Von den 2,6 Millionen Euro, die im Raum stehen, finanziert der Bund die Hälfte, der Gemeindeverwaltungsverband (GVV ) „Raum Weinsberg“ ein Viertel, der gemeinsame Zweckverband von Weinsberg und Ellhofen für das Gewerbegebiet „Am Autobahnkreuz“ ein weiteres Viertel. Denn der vierte Ast des Kreisels soll in den letzten, derzeit noch nicht erschlossenen Teil des Gewerbegebietes führen. Träger des Planverfahrens ist der GVV. Weil er kein eigenes Baurechtsamt hat, wird es von der Stadt Weinsberg betreut.
Kreisel an B39a bei Weinsberg – Baustart im Frühjahr angepeilt
Der lange ersehnte, überörtliche Kreisverkehr nahe Weinsberg, Ellhofen und Lehrensteinsfeld soll bald gebaut werden: Wenn alles klappt wie geplant, geht es am A81-Zubringer im April/Mai los.
Es war das letzte große Projekt, das Thomas Goth auf den Weg gebracht hat, bevor sich der Weinsberger Baurechtsamtsleiter zum Jahresende 2025 in den Ruhestand verabschiedete: der Bau des Kreisverkehrs an der Querspange von Ellhofen/Lehrensteinsfeld kommend in den Autobahnzubringer B39a.
Wenn alles klappt wie geplant, könnte nach jahrelangen Vorüberlegungen im April/Mai Baustart für das Großprojekt sein, das mehr Sicherheit bringen und den Verkehr verflüssigen soll. Diese Zeitschiene nannte Goth bei seinem Abschiedsgespräch mit der Heilbronner Stimme.
Pläne für Kreisverkehr im Weinsberger Tal: Die formalen Hürden sind genommen
Die formalen Voraussetzungen für den Baustart wurden in der Dezember-Sitzung der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) „Raum Weinsberg“ geschaffen: Der Bebauungsplan „Verbindungsstraße zwischen der B39a und der L1102 – 1. Änderung (Kreisverkehr)“ wurde als Satzung beschlossen. Der GVV mit seinen Mitgliedskommunen Eberstadt, Ellhofen, Lehrensteinsfeld und Weinsberg ist verantwortlich für das Planverfahren.

Die GVV-Versammlung hat zudem den Bau des Kreisels beschlossen. Das Büro Walter Ingenieure kann nun die Ausschreibung vorbereiten. „Wenn die Angebote reinkommen wie erhofft, könnte im April/Mai Baustart sein“, sagte Goth. Die Verbandsversammlung hat GVV-Vorsitzende und Weinsbergs Bürgermeisterin Birgit Hannemann ermächtigt, die Arbeiten zu vergeben. Eine weitere Versammlung ist also nicht nötig. Das spart Zeit. Für den Kreisel stehen Kosten von 2,6 Millionen Euro im Raum. Die Zahl ist schon etwas älter und daher nur bedingt belastbar. Konkreter wird es, wenn die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben sind.
Kreisel-Bau bei Weinsberg/Ellhofen/Lehrensteinsfeld: Das sind die Bedingungen
Zwar ist der Baubeginn nun nach Jahren des Diskutierens und Planens in greifbare Nähe gerückt. Allerdings ist er an Bedingungen geknüpft: Zum einen muss der Schemelsbergtunnel sicher wieder offen sein. Das soll Ende Februar passieren. Denn zwei Großbaustellen so nah beieinander würden vermutlich den Verkehr ins Chaos stürzen. Für den Kreisel rechnet Goth mit einer Bauzeit von voraussichtlich einem Dreivierteljahr.
Zweite Voraussetzung, damit es losgehen kann: Eine Eidechsenpopulation muss umgesiedelt sein – von der einen Seite des Autobahnzubringers auf die andere. Der Natur- und Artenschutz sei ein großes Thema gewesen. Intensiv und gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Heilbronn sei er abgehandelt worden, informierte Goth bereits im Herbst.
Rodungsarbeiten an den Randflächen des künftigen Kreisverkehrs sind bereits erledigt, denn sie sind nur bis Ende Februar zulässig, um die Brutzeit von Vögeln nicht zu beeinträchtigen.
Kreisverkehr mit 26 Metern Durchmesser für Schwerlastverkehr konzipiert
Mit einem Innendurchmesser von 26 Metern hat der Kreisverkehr eine enorme Dimension. Diese ist notwendig, damit der Schwerlastverkehr von und zur Autobahn darüber rollen kann. Auch ist die Topografie eine Herausforderung. Zwar bemerkt man es auf den ersten Blick kaum, doch das Gelände fällt deutlich ab. Der Kreisel ist nicht nur groß, er wird auch mit einem Bypass versehen: Wer von der Autobahn kommt und auf die Querspange will, muss nicht über das Bauwerk fahren, sondern biegt vorher auf eine separate Spur ab.
Für den scheidenden Weinsberger Baurechtsamtsleiter Goth ist der Kreisverkehr nicht nur das letzte große Projekt, das er betreute, sondern auch eines, das ihm sehr wichtig ist – aus Sicherheitsgründen ist es fast so etwas wie eine Herzensangelegenheit.
Der Einmündungsbereich ist ein neuralgischer Punkt, immer wieder knallt es hier. 2024 zum Beispiel registrierte die Polizei sieben Unfälle, fünf Menschen wurden leicht verletzt. Unter anderem sind Geschwindigkeiten vor allem in der Dunkelheit schwer einzuschätzen. Weiteres Manko: Im Berufsverkehr stauen sich die Fahrzeuge auf der Querspange weit Richtung Ellhofen und Lehrensteinsfeld zurück.
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