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"Unsinniger Standort": Schild fordert Bürgerbegehren gegen Kita-Bau in Frauenzimmern

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In Güglingen fordert ein Schild ein Bürgerbegehren gegen den Kita-Bau in Frauenzimmern. Doch kann dies irgendetwas bewegen? Die Entscheidung vom Gemeinderat steht schon seit langem.

In der Nähe des Sportplatzes und des Riedfurtbachs soll die geplante Kindertagesstätte entstehen (rechts) – die Standortwahl sorgt jedoch für Diskussionen.
In der Nähe des Sportplatzes und des Riedfurtbachs soll die geplante Kindertagesstätte entstehen (rechts) – die Standortwahl sorgt jedoch für Diskussionen.  Foto: Franz Theuer/Screenshot

Eigentlich ist der Bau der Kindertagesstätte in den Jakobsäckern in Güglingen-Frauenzimmern längst in trockenen Tüchern. Bereits im Mai 2023 fiel der Beschluss zum Bau der Kita – mit Zustimmung der Mehrheit des Gemeinderats. In der Bevölkerung gibt es jedoch weiterhin Bedenken.

„Wir fordern ein Bürgerbegehren über den vollkommen unsinnigen Standort der geplanten Kindertagesstätte im Riedfurttal“, steht auf einem Schild, das auf einem Privatgrundstück in Güglingen an einem Zaunpfosten angebracht ist. Güglingens Bürgermeister Michael Tauch zeigt sich darüber erstaunt: „Davon ist mir nichts bekannt, mir liegt kein Bürgerbegehren vor“, sagt er. In der Gemeinderatssitzung am 23. September soll der Bebauungsplan erneut thematisiert werden, so Tauch.

Bürgerbegehren gefordert – Kita-Bau in Güglingen-Frauenzimmern wieder in der Diskussion

Kritisch gegenüber dem Kita-Bau äußerte sich von Anfang an Gemeinderat Joachim Esenwein (Bürgerunion). Zum Schild mit der Forderung meint er: „Ich finde es gut, wenn man auch etwas aus der Bevölkerung hört. Da sagt jemand: Hey, ihr im Rat – fragt doch mal uns Bürger, was wir davon halten.“ Zudem hätten 250 Menschen eine Petition unterzeichnet, so Esenwein. Die Kita gehöre seiner Ansicht nach an einen anderen Ort: „In Güglingen und nicht nach Frauenzimmern“, betont er. Seine Argumente: Hochwassergefahr, zu kleine Abbiegespur, zu viel Verkehr, kein Fußweg für Kinder – und mehr. Außerdem verweist er auf eine Vorgabe des Landes Baden-Württemberg, wonach in Flussauen nicht gebaut werden dürfe.

Ist der Kita-Bau also nicht ganz rechtens? Dem widerspricht Bürgermeister Tauch: Es entstehe kein Bau auf einer neuen Fläche, sondern „ein bestehender Bebauungsplan wird angepasst“. Vom Sportplatz zur Kindertagesstätte. Tauch betont zudem: „Natürlich werden alle rechtlichen Vorgaben, Bedenken und Anregungen berücksichtigt.“ Die Prüfung übernehme ein Ingenieurbüro.

Bürgermeister Michael Tauch: Kita in Güglingen dringend notwendig

Eine neue Kita sei dringend notwendig. „Wir brauchen die Kapazitäten“, erklärt Tauch. Dabei spiele es keine Rolle, in welchem Stadtteil sich die Einrichtung befinde: „Alle Kitas in allen Stadtteilen stehen allen Kindern offen“, stellt er klar.

„Wir von der BU haben bis zum Schluss gekämpft, dass es nicht so kommt“, sagt Esenwein – und trifft damit einen Punkt: Dem Bau der Kita steht kaum noch etwas im Weg. Das Schild mit der Forderung nach einem Bürgerbegehren? Kaum noch aussichtsreich. „Die Idee ist gut, ist super“, so der Gemeinderat, „aber sie kommt deutlich zu spät. Das hätte man direkt nach dem ersten Beschluss auf den Weg bringen müssen“, sagt Esenwein.

„Wir haben eine klare Beschlusslage des Gemeinderats“, erklärt Michael Tauch. Dem Bau, dem Standort wurde zugestimmt. Ein Bürgerbegehren hätte rein formal und rechtlich keine Legitimität mehr. Zwar könnten der Gemeinderat und der Bürgermeister eine Abstimmung unter den Bürgern zulassen, doch: „Die Fronten sind so verhärtet, da besteht wenig Hoffnung“, meint Esenwein.

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