Haushaltsplan für 2026: Stadt Lauffen will trotz Geldnot investieren
Stillstand ist keine Option für die Lauffener Stadträte: Der Haushaltsplan für 2026 nimmt die Rathausbrücke und den Hort für Ganztagsbetreuung in den Fokus.

Steigende Kosten, eine Haushaltssperre und ein strukturelles Defizit prägten im vergangenen Jahr die Finanzen der Stadt Lauffen. Umfangreiche Konsolidierungsmaßnahmen bringen der Verwaltung nun eine Atempause. Die gilt es zu nutzen, mahnte Stadtrat Christian Seybold (BfL) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Der Gemeinderat verabschiedete einstimmig den Haushaltsplan für das Jahr 2026 sowie die mittelfristige Finanz- und Investitionsplanung bis zum Jahr 2029. Im Fokus stehen in diesem Jahr zwei größere Projekte: der Neubau der Rathausbrücke und ein Hort für die Hölderlin-Grundschule, in dem die Ganztagsbetreuung stattfinden soll.
Lauffen fehlt Geld: Schulden werden bis 2029 stark steigen
Spätestens vergangenes Jahr wurde deutlich, dass Lauffen dringend benötigte Geldmittel fehlen. Die Aufgaben steigen, die Einnahmen sinken. „Die Kommunen stecken in einer schweren Finanzkrise“, fasste Alex Jäger (CDU) zusammen. Die Umsetzung von Projekte scheitere meist nicht am Wollen, sondern am Können.
Bis zum Jahr 2029 werden die Schulden der Stadt auf mehr als 27 Millionen Euro wachsen, gemäß der Kalkulation von Kämmerer Frieder Schuh. Schon bei der Einbringung des Haushaltsplans im Dezember betonte er, dass es auf lange Sicht teurer wäre, nicht zu investieren.
Die Grünen um Erwin Köhler schauen dennoch mit Sorge auf diese Prognose. „Das sind Steine, die wir der nächsten Generation in den Rucksack legen“, warnt der Fraktionsvorsitzende. Stillstand sei trotzdem keine Option. „Bildung ist die beste Krisenvorsorge“, betont Köhler mit Blick auf den Hort, der insgesamt 4,3 Millionen Euro kostet.
Lauffener Stadträte fordern Investitionen in Bildung
Für einige der geplanten Projekte erhält die Stadt Lauffen zum Teil hohe Förderungen. Eine Entlastung bringt auch das Sondervermögen von 7,3 Millionen Euro, das im Haushaltsplan noch nicht berücksichtigt ist.
Mithilfe der Konsolidierung wurden im Lauffener Haushaltsplan Einsparungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro erreicht. Das ordentliche Ergebnis beläuft sich auf ein Minus von 31 800 Euro – im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um 1,1 Millionen Euro. Jan Reichle (SPD) spricht von „schmerzlichen Einschnitten“, die aber wichtig gewesen seien.
Trotzdem seien weiterhin gezielte Investitionen nötig, etwa im Bereich Bildung. „Die Folgen dieses Haushalts dürfen nicht einseitig auf diejenigen abgewälzt werden, die ohnehin stark belastet sind, zum Beispiel im Bereich der Kinderbetreuung.“
Lauffener Gewerbegebiet und Baugebiet vorantreiben
Auch Michael Mühlschlegel (FDP) plädierte dafür, weiterhin in die Zukunft zu investieren – selbst wenn dafür Kredite nötig seien. Die Fraktionen der FDP und Freien Wähler forderten, das Baugebiet Obere Seugen II und das Gewerbegebiet Vorderes Burgfeld II voranzutreiben. Bestehende Lauffener Betriebe bräuchten die Möglichkeit, zu expandieren, erklärt Dagmar Zoller-Lang (Freie Wähler). Ebenso wichtig sei aber auch, neue Firmen zu gewinnen, um die Gewerbesteuereinnahmen zu erhöhen. „Hierzu sollte eine aktuelle Ausschreibung erfolgen“, sagte sie.
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