Große Pläne fürs Neckarsulmer Aquatoll: Jetzt kommt es auf das Kleingedruckte an
Bei aller Euphorie muss die Stadt Neckarsulm Rückfalloption und Baupflicht regeln, damit die Ideen des Investors nicht in der Warteschleife enden, meint unsere Autorin.

Die Stadt Neckarsulm hat Hoffnungen angefacht, die längst erloschen waren. Sie rettet die Identifikationseinrichtung Aquatoll, ohne selbst einen Cent zu investieren.
Ein kommunaler Traum wird damit wahr. Dass die Verantwortlichen das mit möglichst viel Optimismus verkünden, ist nachvollziehbar, schließlich haben sie für die Schließung des Erlebnisbads jede Menge Prügel eingesteckt.
Rettung des Aquatoll in Neckarsulm: Stadt weckt neue Hoffnungen ohne eigenes Investment
Aber gleichzeitig müssen Verwaltung und Gemeinderat jetzt das Kleingedruckte genau formulieren. Von der Rückfalloption bis zur Baupflicht müssen die Verträge sicherstellen, dass der Aquatollpark nicht in einer Warteschleife stecken bleibt.
Zumal es ist nicht das einzige teure Projekt des Investors ist, in Heilbronn beispielsweise wartet man seit geraumer Zeit auf den Umbau im ehemaligen Palm.
Zeitplan für die Sanierung ist ambitioniert
Der Zeitplan für die Aquatoll-Rettung ist jedenfalls ambitioniert. Wer ein Konzept mit Hotel und teuren Autos garniert, wird wohl kaum nur die Technik und ein paar Fugen im Erlebnisbad reparieren. Das Projekt muss sich am Ende wirtschaftlich rentieren und deshalb eine zahlungskräftige Klientel ansprechen.
Die Kosten werden entsprechend hoch sein, auch wenn niemand darüber ein Wort verliert. Dass der Investor angeblich erst seine Pläne konkretisieren muss, bevor er weiß, was ihn das alles kostet, ist Augenwischerei. Ohne eine Hausnummer im Kopf zu haben, geht keiner ins Rennen.
Ob er die dann selbst stemmen kann oder andere Betreiber mit ins Boot holen muss, wird sich zeigen.
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Stimme.de
Kommentare
am 12.02.2026 12:23 Uhr
Ich frage noch einmal, wer ist der Investor? Recherchen ergeben aus einem Immobilienmakler der unter anderem Autostellplätze vermietet wenig.
In Ihrem Artikel erwähnen Sie, Frau Ochs, das Modehaus Palm als weiteres Objekt des obskuren Investors. Darüber habe ich in der Stimme noch gar nichts gelesen.
Hätte jemand die sagen wir einmal 50 Millionen, um dies alles umzusetzen, gäbe es bessere Investitionen mit höherer Rendite wie ein Spaßbad mit Hotel und Museum. In Deutschland nimmt ob den irren Energiekosten, Steuern, Lohnnebenkosten und Personalmangels alles Reisaus in andere europäischen Länder oder gleich noch weiter.
Ich verstehe den Wunsch vieler, allen voran des Architekten und Baubürgermeisters A. D., das Aquatoll wieder zu beleben, aber bevor man mit so etwas in die Öffentlichkeit geht würde ich mir ein paar Kontoauszüge zeigen lassen.
Jürgen Mosthaf