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Bald keine Kinderarztpraxis mehr in Neckarsulm? Das System krankt

  
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Eine Große Kreisstadt ohne Kinderarzt ist schwer vorstellbar – in Neckarsulm aber womöglich bald Realität. Das gesamte Gesundheitssystem krankt, meint unser Autor. 

Ein Pfeil weist den Weg zu einer Kinderärztin. Nicht immer findet sich eine Praxis.
Ein Pfeil weist den Weg zu einer Kinderärztin. Nicht immer findet sich eine Praxis.  Foto: Jens Kalaene

Eine Kinderarztpraxis macht dicht. Das sollte ein normaler Vorgang sein dürfen, wenn sich ein Doktor zur Ruhe setzt. Dass es aber für eine Große Kreisstadt zur handfesten Krise gereicht und für Tausende Patienten zur mittleren Katastrophe ausartet, zeigt eines: Das Gesundheitssystem krankt. Nicht nur im Krankenhauswesen, sondern auch bei den niedergelassenen Ärzten.

Die Ursachen sind vielfältig. Uni-Absolventen sind häufig nicht bereit, das Pensum ihrer Vorgänger auf sich zu nehmen. Work-Life-Balance geht vor. Auch die Bereitschaft, sich als niedergelassener Arzt selbstständig zu machen, hat abgenommen. Das ist Ärzten und Funktionären der Standesvertretung lange bekannt. Und doch dürfte dieSchließung einer Praxis eine Stadt wie Neckarsulm nicht erschüttern.

Versorgung mit Fachärzten: Reform muss dringend her

Dass es faktisch aber so ist, hat viel mit Bürokratie zu tun. Die Kassenärztliche Vereinigung bestimmt nach einem Schlüssel, welcher Facharzt sich wo niederlassen darf. Damit es nicht zu einer Überversorgung kommt. Das ist maximal praxisfern und muss dringend reformiert werden. Denn etwa bei Kinderärzten ist kaum ein Termin zu bekommen. Und auch eine Ärzteschwemme ist nicht in Sicht.

Neckarsulm steht laut Schlüssel eine Kinderarztpraxis zu. Macht sie zu, ist eine Unterversorgung die Folge. Und zwar mit Ansage.

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