Homeoffice bei Audi: Klare Regeln für flexibles Arbeiten unerlässlich
Das Thema Homeoffice hat bei Audi teilweise groteske Züge angenommen. Hybrides Arbeiten ist richtig und wichtig, es muss aber klare Regeln und Grenzen geben, meint unser Autor.
Vor der Corona-Pandemie gab es selbst in großen Unternehmen mitunter Defizite, was modernes Arbeiten angeht. Bei Audi hingegen hat man schon früh auf eine Mischung aus Arbeit daheim und vor Ort in der Firma gesetzt.
Allerdings hat es die VW-Tochter dann übertrieben und einen Sonderweg innerhalb des Konzerns gewählt. Während andernorts, beispielsweise bei Porsche, die Homeoffice-Tage monatlich limitiert waren, konnten die Audi-Beschäftigten in Rücksprache mit ihren Vorgesetzten so viel mobil arbeiten wie sie wollen.
Homeoffice bei Audi: Manche Büros und Werkstätten waren über Wochen hinweg verwaist
Das führte mitunter dazu, dass manche Büros und Werkstätten über Wochen hinweg verwaist waren. Teilweise sind Audi-Beschäftigte Hunderte von Kilometern weit weggezogen im Glauben, sie könnten ja weiterhin fast ausschließlich mobil arbeiten. Da hat der eine oder die andere dann doch etwas missverstanden.
Schuld ist aber das Unternehmen – und auch der Betriebsrat. Denn Homeoffice, das zeigt sich in vielen anderen Betrieben auch, braucht klare Regeln. So viel wie jeder will, ist da meist der falsche Weg. Daher sollte sich auch Audi dringend überlegen, die nun eingeforderten drei oder vier Tage vor Ort im Büro in einer neuen Vereinbarung zu fixieren.
Neue Homeoffice-Regeln bei Audi nötig: Präsenz stärkt Teamgeist und Effizienz
Es ist eben so: Flexibilität, die ein Arbeitgeber wie Audi seinen Beschäftigten gewährt, ist keine Einbahnstraße. Gewisse Prozesse und Projekte erfordern mehr Präsenz in der Firma. Zumal Netzwerke und Teamgeist nachhaltig nur durch regelmäßige persönliche Kontakte entstehen können. Ein Online-Meeting ist und bleibt atmosphärisch ganz anders, als wenn man die Kolleginnen und Kollegen persönlich trifft.
Mal ganz ehrlich: Eine gemeinsame Mittagspause mit den Arbeitskollegen oder der kurze Plausch in der Kaffeeküche sind einfach Dinge, die das Arbeitsleben auflockern. Da blieb in den vergangenen Jahren einiges auf der Strecke. Daher ist nun die Zeit gekommen, um eine Kurskorrektur vorzunehmen. Homeoffice ja, aber mit deutlich definierten Leitplanken.
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Kommentare
Markus Schuster am 24.08.2025 13:50 Uhr
Dies kann ich nur unterstützen, ich selbst bin auch in der ganzen Republik unterwegs aber es gibt nichts schöneres wie mit den Kollegen im Büro gemeinsam zu arbeiten.