Architekten", sagte der SPD-Fraktionssprecher. Deutlich milder äußerte sich Eberhard Jochim (CDU), aber auch er machte klar: Ihm liegt es sehr am Herzen, dass im Zuge der Sanierung eine Photovoltaik-Anlage aufs Ballei-Dach kommt. Das Urheberrecht müsse geklärt werden. "Und dann überlegen wir, was wir tun."
Zwischen den Zeilen klingt an, dass eine deutlich bessere Dämmung möglich wäre, könnte die Kommunalpolitik umfassend in die Fassade eingreifen. In einem ersten Schritt soll eine Machbarkeitsstudie bis Ende des ersten Quartals 2023 erstellt werden, die sich mit den Außenanlagen, Dach und Fassade sowie der Gastronomie befasst. Baubürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel betonte im Zusammenhang mit der Gebäudehülle: Ziel der Studie sei es einerseits, minimale Möglichkeiten aufzuzeigen. Andererseits soll zugleich ermittelt werden, was kommen könnte, wenn sich das Erscheinungsbild der Ballei ändere.
Die Stadträte bekennen sich zur Ballei
Als "in die Jahre gekommenes Wohnzimmer" bezeichnete Stefan Müller die Ballei. Sie sei in der Stadt identitätsstiftend, so der Sprecher der Grünen-Fraktion. "Die Ballei muss unser gemeinsames Sport- und Kulturzentrum werden", sagte Freie-Wähler-Sprecher Joachim Eble. Eine Generalsanierung zu jedem Preis lehnt er ab. Er erwartet stattdessen Informationen zu günstigen Alternativen. Wohin es mit der Gastronomie geht, ob es später nur einen Caterer gibt oder wieder eine vollwertig ausgestattete Küche? Das ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Eble ist für einen Gastronomen im klassischen Sinn. Die Stadtverwaltung hört sich bereits unter möglichen Gastronomen um, um dann den zukünftigen Pächter bei der Innenausstattung zu beteiligen. Karl-Heinz Ullrich hält den jetzigen Zeitpunkt wegen der vielen Krisen dafür für falsch.
Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Donnerstag noch nicht mit dem Beginn der Sanierung befasst, es ging lediglich um Zuschüsse dafür, die über ein neues Förderprogramm des Bundes kommen könnten. Volker Raith (Grüne) warnte dennoch davor, sich in die nächste Großbaustelle zu stürzen. "Wir brauchen unter Umständen unsere Millionen", sagte er. Oberbürgermeister Steffen Hertwig stimmte ihm zu, dass es fürchterliche Zeiten seien. Nur: "Es gibt noch keinen Baubeschluss."
So geht es nun weiter
In gewisser Weise hat die Sanierung der Ballei schon begonnen, denn die abgeschlossenen Investitionen in die Bowlingbahn zählen dazu. In Kürze folgt der neue Boden in der Sporthalle, ebenfalls Teil des Sanierungspakets. Als absolut notwendig bezeichnete Suzanne Mösel die laufenden Arbeiten auf dem Vorplatz. Wasser trete in die Bowlingbahn ein, dieser Bereich müsse abgedichtet werden.
Der Zeitplan sieht vor, dass im zweiten Quartal 2023 die Projektplanungen beginnen und die Kosten bis Mitte 2024 ermittelt werden. Arbeiten könnten danach beginnen - mit der Neugestaltung der Außenanlagen. Anfang 2025 würden Dach und Fassade sowie der Umbau des Restaurants folgen.
Neckarsulm investiert in einen Sportplatz, und auch in Möckmühl steht ein Großprojekt an
Der Gemeinderat Neckarsulm hat die Sanierung des Kunstrasenplatzes Pichterich auf den Weg gebracht. Die Kosten dafür liegen bei 660 000 Euro. Dem aktuellen Zeitplan zufolge sollen die Arbeiten ab Mitte Mai bis Ende Juli 2023 stattfinden. Erst einmal vertagt ist die Abstimmung darüber, ob ein Verkaufs- und Kassenhaus für 40 000 Euro benötigt wird. Das hatte CDU-Sprecher Eberhard Jochim infrage gestellt. Die Stadtverwaltung will Details liefern, warum dieses Gebäude erneuert werden soll.
Die Turnhalle Lehle könnte saniert und erweitert werden
Auch der Gemeinderat Möckmühl befasst sich in seiner Sitzung am Dienstag, 4. Oktober, ab 19 Uhr im Rathaus mit einer Sportanlage. Auf der Tagesordnung steht die Turnhalle Lehle, die saniert und erweitert werden könnte. Die Kosten für die große Lösung werden mit bis zu 7,2 Millionen Euro angegeben.
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