Personalgewinnung in Kommunen: Kein Überbietungswettbewerb
Zusatzleistungen sind gut und richtig. Wohlgemeinte Angebote können aber dazu führen, dass Fachkräfte dahin abwandern, wo mehr gezahlt wird, meint unser Autor.

Ob private Zusatzversorgung oder höhere tarifliche Eingruppierung: Die Kommunen sind umtriebig, um Personal für sich zu gewinnen oder auch die schon vorhandenen Mitarbeiter an sich zu binden. Für Erzieherinnen sind Neckarsulm – und jetzt auch Untereisesheim – attraktive Arbeitgeber, weil hier mehr bezahlt wird als anderswo.
So weit, so gut. Wie im Wettbewerb der freien Wirtschaft schauen Bewerber auch im öffentlichen Dienst selbstverständlich danach, dass die Arbeitsbedingungen gut sind. Neben dem reinen Gehalt spielen dann auch Zusatzleistungen wie Job-Ticket, die Nutzung eines Dienstwagens oder spezielle Konditionen und Leistungen bei der Krankenversicherung eine Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers.
Städte und Gemeinden sollten vorsichtig sein: Wenn alle mehr bieten, steigen die Kosten
Doch sollten die Städte und Gemeinden Vorsicht walten lassen: Nicht alle können es sich leisten, mehr zu bezahlen. Dies führt unter Umständen zu Abwanderungen aus den ärmeren Kommunen, die dann zusätzlich an Personal verlieren.
Daher macht es Sinn, eine höhere tarifliche Eingruppierung oder auch eine Zusatzversorgung zumindest mit den umliegenden Kommunen abzusprechen. Sonst ist der Ärger vorprogrammiert. Wenn notgedrungen alle nachziehen müssen, weil sie sonst kein Personal finden, verpufft der Effekt dann wieder – und für die öffentlichen Haushalte steigen die Kosten.
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