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Krähen auf der Abschussliste – Landwirte melden massive Schäden im Raum Heilbronn

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Krähen richten auf Feldern im Raum Heilbronn und Hohenlohe große Schäden an. Landwirte fordern eine Bejagung der Pflanzenschädlinge. Der Ilsfelder Markus Läpple ist bis vor den Petitionsausschuss des Landtages gegangen. 


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Die „Krabben“ sind für Landwirte mehr als nur ein Ärgernis. Die Krähen verursachen massive Schäden. Direkt nach dem Säen picken sie die Körner wieder aus dem Boden oder „reißen die kleinen Pflanzen einfach raus“, hat Gerd Sommer in Untereisesheim beobachtet. 

Auch das Nachsäen bringt wenig: Immer wieder fallen ganze Scharen der schwarzen Rabenvögel ein und fressen die Äcker leer. Nach einer nicht repräsentativen Umfrage unter Landwirten rangieren die Krähen mit einem Sechstel aller Schäden knapp hinter den Wildschweinen. 

Krähenplage im Raum Heilbronn: Schädlinge wie die Saat- und Rabenkrähen beschäftigen auch die Landespolitik

Das Problem ist teilweise existenzbedrohend, weshalb sich der Ilsfelder Landwirt Markus Läpple an den Petitionsausschuss des Landtags Baden-Württemberg gewandt hatte. Gemeinsam mit dem Landesbauernverband in Baden-Württemberg setzt sich der stellvertretende Vorsitzende des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg angesichts der hohen Schäden in der Landwirtschaft schon seit Jahren für eine effektivere Vergrämung von Saat- und Rabenkrähen ein.

Läpple reichte eine entsprechende Petition im Landtag ein. Forderung war es, eine einfachere und schnellere Entscheidung über Ausnahmen von der Schonzeit zur Bejagung von Rabenkrähen zu schaffen. Die Möglichkeit, den Antrag auf eine Einzelverfügung zu stellen, dauere zu lange. Oft seien schon beträchtliche Schäden entstanden, bevor gehandelt werden könne. Ein Einzelantrag müsse erst von der Oberen Jagdbehörde genehmigt werden.

Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg fordert eine landesweite Rechtsverordnung zur letalen Vergrämung der Saatkrähe und des Bibers. Hintergrund ist, dass trotz punktuell wirksamer regionaler Allgemeinverfügungen weiterhin massive landwirtschaftliche Schäden durch Saatkrähen in vielen Regionen auftreten. „Die diesjährigen Schadensmeldungen zeigen klar: Ohne eine landesweite Lösung bleibt die Saatkrähenproblematik ein Flickenteppich – mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen für unsere Betriebe“, betont Jürgen Maurer, Vizepräsident des Landesbauernverbandes und Vorsitzender des Bauernverbands Hohenlohe. 

Saatkrähen unterliegen dem Naturschutz, Rabenkrähen dürfen bejagt werden

Hier ist eine Unterscheidung wichtig: Rabenkrähen dürfen nach dem Jagdgesetz vom 1. August bis zum 15. Februar bejagt werden. Dazwischen ist Schonzeit. Saatkrähen dagegen unterliegen dem Naturschutzrecht. „Die Saatkrähe gehört zu den besonders geschützten Tierarten“, sagt Anna Erlenbusch vom Landratsamt Hohenlohekreis.

Die Schäden an der Aussaat und den Pflanzungen entstehen aber vor allem in der Schonzeit nach dem 15. Februar, erklärt Jan Schwarting, Geschäftsführer des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg. „Für eine Verkürzung der Schonzeit kann man eine Einzelausnahme beantragen.“ In dem Verfahren müsse der Landwirt nachweisen, dass Vergrämungsmaßnahmen wie Abschreckung durch Vogelscheuchen oder Flatterbänder  erfolglos waren. Schwarting: „Die Entscheidung wird zwar im Landkreis Heilbronn inzwischen recht schnell gefällt, aber ein großer Schaden ist dann schon entstanden.“ Schwarting spricht von zum Teil Zehntausenden Euro. 

Abschuss für Rabenkrähen gefordert: Landwirte hoffen auf eine Allgemeinverfügung

Die Situation mit Einzelverfügungen sei nicht befriedigend, stellt der Bauernverband fest.  Es fanden weitere Gespräche mit Landtagsabgeordneten statt.

Immerhin ein Ergebnis der landesweiten Initiative war ein Schreiben des Umweltministeriums an die Unteren Naturschutzbehörden, in dem diese darauf hingewiesen wurden, von der rechtlichen Möglichkeiten einer Allgemeinverfügung zur Vergrämung von Saatkrähen Gebrauch zu machen. Schwarting sagt: „Dies ist in einigen Landkreisen erfolgt, auch zum Teil für Rabenkrähen, bislang jedoch nicht im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Hier gab es wieder viele Schäden, so dass wir dieses Jahr auf eine Allgemeinverfügung setzen.“

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