Für den Kreisverkehr sind Kosten von 2,6 Millionen Euro angesetzt. Die Kalkulation ist jedoch schon etwas älter. Der Bund zahlt 50 Prozent der Kosten, der GVV „Raum Weinsberg“ 25 Prozent. Weitere 25 Prozent finanziert der Zweckverband von Ellhofen und Weinsberg für das Gewerbegebiet „Am Autobahnkreuz“. Denn ein vierter Ast des Kreisels soll in den letzten, noch nicht erschlossenen Teil des Gewerbegebietes führen. Er wird nur angedeutet, soll aber so ausgeführt werden, dass später, wenn das Gebiet tatsächlich erweitert wird, nicht mehr in den Straßenraum eingegriffen werden muss.
Ellhofen bekommt neuen Kreisverkehr – Unfallgefahrenstelle soll entschärft werden
Schon lange im Gespräch, bald Realität? Die Pläne für den Kreisverkehr an der neuralgischen Einmündung der Querspange in den Autobahnzubringer B39a bei Ellhofen werden konkret. Wenn alles nach Plan läuft, soll im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen werden.
Es ist fast jeden Morgen dasselbe: Stoßstange an Stoßstange stehen Autos von Ellhofen und Lehrensteinsfeld kommend im Berufsverkehr auf der Querspange. Die Fahrer wollen links Richtung A 81 abbiegen – und haben ihre liebe Not. Denn der Verkehr auf der Bundesstraße 39a ist rege, und das Tempo schwer einzuschätzen. Die Einmündung gilt als Unfallgefahrenstelle. 2024 krachte es sieben Mal, fünf Menschen wurden leicht verletzt. Um das Unfallrisiko zu senken und den Verkehr zu verflüssigen, wurde vor ein paar Jahren die Idee eines Kreisverkehrs an dieser Stelle geboren.
Großer Kreisel an der Einmündung zur Bundesstraße 39a bei Ellhofen geplant
Jetzt, sehr viele Abstimmungsgespräche und Weichenstellungen später, wird der Kreisel greifbar. Das Bebauungsplanverfahren steht kurz vor dem Abschluss: Bei der Versammlung des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) „Raum Weinsberg“ am 1. Dezember soll der Satzungsbeschluss gefasst werden, sagt Thomas Goth, Baurechtsamtsleiter der Stadt Weinsberg. Träger des Planverfahrens ist der GVV. Weil dieser aber kein eigenes Baurechtsamt hat, betreut die Stadt Weinsberg das Verfahren.

Goth kennt das Projekt in- und auswendig. Der Kreisel ist keine Kleinigkeit und hat einen Innendurchmesser von 26 Metern. Das ermöglicht dem Schwerlastverkehr, der auf die Autobahn rauf- oder von ihr runterfährt, darüber zu rollen. Von der A81 kommend, wird der Kreisverkehr Richtung Querspange mit einem Bypass ausgestattet; Autofahrer, die auf die Querspange wollen, müssen den Kreisel also gar nicht befahren.
Geplanter Kreisverkehr bei Ellhofen: Topografie ist schwierig
Nicht unproblematisch ist die Topografie, denn auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Das Gelände fällt deutlich ab. Immerhin führt Grunderwerb der Gemeinde Ellhofen dazu, dass eine längere Stützmauer nicht gebaut werden muss. Eine Böschung reicht aus. Goth: „Das ist deutlich günstiger.“
Der Baurechtsamtsleiter sagt: „Im Idealfall wird der Baubeschluss auch am 1. Dezember gefällt.“ Dann könnte das Büro Walter Ingenieure die Ausschreibung vorbereiten. Wenn die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben sind, lässt sich auch sagen, wie belastbar die schon vor längerer Zeit kalkulierten Kosten von 2,6 Millionen Euro heute noch sind.
Bau des Kreisverkehrs beginnt auf jeden Fall erst, wenn der Schemelsbergtunnel wieder offen ist
„Der Baustart könnte im späten Frühjahr 2026 erfolgen“, wagt Thomas Goth eine Prognose. Auf jeden Fall nicht, bevor der Schemelsbergtunnel nicht wieder offen ist – was nach aktuellem Stand Ende Februar der Fall sein wird. Zwei so große Baustellen so nah nebeneinander würden den Verkehr vermutlich zum Kollabieren bringen. Rund ein Dreivierteljahr werden die Kreiselbauarbeiten laut Goth voraussichtlich dauern. Ein Verkehrs- und Umleitungskonzept muss erarbeitet werden. „Die Verkehrsführung ist immens wichtig.“ Sie sei mit der Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt Heilbronn vorbesprochen.
Geplanter Kreisverkehr bei Ellhofen: Eidechsen müssen umgesetzt werden
Mit dem Landratsamt wurde in den zurückliegenden Monaten noch ein anderes Thema intensiv beackert: der Natur- und Artenschutz. In der Hauptsache ging es um ein kleines Reptil: „In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt müssen Eidechsen auf die andere Seite des Autobahnzubringers umgesetzt werden“, erläutert Goth. Voraussichtlich passiert das im Frühjahr 2026. Der neue Lebensraum für die Eidechsen sei mit der Kreisbehörde abgestimmt. Alle Maßnahmen, dazu gehören auch der Wegfall von Hecken, Bäumen und die Ersatzpflanzungen, sind Teil der Eingriffs-/Ausgleichsbilanz. „Die Maßnahmen werden in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag niedergeschrieben.“
Damit sich niemand wundert, wenn an den Randflächen des künftigen Kreisels in den nächsten Wochen oder Monaten Rodungsarbeiten beginnen: Das ist noch nicht der Baustart. Derartige Arbeiten gehen im Winterhalbjahr über die Bühne, weil sie bis Ende Februar erledigt sein müssen.
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