Duesmann geht, Döllner kommt: Was Audi-Mitarbeiter in Neckarsulm zum Führungswechsel sagen
Die Konzernpolitik spielt keine große Rolle beim Schichtwechsel an Tor 6 im Audi-Werk Neckarsulm. Welche Themen den Betriebsrat und die Mitarbeiter stattdessen beschäftigen.
Beim Schichtwechsel an Tor 6 herrscht am Freitagnachmittag (30. Juni) ein stetiges Kommen und Gehen. "Fast wie bei unserer Chefetage", meint einer, und die Kollegen lachen über den gelungenen Scherz. Aber nur die wenigsten der 15. 500 Beschäftigten interessieren sich für den Wechsel des Vorstandsvorsitzenden. Zum 1. September wird Markus Duesmann abgelöst. "Den habe ich nur einmal hier gesehen", stellt ein Mitarbeiter fest. Auch eine Kollegin lässt die Personalsache kalt: "Der Vorstand lässt sich eh" nicht hier blicken, da ist es ja egal, wer das ist."
Viele eilen zur Schicht oder müssen schnell nach Hause. Die Ingolstädter Politik spielt vor dem Werkstor keine große Rolle. "Ich hab mich noch nicht damit beschäftigt", gibt ein Mitarbeiter ehrlich zu. Ein anderer denkt, er dürfe nichts sagen, meint dann aber: "Momentan läuft es doch ganz gut in Neckarsulm."
Audi-Belegschaft feiert bald den 150. Geburtstag von NSU
Am 8. Juli feiert die Belegschaft den 150. Geburtstag von NSU, 30 .000 Personen sind schon angemeldet. Die Hoffnung ist natürlich, dass es am Standort Neckarsulm weiter voran geht. "Wir sind gut aufgestellt und haben motivierte Mitarbeiter", sagt einer vom Werkschutz.
Der stellvertretende Betriebsratvorsitzende Alexander Reinhart hört das gerne. Der neue Chef Gernot Döllner sei "der richtige Mensch am richtigen Platz". Natürlich danke man auch Markus Duesmann, der Verantwortung in den zurückliegenden "schwierigen Jahren" übernommen habe.
Ein Kraftakt für den Audi-Standort Neckarsulm
Nun gelte es, das Werk Neckarsulm für die anstehenden Aufgaben fit zu machen, gibt Reinhart den Weg vor und drückt damit die Hoffnungen der Belegschaft aus. Die Vorbereitung auf die Verbrenner-Nachfolger A5 und A7 seien wichtige Aufgaben für Neckarsulm. "Das wird ein Kraftakt für die Fabrik."
Natürlich hoffe der Betriebsrat, so Reinhart, dass vom großen Kuchen der E-Mobilität auch einige Stücke abfallen. "Die Montage für den elektrischen A8 wollen wir auf jeden Fall an den Standort NSU holen." Dies bedeute neue Herausforderungen, sichere aber auch die wichtigen Arbeitsplätze an Neckar und Sulm.
Was den Audi-Mitarbeitern wirklich wichtig ist
Harte Fakten sind dem Betriebsrat wie auch den Mitarbeitern lieber als Personalpolitik. "Wir wollen uns in der Zukunft wieder auf Themen konzentrieren und Ruhe reinbringen", stellt Reinhart fest. Duesmann war zuletzt in die Kritik geraten, weil er Aufgaben direkt an sich gezogen hatte und es zum internen Machtkampf gekommen war. Den Mitarbeitern ist es eher wichtig, dass das Werk gut ausgelastet ist und sie pünktlich zur Schicht kommen.
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