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Kommunen tun einiges für ihre Mitarbeiter

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Im Wettbewerb um Personal bieten Städte und Gemeinden Versicherungen, Jobrad oder Gutscheine. In Neckarsulm und Untereisesheim werden Erzieherinnen jetzt besser bezahlt. 

Personal ist knapp in den Kommunen. Vor allem für Kitas suchen die Städte und Gemeinden Erzieherinnen.
Foto: Arne Dedert/dpa
Personal ist knapp in den Kommunen. Vor allem für Kitas suchen die Städte und Gemeinden Erzieherinnen. Foto: Arne Dedert/dpa  Foto: Arne Dedert

Die Suche nach Personal ist für kommunale Arbeitgeber oft schwierig. Vor allem an Erzieherinnen für Kitas und Grundschulbetreuung mangelt es. Um sich im Wettbewerb gut zu positionieren, bieten viele Städte und Gemeinden zusätzliche Leistungen an.

Die Gemeinde Hardthausen führt zum Beispiel eine betriebliche Krankenversicherung für alle Beschäftigten, außer Beamte, ein. „Das ist ein absoluter Standortvorteil“, sagte Bürgermeister Thomas Einfalt. „Außerdem sehe ich es als Wertschätzung.“ Ihm gehe es dabei nicht nur um Mitarbeitergewinnung, sondern auch um die Mitarbeiterbindung.

Hardthausen bietet eine betriebliche Krankenversicherung für alle Beschäftigten

Nach dem Beschluss des Gemeinderats wird das neue Angebot in der Personalversammlung vorgestellt, hieß es in der Sitzung. Laut Sparkassenberater Jan Ferdinand kommt auf die Verwaltung wenig zusätzliche Arbeit zu. Die Kosten belaufen sich bei circa 125 festangestellten Mitarbeitern auf rund 60 000 Euro pro Jahr. Die Mitarbeiter haben mit der neuen Versicherung unter anderem 400 Euro Budget im Jahr für Gesundheitsleistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht übernimmt. Auch bekämen sie schneller Termine bei Fachärzten.   

Die Gemeinde Untereisesheim lockt mit mehr Geld. Seit Februar werden Erzieherinnen dort besser bezahlt. Wie auch schon in Neckarsulm wird das Personal in Kitas nach der Entgeltgruppe 8b eingruppiert, was bis zu einige Hundert Euro mehr im Monat ausmachen kann. „Vorgeprescht ist hier die Stadt Heilbronn“, erklärt der Untereisesheimer Bürgermeister Christian Tretow.

Mehr Geld für Erzieherinnen: Personal soll in Untereisesheim gehalten werden

Damit das Kita-Personal nun nicht in die besser zahlenden Städte in der näheren Umgebung abwandert, war man in Untereisesheim unter Zugzwang. „Es geht nicht darum, dass wir Personal abwerben wollen. Wir müssen schauen, dass wir unsere eigenen Leute halten“, erklärt Bürgermeister Tretow.

Zur höheren tariflichen Eingruppierung der Erzieherinnen gibt es in Untereisesheim für alle Bediensteten eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge, eine Krankenzusatzversicherung, ein Jahresbudget von 100 Euro für Gesundheitsdienstleistungen sowie eine Bonuskarte mit steuerfreien 25 Euro, die frei einsetzbar sind. Tretow: „Das Gesamtpaket ist ein Anreiz.“

Oedheim setzt auf Ausbildung und gutes betriebliches Miteinander

Matthias Schmitt, der Bürgermeister von Oedheim, berichtet, dass die Gemeinde Mitarbeiter selbst ausbilde und vielfältige Praktikumsmöglichkeiten habe. „Weiterhin versuchen wir ein bestmögliches und attraktives Arbeitsumfeld und ein gutes betriebliches Miteinander zu schaffen.“ Neben tariflicher Vergütung biete man Weihnachtsgeld, Leistungsentgelte, Weiterbildungsmöglichkeiten, Betriebsausflüge und auch Weihnachtsfeiern an. Zudem gebe es einen monatlichen steuer- und sozialversicherungsfreien Sachbezug in Form eines Gutscheins im Wert von 50 Euro. Schmitt: „Abhängig vom Arbeitsplatz gibt es die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.“

Erlenbach wird auf Instagram für mehr Personal

Um Mitarbeiter zu gewinnen, setzt Erlenbach verstärkt auf digitale Kanäle wie Instagram und Online-Stellenportale, berichtet Bürgermeister Uwe Mosthaf. Den Beschäftigten biete man Vorteile wie beispielsweise eine Krankenzusatzversicherung, eine betriebliche Altersvorsorge, Jobbike oder das Jobticket. Außerdem biete man Betriebssportmöglichkeiten an sowie fachspezifische Fort- und Weiterbildungskurse. Wer als Mitarbeiter etwa seine Kenntnisse in Sachen Erste Hilfe auffrischen will, könne dies auf Kosten der Gemeinde tun.

In Langenbrettach und Neudenau gibt es Zusatzleistungen

Was die Kinderbetreuung und die Bauhofmitarbeiter angeht, ist Langenbrettach gut aufgestellt, erklärt Bürgermeister Timo Natter. In der Verwaltung gebe es aber immer wieder Personalbedarf. Mit Bonusleistungen wie Jobticket, Jobrad oder Zusatzleistungen bei der Krankenversicherung sorgt die Gemeindeverwaltung für zusätzliche Attraktivität in ihrer Rolle als Arbeitgeber.

„Eine schlagkräftige Verwaltung ist ein wesentlicher Faktor, um die vielfältigen Aufgaben der Kommunen gut bewältigen zu können“, sagt Jochen Hoffer. Zusatzleistungen wie Dienstwagen oder Jobräder sind jedoch nicht der Weg, den der Bürgermeister von Neudenau bevorzugt, um bei der Stadtverwaltung ein möglichst angenehmes Arbeitsklima zu schaffen: Mit einem Organisationsgutachten gleich nach Hoffers Dienstantritt im Mai 2023 habe man vor allem dafür gesorgt, dass bei der Stadtverwaltung ausreichend Personal eingestellt wird.

Jochen Hoffer sagt: „Zudem fördern wir die Kompetenzen unserer Mitarbeiter durch Fortbildungen deutlich über das übliche Maß hinaus. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns besonders wichtig. Deshalb haben wir kürzlich elektrische und höhenverstellbare Schreibtische sowie hochwertige Bürostühle beschafft.“ Regelmäßige Veranstaltungen fördern zudem das Betriebsklima.

Bad Friedrichshall bietet übertariflichen Arbeitgeberzuschuss

Schon seit mehreren Jahren sind Sonderkonditionen zur Mitarbeitergewinnung in Bad Friedrichshall ein Thema. Beispielsweise gibt es bei der Salzstadt-Verwaltung für Jobtickets und Jobräder jeden Monat einen Zuschuss von 22 Euro. „Zudem gewähren wir seit 2022 übertariflich einen Arbeitgeberzuschuss“, sagt Nicole Janz vom Sachgebiet Personal und Organisation. In Zeiten klammer Kassen kommt die Verwaltung der Salzstadt ihren Mitarbeitern auch mit flexibler Arbeitszeitgestaltung und dem Ausbau mobiler Arbeitsmöglichkeiten entgegen. 

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