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Grundsteuer C erstmals im Raum Heilbronn: Welche Kosten auf Eigentümer zukommen 

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Kommunen können seit 2025 unbebaute, aber baureife Grundstücke höher besteuern. Offenau will als erste Kommune im Landkreis Heilbronn die Grundsteuer C einführen – für Eigentümer kann das deutlich teurer werden.


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Als erste Kommune im Landkreis Heilbronn will Offenau die Grundsteuer C einführen. Auch wenn darüber noch der Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag, 28. April, abstimmen muss: Die Pläne sorgen bereits im Vorfeld für Diskussionen. 

Was ist die Grundsteuer C?

Die Grundsteuer C ist eine relativ neue Steuer für unbebaute, aber baureife Grundstücke, die seit 1. Januar 2025 von Gemeinden eingeführt werden kann. Die Intention dahinter: Bebauung fördern und Spekulationen verhindern. Sie betrifft also nur die Grundstücke, auf denen bisher kein Gebäude steht.

In Offenau wären rund 80 Grundstücke von der Grundsteuer C betroffen

Wer muss die Grundsteuer C zahlen?

Betroffen sind Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken, die baureif, aber noch nicht bebaut sind. Eine konkrete Baugenehmigung ist dafür nicht erforderlich. Im konkreten Beispiel Offenau wären rund 80 Grundstücke von der Grundsteuer C betroffen.

Am kommenden Dienstag will die Gemeinde Offenau die Grundsteuer C einführen. Das hätte Konsequenzen für Eigentümer unbebauter Grundstücke.
Am kommenden Dienstag will die Gemeinde Offenau die Grundsteuer C einführen. Das hätte Konsequenzen für Eigentümer unbebauter Grundstücke.  Foto: Nedrofly/stock.adobe.com

Grundsteuer C: Wie berechnet sich der fällige Betrag?

Jetzt wird es kompliziert: Zuerst wird der Wert des Grundstücks festgestellt. Grundlage sind vor allem der Bodenrichtwert und die Grundstücksfläche. Auf den Grundsteuerwert wird eine gesetzlich festgelegte Steuermesszahl angewendet. Zum Schluss kommt der entscheidende Teil: Die Gemeinde legt einen gesonderten, oft deutlich höheren Hebesatz für die Grundsteuer C fest, die zur Grundsteuer B dazu kommt. Dieser Hebesatz bestimmt, wie hoch die tatsächliche Steuer ausfällt.

Steuermessbetrag und Hebesatz ergeben Grundsteuer C

Was bedeutet das im konkreten Beispiel?

Angenommen, ein Grundstück ist 500 Quadratmeter groß und der Bodenrichtwert liegt bei 250 Euro pro Quadratmeter. Dann ergibt sich ein Grundsteuerwert von 125.000 Euro. Dieser wird mit der Steuermesszahl von 0,031 Prozent multipliziert. Daraus ergibt sich ein Steuermessbetrag von 38,75 Euro. Wendet die Gemeinde Offenau einen Hebesatz von 2200 Prozent an, ergibt sich daraus eine jährliche Grundsteuer von rund 853 Euro.


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Kann die Steuer umgangen werden?

Nicht im klassischen Sinn. Die Steuer entfällt nur, wenn das Grundstück bebaut wird oder nicht mehr als baureif eingestuft wird. Verkaufen ist ebenfalls eine Möglichkeit, um die Belastung zu beenden.

Offenau setzt im Vergleich hohen Wert für die Grundsteuer C an

Grundsteuer C: Wie ungewöhnlich ist der Offenauer Satz?

Der von Offenau geplante Hebesatz für die Grundsteuer C ist im Vergleich hoch. Während andere Kommunen in Baden-Württemberg bislang meist deutlich unter 1000 Prozent bleiben – etwa Tübingen mit 540 Prozent oder Sasbach mit 870 Prozent – plant Offenau einen Satz von 2200 Prozent. Damit würde die Gemeinde im landesweiten Vergleich einen der höchsten bekannten Werte ansetzen.

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