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Jugendliche aus Lauffen und Nordheim

Jugendkonferenz Lauffen: Entscheidungsträger hören Schülern zu

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Das zweite Mal richtete die Hölderlin-Realschule in Lauffen eine Jugendkonferenz aus. Bei dem Beteiligungsformat initiiert vom Landeskultusministerium stellen die Schüler eigene Forderungen.

Im Format „Speed-Café“ erarbeiten die Jugendlichen Positionen zu zehn verschiedenen Themen.
Im Format „Speed-Café“ erarbeiten die Jugendlichen Positionen zu zehn verschiedenen Themen.  Foto: Bitsch, Simon

„Deine Stimme zählt“ – unter diesem Motto drehte sich in Lauffen alles nur um sie: die Schüler. Die Schulleitung, die Kommunalpolitik und die Landespolitik: in diesem Format hören sie den Schülern zu und nicht andersherum. In der Mensa der Hölderlin-Realschule (HRS) fand am Freitag eine Jugendkonferenz statt.

In dem politischen Beteiligungsformat, initiiert vom Landeskultusministerium, sind die Jugendlichen gefragt, ihre Meinung kundzutun und der Schule, der Kommune und dem Land Forderungen, Vorschläge und Projekte mitzugeben. Zu Gast war auch der Landtagsabgeordnete und Lauffener Stadtrat, Erwin Köhler, der selbst mal Schüler auf der HRS war. 

Schüler verschaffen sich Gehör: Jugendkonferenz in Lauffen

Viele gute Gespräche und einen produktiven Austausch wünschte auch Kultusministerin Theresa Schopper den rund 60 Schülern von der Hölderlin-Real- und Werkrealschule sowie der Kurt-von-Marval-Schule in Nordheim in einer Videobotschaft. Zwar hat Lehrer Benjamin Fezer-Walter die Bewerbung für die Konferenz abgeschickt, vor Ort liegt die Moderation aber in der Hand der Schüler. Die zwei Achtklässler Ben und Julia führten durch den Vormittag mit Unterstützung von Laura und Finley, die die Konferenz schon im vergangenen Jahr moderierten.

Es ist das zweite Mal, dass die Schule eine Jugendkonferenz ausrichtet. „Nachdem das letztes Jahr gut ankam und auch erfolgreich war, denke ich, haben wir das dieses Jahr nochmal gemacht“, sagte Fezer-Walter. Und weiter: „Ich denke, wir werden uns nächstes Jahr wieder bewerben.“

Lauffener Jugendliche erarbeiten Positionen zu zehn Themen: Jugendbeteiligungsformat an Hölderlin-Realschule

Im Format „Speed-Café“ erarbeiteten die Jugendlichen an zehn Tischen Positionen zu zehn verschiedenen Themen. Sieben davon sind fest vorgegeben, bei dreien steht es den Schulen frei aus einem vorbereiteten Pool weiterer Themen wählen, wie Thomas Paul, der beim Kultusministerium verantwortlich für die Jugendkonferenzen ist, erklärt. Die Aspekte, mit denen die Schüler arbeiten, wurden vorher vom Kultusministerium gemeinsam mit verschiedenen Gremien bestehend aus Jugendlichen konzipiert, so Paul weiter. Es ist den Schulen auch möglich ein komplett eigenes Thema zu wählen.

Beim „Speed-Café“ an den Tischen waren die Schüler gefordert, ihre Positionen auf großen, den ganzen Tisch bedeckenden, Blätter aufzuschreiben. Alle drei Minuten gingen sie dabei weiter an den nächsten Tisch. Die Aufschriebe reichten von einfachen Worten wie „Krieg“ (Thema „Sicherheit und Frieden“) über Sorgen wie „Angst, dass der Beruf, den man machen will, von KI abgelöst wird“ (Thema „Wirtschaft, Arbeit und Beruf“) zu konkreten Forderungen wie „richtige Anerkennung“ (Thema „Jugendliche im Ehrenamt“). Die Ergebnisse aus den Ausarbeitungen werden im Nachgang an die Konferenz an die entsprechenden Entscheidungsträger, Schulleiter, Bürgermeister und Kultusministerium, weitergeleitet. 

Jugendkonferenz in Lauffen: Ergebnisse werden Kultusministerium Baden-Württemberg in Stuttgart präsentiert

Die Jugendkonferenzen sind dabei eine landesweite Aktion. 150 davon werden im Schuljahr 2025/26 in Baden-Württemberg stattfinden. Die Forderungen und Vorschläge an das Land werden dabei auf der Landesjugendkonferenz im Juli in Stuttgart unter anderem Ministerin Theresa Schopper präsentiert.

Nachdem sich die Schüler in einer Diskussionsrunde noch über Anliegen rund um die Schule austauschen konnten, die sie beschäftigten, zog Lehrer Fezer-Walter eine positive Bilanz. Dabei hob er ein Thema besonders hervor: „Ich glaube auf dem Tisch ‚Mentale Gesundheit’ steht mit am meisten drauf“. Er sieht es als Hausaufgabe aller Entscheidungsträger, dieses Thema mehr in den Fokus zu rücken.  

Die Themen:

An den zehn Tischen in der Mensa der Hölderlin-Realschule wurden folgende Themen behandelt: Jugendbeteiligung; Demokratie und Staat; Politik; Wirtschaft, Arbeit und Beruf; Digitalisierung und Künstliche Intelligenz; Schule und Bildung; Sicherheit und Frieden; Jugendliche im Ehrenamt; Mentale Gesundheit; Schüler- und Jugendaustausche.

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