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Plötzlich Krieg
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"Will freien Iran, ohne Mullahs" – Exil-Iranerin aus Widdern über Nahost-Eskalation

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Der Kampf für Freiheit, Menschenrechte und eine demokratische Republik fand bisher mit friedlichen Mitteln statt. Den Kriegsausbruch sehen Exil-Iraner in Heilbronn und Widdern mit gemischten Gefühlen. 


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Monika Bunse aus Heilbronn kennt die Lage im Nahen Osten gut. Sie war selbst dort unterwegs. Ihre Tochter Lea Bunse ist als Aktivistin in Syrien schwer verletzt worden. Von Somaye, einer jungen Frau aus Teheran hat Monika Bunse gehört: Ob sie den Angriff auf das Mullah-Regime im Iran gut finde, sei „nicht leicht zu beantworten. Ich bin gegen Krieg. Krieg bringt dem Iran keine wirklichen oder positiven Errungenschaften.“

Krieg sei „von Natur aus nichts Gutes“, so die junge Iranerin. „Allerdings haben normale Menschen nicht die Macht, sich diesem Regime entgegenzustellen, und unter den bisherigen Bedingungen weiterzumachen, war unmöglich. Ich bin verwirrt und wütend, ich habe Angst, und vor allem bin ich empört darüber, dass ein Regime die Dinge so weit treiben kann, dass seine Bürger am Ende auf eine ausländische Intervention warten.“ Die Rückkehr zur Monarchie mit dem Schah lehnt die Iranerin aber ab: "Was ist der Unterschied zwischen dem Turban und der Krone?" Sie bevorzuge eine iranische Republik, "in der alle religiösen und ethnischen Minderheiten vertreten sind". 

Exil-Iranerin aus Widdern über Nahost-Eskalation: "Will freien Iran, ohne Mullahs"

Sania Kohansal aus Widdern ist nach Berlin gefahren, um sich den Demonstrationen anzuschließen. Gemeinsam mit vielen anderen jungen Menschen macht Sania Kohansal schon seit Langem auf die Lage in ihrem Heimatland aufmerksam. Sania Kohansal setzt sich für eine demokratische Republik ein, in der Staat und Religion getrennt sind, alle Geschlechter gleich behandelt werden, es keine Todesstrafe, aber Meinungsfreiheit gibt und in der die Ethnien gemeinsam leben können, ohne vor den Islamischen Revolutionsgarden Angst haben zu müssen.

Der Nationale Widerstandsrat, der den Zehn-Punkte-Plan von von Maryam Rjavi umsetzen will, habe eine Übergangsregierung ausgerufen. "Das Regime wird fallen, aber das System ist noch an der Macht", ist die Befürchtung von Sania Kohansal. "Der Krieg wird nicht die Demokratie für den Iran bringen." Man müsse aber "mit dem Regime kämpfen, um es abzuschaffen". Dies sei aber die Aufgabe des iranischen Volkes, nicht der USA oder Israel. "Die Lösung liegt im Wandel von innen." 

Der Kampf für Freiheit und Menschenrechte geschieht für die über 140.000 Exil-Iraner in Deutschland mit friedlichen Mitteln. Dass nun die USA und Israel ihr Heimatland angegriffen haben, sehen viele mit gemischten Gefühlen. Einerseits wünsche sie sich einen „freien Iran, ohne Mullahs und ohne Monarchie“, sagt Nima Salem, der ebenfalls in Widdern lebt. Andererseits sei man in Sorgen um die Familienangehörigen, die dort noch leben. 

Exil-Iraner aus Heilbronn findet den Krieg "nicht in Ordnung“ – politische Veränderung brauche Zeit

Samad, der in Heilbronn und dessen Familie in Teheran lebt, hört viele unterschiedliche Stimmen. "Meiner Familie geht es gut, aber der Kontakt übers Internet ist sehr schwierig." Er findet den Krieg "nicht in Ordnung, die ausländische Einmischung ist nicht gut". Eine politische Veränderung brauche Zeit und hätte besser "friedlich und von innen" kommen sollen, findet Samad. Aber, das hat er gehört, "viele sind begeistert und finden die Bomben super". 

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