Fatale Wirkung der Grundsteuerreform: Bauen und Wohnen wird immer teurer
An den Ungerechtigkeiten bei der Grundsteuer sind nicht die Kommunen schuld. Das Bodenwertmodell in Baden-Württemberg trägt dazu bei, dass Bauen und Wohnen immer teurer wird, meint unser Autor.
Nun sind die Kommunen wieder die Bösen: Versprechen nicht eingelöst! Es geht um die Grundsteuerreform. Das Land hat sich das neue Modell ausgedacht, das viele Verschiebungen mit sich gebracht hat. Häusle-Besitzer müssen für das mühsam erarbeitete Eigenheim mit großem Garten plötzlich bis zum Zehnfachen zahlen.
Den Schwarzen Peter schiebt das Land aber den Kommunen zu: Sie sollen ihre Hebesätze so gestalten, dass sie nach der Reform nicht mehr einnehmen als bisher. Das würde funktionieren, wenn den Städten und Gemeinden nicht immer mehr Aufgaben aufgebürdet würden, für die es keine angemessene Finanzierung gibt. Jüngstes Beispiel ist der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung an den Grundschulen.

Grundsteuerreform: Diejenigen werden bestraft, die ihr Eigenheim längst abbezahlt oder geerbt haben
Verständlich ist, dass sich die Gemeinderäte keine Daumenschrauben anlegen lassen und nun zum Teil bei der Grundsteuer nachlegen. Die Wirkung könnte freilich fatal sein: Wohnen wird immer teurer, und nun werden auch noch diejenigen bestraft, die ihr Eigenheim längst abbezahlt oder geerbt haben.
Das Bodenwertmodell im Land trägt dazu bei, dass Bauen und Wohnen immer teurer wird. Hier muss eine neue Landesregierung ab 2026 nachsteuern.
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Stimme.de
Kommentare
am 04.09.2025 14:29 Uhr
Der Bund bürdet den Kommunen zu viele Kosten auf? Mir als Steuerzahler ist es Wurscht wer mein Geld verheizt am Ende ist immer derjenige der Dumme der seinen Lebensunterhalt nicht aus Steuergeldern finanziert. Da ich selbständig bin und dem Rentensystem in meinen bisherigen 45 Jahren Arbeit noch niemals Vertrauen geschenkt habe vermiete ich zwei Wohnungen in Heilbronn Ost für 9 Euro m² ( unter 12 Euro gibt es dort nichts mehr). Da sich das Haus auf einem 8,3 ar großen Grundstück befindet und die Bodenrichtwerte irrwitzige 1000 € m" erreicht haben bezahlen meine zwei Familien mit jeweils zwei schulpflichtigen Kindern anstelle von 1100 Euro Grundsteuer jetzt 3600 Euro Grundsteuer im Jahr. Das entspricht einer Mieterhöhung von 10 %. Das schiebt sich unsere Kinder-, und Familienfreundliche Kommune in die leeren Taschen. Ich wähle die Partei die mit solch einem Schwachsinn endlich Schluß macht auch wenn diese ihre Versprechen auch nicht halten kann.
Jürgen Mosthaf
Michael Jordan am 04.09.2025 07:40 Uhr
wenn unsere gewählten Volksvertreter mal so handeln würden wie mit Ihrem privaten Einkommen, dann müsste es nicht dauernd Steuererhöhungen geben.