Zahl der Waschbären "explosionsartig gestiegen" – Jäger gehen gegen Tiere vor
Die Zahl der Waschbären hat im Landkreis Heilbronn in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Sie sind eine invasive Art – und halten sich gerne in Wohngebieten auf.
Die Zahl der Waschbären hat stark zugenommen im Landkreis Heilbronn. "In den vergangenen fünf Jahren ist ihre Zahl explosionsartig gestiegen", sagt Edgar Häußer. Der Vorsitzende der Jägervereinigung Kreis Heilbronn nennt die Gründe: "Sie haben keine Feinde, und der Gabentisch ist hierzulande reich gedeckt."
Die Allesfresser sind anpassungsfähig nutzen neben Wäldern, Feldern und Park- und Gartenanlagen auch menschliche Siedlungen als Lebensraum. Und sie zählen wie die Nilgans oder der Kormoran zu den invasiven Arten, die sich mit dem Klimawandel in neuen Bereichen angesiedelt haben. Waschbären bedrohen einheimische Arten wie Amphibien und Reptilien.
Waschbären im Raum Heilbronn: Hier findet man die Tiere
"Sie finden ihren Platz zum Beispiel in Gebäuden hinter Isolierungen. Vor allem in Feldscheunen und Garagen tauchen sie auf." Aber auch im Außenbereich machen sie sich breit. Häußer: "Komposthaufen im Garten sind echte Hotspots, weil es wunderbare Futterplätze sind." Schließlich seien dort auch Mäuse zu finden.
Auf diese Weise ziehe man die Tiere an. Wohngebiete bieten also gute Nahrungsquellen und Unterschlupfmöglichkeiten. Bei diesen günstigen Bedingungen ist es nicht möglich, die Tiere dauerhaft aus dem Siedlungsraum fernzuhalten. Doch die Tiere dürfen in vorgegebenen Zeitfenstern vergrämt werden.
Waschbär gesichtet: Jeden Tag Anrufe beim Kreisjäger
Der Kreisjäger bekommt täglich zwei bis drei Anrufe von Menschen, die die Tiere in ihrer Umgebung entdeckt haben und wieder loswerden wollen. Zunächst muss man hier allerdings das jeweilige Ordnungsamt einschalten, das dann entscheidet und Schritte einleitet. Denn die Jäger dürfen nicht überall jagen.
Befriedete Gebiete sind außen vor. Das sind unter anderem Gebäude, die vorwiegend dem Aufenthalt von Menschen dienen, und Friedhöfe. Die Länder können in ihren Jagdgesetzen eigene Regeln erstellen. Ohnehin ist diese Aufgabe den sogenannten Stadtjägern vorbehalten. Häußer: "Sie dürfen Fallen aufstellen und die Tiere vergrämen."
So kann man sich vor Waschbären schützen
Allerdings auch nur außerhalb der Jahreszeit, in der sie besonders geschützt sind. Das betrifft vor allem die Monate von März bis Mitte Juli. Der Stadtjäger wird von der entsprechenden Gemeinde beauftragt, das ihr zustehende Jagdausübungsrecht wahrzunehmen. Darüber hinaus kann jeder Bürger der Gemeinde den Stadtjäger zur Wahrnehmung seiner Rechte beauftragen.
Das Landratsamt Heilbronn hat vor einigen Wochen Informationen auf seiner Homepage veröffentlicht, wie man sein Grundstück gegen die Tiere absichern könnte. Demnach sollte Futter für Haustiere oder Vögel nicht über Nacht im Garten oder auf der Terrasse belassen werden und Obstbäume mit einem mindestens einem Meter hohen Blechring am Stamm gegen Hochklettern geschützt werden.
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