Neue Kinderarzt-Praxis in Neckarsulm – mit diesen drei Ärztinnen
Kinderärzte sind Mangelware. In Neckarsulm bringt eine neue Praxis am Bahnhof Entspannung. Inhaber Tobias Neuwirth erklärt, wie die Praxis mit drei Ärztinnen organisiert ist und an wen sich das Angebot richtet.
Es gibt zu wenige Kinderärzte in Baden-Württemberg. Eltern müssen oft lange suchen, bis sie eine betreuende Praxis für ihr Kind gefunden haben. In Neckarsulm gibt es jetzt ein wenig Entspannung. Drei Kinderärztinnen arbeiten seit dem Jahresbeginn am Bahnhof in Neckarsulm, angeschlossen an die Hausarztpraxis von Dr. Tobias Neuwirth. An wen sich das Angebot richtet und warum eine Angliederung an eine Erwachsenen-Praxis Sinn macht, erklärt er im Interview.
Wer sind die Ärztinnen bei „Kinderärzte am Bahnhofplatz“, so der offizielle Name?
Tobias Neuwirth: Bei uns arbeiten drei Ärztinnen: Dr. Elisabeth Feuerstein, sie kommt von den SLK-Kliniken und ist Fachärztin für Kinderheilkunde, genauso wie Rima Nakkoul, die zuvor in der Praxis Borrmann-Matz in Neckarsulm war. Natalia Zadorozhna hat 20 Jahre lang als Fachärztin für Kinderheilkunde in der Ukraine gearbeitet, ihre Facharzt-Anerkennung für Deutschland läuft gerade.
Warum ist die Kinderarzt-Praxis an die Hausarzt-Praxis für Erwachsene angeschlossen?
Neuwirth: Das ist medizinisch sinnvoll, denn es gibt viele Synergien und Schnittmengen. Wir haben bisher auch schon Kinder ab etwa 12 Jahren behandelt, wenn es zum Beispiel um die Versorgung von Platzwunden oder die Abklärung eines Ausschlags ging. Ab diesem Alter ist ein fließender Übergang in die Erwachsenen-Medizin möglich und gut, um Kontinuität für die Behandlung älterer Kinder zu ermöglichen. Die fallen irgendwann aus der Kindermedizin raus, das beginnt teilweise schon ab 14 Jahren.

Wie ist die Praxis organisiert und an wen richtet sich das Angebot?
Neuwirth: Nach der Schließung der Praxis Bormann-Matz wollen wir Kinder aus Neckarsulm und den umliegenden Gemeinden versorgen. Wir haben ordentliche Kapazitäten dafür und geben unser Bestes, aber unsere Möglichkeiten sind nicht unendlich. Auch deshalb ist gute Organisation so wichtig: Kinder mit Infekt werden separat in unserer Infektpraxis behandelt. Diese haben wir nach den Erfahrungen der Corona-Pandemie eingerichtet. Sie ist im selben Gebäude über einen separaten Eingang erreichbar. In der Kinderarztpraxis machen wir vormittags Vorsorge-Untersuchungen und geplante Termine. Das bringt Verlässlichkeit und Freiraum für beide Bereiche.
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