Lärm, Kot und Dreck: Saatkrähen sorgen in Heilbronn für Ärger
Die heimische Art ist nicht für alle Heilbronner eine ungeteilte Freude: Saatkrähen. Wo sie nisten, leiden Anwohner unter Krach und Dreck. Was können Betroffene tun? Eine Nachfrage bei der Stadt Heilbronn bringt Klarheit.
Saatkrähen sind geschwätzig. Und sie bauen ihre Nester in Kolonien. Dann unterhalten sie sich gerne untereinander, denn ihr Krähen ist Kommunikation – vor allem zur Nestbau- und Brutzeit von März bis Mai. Dazu kommt noch, dass die Vögel ihre Notdurft frei verteilen. Menschliche Nachbarn der Saatkrähen haben bisweilen nicht viel Freude an den kommunikativen Tieren – sie müssen den Krach ertragen und haben das Problem mit Vogelkot noch dazu.
Warum der Abschuss von Saatkrähen in Heilbronn nicht infrage kommt
Was können Betroffene in solchem Fall tun? Eine Anfrage bei der Pressestelle der Stadt Heilbronn ergibt: Nur sehr wenig. Pressesprecherin Claudia Küpper erklärt dazu: "Als heimische Vogelart ist die Saatkrähe nach dem Naturschutzrecht besonders geschützt. Nach Paragraph 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, besonders geschützte Arten zu fangen, zu verletzen, zu töten oder erheblich zu stören." Der Vogel, der für Menschen durchaus zum Störenfried werden kann, gehört zur Natur in Deutschland wie etwa Kormoran oder Biber. Der Abschuss, zumal in dicht besiedeltem Stadtgebiet, scheidet aus Sicherheitsgründen aus.
Und was ist mit der erheblichen Störung, die als Vergrämung bekannt ist? Auch an diesem Punkt kann die Stadt Heilbronn nur wenig Hoffnung machen: "Eine Vergrämung der Krähen vor Beginn des Nestbaus ist meist wenig erfolgversprechend. Dies haben die Erfahrungen verschiedener Kommunen gezeigt. Egal, ob die Nester vor Beginn der Brutzeit entfernt, Zweige in den Nistbäumen ausgesägt oder natürliche Feinde der Vögel eingesetzt wurden, die Krähen kehrten trotzdem zurück." Die Vögel siegen mit ihrer Zähigkeit über den Menschen.

Saatkrähen-Plage: Wer den Schaden hat... darf putzen
Schließlich bliebe noch die Möglichkeit, die Zahl der potenziellen Nistplätze zu reduzieren. Aber auch hier bescheidet die Pressestelle: "Auch die Horstbäume sind als Fortpflanzungs- und Ruhestätten zumindest während der Brutzeit geschützt." Einzig für eines der Phänomene gibt es Abhilfe: Das Betriebsamt der Stadt Heilbronn versucht, starke Verschmutzungen durch die Krähen zu beseitigen und Küpper schließt: "Darüber hinaus legt die Stadt besonderes Augenmerk darauf, dass die öffentlichen Mülleimer nicht durch Krähen geplündert werden können."
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