Bald keine Kinderarztpraxis mehr in Neckarsulm? Das System krankt
Eine Große Kreisstadt ohne Kinderarzt ist schwer vorstellbar – in Neckarsulm aber womöglich bald Realität. Das gesamte Gesundheitssystem krankt, meint unser Autor.

Eine Kinderarztpraxis macht dicht. Das sollte ein normaler Vorgang sein dürfen, wenn sich ein Doktor zur Ruhe setzt. Dass es aber für eine Große Kreisstadt zur handfesten Krise gereicht und für Tausende Patienten zur mittleren Katastrophe ausartet, zeigt eines: Das Gesundheitssystem krankt. Nicht nur im Krankenhauswesen, sondern auch bei den niedergelassenen Ärzten.
Die Ursachen sind vielfältig. Uni-Absolventen sind häufig nicht bereit, das Pensum ihrer Vorgänger auf sich zu nehmen. Work-Life-Balance geht vor. Auch die Bereitschaft, sich als niedergelassener Arzt selbstständig zu machen, hat abgenommen. Das ist Ärzten und Funktionären der Standesvertretung lange bekannt. Und doch dürfte dieSchließung einer Praxis eine Stadt wie Neckarsulm nicht erschüttern.
Versorgung mit Fachärzten: Reform muss dringend her
Dass es faktisch aber so ist, hat viel mit Bürokratie zu tun. Die Kassenärztliche Vereinigung bestimmt nach einem Schlüssel, welcher Facharzt sich wo niederlassen darf. Damit es nicht zu einer Überversorgung kommt. Das ist maximal praxisfern und muss dringend reformiert werden. Denn etwa bei Kinderärzten ist kaum ein Termin zu bekommen. Und auch eine Ärzteschwemme ist nicht in Sicht.
Neckarsulm steht laut Schlüssel eine Kinderarztpraxis zu. Macht sie zu, ist eine Unterversorgung die Folge. Und zwar mit Ansage.
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Kommentare
Günther Knapp am 22.05.2024 10:51 Uhr
Pauschalisieren sollte man nicht aber ist es das, wenn man als "Alter" immer mehr sieht bei vielen Jüngeren geht es nicht mehr darum einen Beruf zu wählen der einen "fordert" und nicht nur eine Grundlage für Reichtum mit wenig Arbeit ist. Leider haben auch wir "Alte" mitgeholfen, dass Jüngere heute in einem solchen Weltbild leben.
Zusätzlich hat unsere Politik und nicht nur heute dabei mitgeholfen Menschen die Ideale haben und nicht nur an hohe Einkommen denken als "Verlierer" dastehen zu lassen.
Das ist nicht nur bei Ärzten so!